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Geschichte

Bis 1848

Bestrebungen um eine höhere/hohe Schule in Oberösterreich reichen ins 16. Jahrhundert zurück. In Fortsetzung einer privaten Initiative richten die Landstände 1566 eine Landschaftsschule ("Adeliche Landt-Schuele") im Ennser Minoritenkloster ein. 1574 wird das neu erbaute Landhaus in Linz bezogen. Johannes Kepler (1571-1630) lehrt von 1612 bis 1624 an der Schule, er entdeckt das 3. Planetengesetz (1618) und vollendet in Linz mit "Harmonice mundi" (Weltharmonik) eines seiner bedeutsamsten Werke.

 

Nach Schließung der Landschaftsschule und Vertreibung der evangelischen Professoren im Zuge gegenreformatorischer Maßnahmen im Jahre 1624 übernehmen die Jesuiten 1629 die Landschaftsschule und vereinigen diese mit ihrer 1608 gegründeten Linzer Lateinschule. Die Landstände schließen 1669 mit der "Societas Jesu" einen Kontrakt über die Errichtung von "Studia altiora". Den philosophischen Studien werden Jahre später juridische und theologische Fächer/Studien hinzugefügt.
1674 gewährt Kaiser Leopold I. das Graduierungsrecht, das jedoch nicht zur Anwendung kommt.

 

Der päpstlichen Aufhebung des Jesuitenordens 1773 folgt die Schließung des Linzer Jesuitenkollegs. Die Studien werden in einem neuen organisatorischen Rahmen, dem "k.k. Lyceum" mit einer philosophischen, theologischen sowie juridischen Fakultät, fortgeführt. Eine um 1775 eingerichtete chirurgische Klasse (1784 zur medizinisch-chirurgischen Abteilung erweitert) wird 1808 wieder aufgelöst.

 

Die kaiserliche Studien-Hofkommission dekretiert 1810 die Aufhebung der "juridisch-politischen Studien". Mehrere Ersuchen aus Linz um Wiedereinrichtung bleiben erfolglos. Das Lyzeum mit der Philosophischen und der Theologischen Fakultät wird im Zuge der Thun'schen Schulreform nach Ende des Studienjahres 1848/49 aufgelöst, das theologische Studium der Diözese Linz übertragen (Theologische Diözesananstalt).

 

1848 - 1945

Seit dem Jahre 1848 werden immer wieder Initiativen von Linz aus ergriffen mit dem Ziel der Gründung einer

  • Universität mit juridischen und medizinischen Studien (1848)
  • Technischen Hochschule verbunden mit einer Handelshochschule (1869/1872)
  • Hochschule für medizinische und juridische Studien (1876)
  • Chirurgischen Lehranstalt oder Medizinischen Hochschule/Fakultät (1887-1901)
  • Handelshochschule kombiniert mit einer juridischen Fakultät (1909)
  • Technischen Hochschule (1913)
  • Universität oder Hochschule (1914)
  • Universität und Handelshochschule (1917/18)
  • Techn. Hochschule durch Verlegung der Deutschen Techn. Hochschule Brünn nach Linz (1918/19)
 

In der NS-Zeit werden große Pläne zur Errichtung bzw. Neubau einer Technischen Hochschule in Linz (als "Führerstadt") ausgearbeitet, die kriegsbedingt zu einem Provisorium im Stift Wilhering führen, wo von 1943 bis Kriegsende nur mehr in Ansätzen das Architektur-Studium etabliert werden kann. Das Vorhaben, 1938 die Deutsche Technische Hochschule Brünn nach Linz zu verlegen, ist noch im selben Jahr verworfen worden.

 

1945 - 1965

Beginnend im Jahre 1949 wird die Einrichtung eines technischen Studiums in Linz als Expositur einer Technischen Hochschule - ab 1953 unter reger Mitwirkung eines Fördervereins - angestrebt, dies aber über Jahre ohne Erfolg. Der rechtlichen Anerkennung vorausgreifend werden seit 1951 im Rahmen der Linzer Volkshochschule Vorlesungen über den Lehrstoff des 1. Studienabschnitts für Maschinenbau und Elektrotechnik bis zum Ende des Studienjahres 1955/56 angeboten.

 

Die Erfolglosigkeit bei den Bemühungen um das technische Studium hat seit Herbst 1954 allmählich eine Umorientierung auf eine Hochschule "neuer Art" zur Folge, dabei geraten immer stärker die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ins Blickfeld. Positive Signale des Unterrichtsministers veranlassen Repräsentanten des Landes Oberösterreich, der Stadt Linz und anderer Institutionen dazu, am 14.3.1959 zur Hochschulerrichtung das "Kuratorium Hochschule für Sozialwissenschaften in Linz" zu gründen.

 

Aus dem "Kuratorium" entsteht 1962 mit Bundesgesetz (BGBl. Nr. 189/1962) der "Linzer Hochschulfonds". Dieser vom Land Oberösterreich und der Stadt Linz getragene Fonds verpflichtet sich zur Mitfinanzierung der Hochschulgründung (50 %) und des laufenden Aufwandes bis 1972. In den 1960er Jahren wirkt er auch wesentlich an der Neugestaltung sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Studien in Österreich sowie an der Hochschulverwaltung in Linz mit.
Zum Ausbau und partiell zum Betrieb der Hochschule/Universität trägt der Hochschulfonds bis in die Gegenwart finanziell beträchtlich bei.

 

Die "Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften" wird durch das Bundesgesetz vom 5. Juli 1962 (BGBl. Nr. 188/1962) errichtet.

 

Instituts-, Hörsaal- und sonstige Gebäude der Campus-Hochschule, der ersten dieser Art in Österreich, werden auf dem Areal des ehemaligen Starhembergschen Schlosses Auhof im noch ländlich geprägten Linzer Stadtteil Dornach-Auhof nach dem Spatenstich am 3. Juli 1964 durch Bundespräsident Adolf Schärf bis 1969 hochgezogen bzw. adaptiert: Instituts- und Hörsaalgebäude I resp. Keplergebäude (Inbetriebnahme 1966), Mensagebäude (1967), Renovierung des Schlosses Auhof als Verwaltungsgebäude (1967), Institutsgebäude II resp. Juridicum (1969).

 

Einer Empfehlung der Österreichischen Rektorenkonferenz zufolge beschließt der Nationalrat 1965 die Erweiterung um eine Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (BGBl. Nr. 195/1965). Die zweite Fakultät erfordert einen weiteren finanziellen Kraftakt von Bund und Hochschulfonds. Die Errichtung zusätzlicher Bauten wird geplant (Linser/Perotti-Planungsstudie 1966): Physikgebäude (Inbetriebnahme 1971) und Chemie-Turm resp. TNF-Turm (Teilinbetriebnahme 1977; 1978).

 

1965 - 1975

Am 19. Oktober 1965 konstituieren sich die obersten Organe der Hochschule: das Professorenkollegium, das aus seiner Mitte Hochschulprofessor Ludwig Fröhler zum Rektor und Hochschulprofessor Rudolf Strasser zum Prorektor wählt.

 

Die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät wird durch das Bundesgesetz vom 15.7.1966 (BGBl. Nr. 180/1966) in Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaftliche Fakultät umbenannt und das rechtswissenschaftliche Studium aufgrund einer Linzer Initiative eingerichtet.

 

Die Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften wird am 8. Oktober 1966 feierlich eröffnet. Nach einem Festzug vom Landhaus zum Rathaus übergeben die Hochschulfonds-Präsidenten Landeshauptmann Heinrich Gleißner und Bürgermeister Edmund Aigner vor Tausenden Menschen am Linzer Hauptplatz den Schlüssel der Hochschule an Rektor Ludwig Fröhler. Im Anschluss nimmt Bundespräsident Franz Jonas im Rahmen eines Festaktes im Hörsaal 1 die Eröffnung der Hochschule vor.

 

Die Aufnahme des Studienbetriebs an der Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaftlichen Fakultät erfolgt am 10. Oktober 1966 mit den Studienrichtungen der Soziologie, der österreichweit einzigartigen Sozialwirtschaft, der Volkswirtschaft, der Betriebswirtschaft und der Rechtswissenschaften. 1968 folgt Sozial- und Wirtschaftsstatistik, 1970 Wirtschaftspädagogik.

 

Im Herbst 1968 konstituiert sich die Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (TNF) und nimmt im Wintersemester 1969/70 den Lehr- und Forschungsbetrieb mit den Studienrichtungen Technische Mathematik, Lehramt für Mathematik-Physik und - erstmals in Österreich - mit Informatik sowie mit dem Kurzstudium Rechentechnik (ab Wintersemester 1979/80 Datentechnik) auf. Ein Jahr später beginnt das Studium der Technischen Physik.

 

Die Österreichische Hochschülerschaft startet ihre Aktivität am Campus als Außenstelle des Zentralausschusses (Wien), die 1967 von einem gewählten Fachschaftsausschuss abgelöst wird. Die 68er-Generation der Studierenden sorgt auch in Linz für so manche heftige Protestaktion. Der von ihnen und von AssistentInnen geforderten Mitbestimmung begegnet die Hochschule 1969 mit der Einrichtung des Hochschulkonvents zur Diskussion von Mitbestimmungsfragen.

 

1975 - 1996

Am 1. Oktober 1975 tritt das Universitäts-Organisationsgesetz (UOG 1975) in Kraft. Aufgrund dessen konstituieren sich die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (SOWI) sowie die Rechtswissenschaftliche Fakultät (RE) - nunmehr als dritte Fakultät, nachdem bereits 1971 intern eine Teilung erfolgt ist. Der Akademische Senat beschließt die Benennung in "Johannes Kepler Universität Linz" (JKU Linz), der die Namensgebung nach Johannes Kepler im Jahre 1971 vorausgegangen ist.
Das UOG 1975 reformiert die Verwaltungsstrukturen und führt die Mitbestimmung von AssistentInnen, Studierenden und Verwaltungsbediensteten auf allen universitären Ebenen ein.

 

Mit der Teilinbetriebnahme des TNF-Turmes 1977 kann der Lehrbetrieb der Fachdisziplin Chemie begonnen werden: Im WS 1977/78 startet die Studienrichtung Lehramt Chemie und im WS 1979/80 das interfakultäre Studium Wirtschaftsingenieur-Technische Chemie (zunächst als Studienversuch).
Seit dem Studienjahr 1993/94 wird Technische Chemie angeboten.

 

Die bauliche Aufbauphase am Campus ist mit der Eröffnung des TNF-Turms am 22.11.1978 abgeschlossen. Ihr schließt sich nahtlos jene des weiteren Ausbaus der Universität an. Es entstehen in der Folge der TNF-Hörsaaltrakt (Inbetriebnahme 1979), das Bibliotheksgebäude (1984), Laborgebäude für Mikroelektronik (1985), "Managementzentrum" (1991), "Kopfgebäude" (1991), Gebäude für Halbleiterphysik (1992) und das USI-Sportplatzgebäude (1995).

 

Die Zahl der Inskribierten wächst stetig und überschreitet im Wintersemester 1984/85 die 10.000-Marke. Die überwiegende Mehrheit der Studierenden nützt das Studienangebot der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, an der 56 % aller JKU-Studienabschlüsse erfolgen.
Nach erfolgreichem Studienversuch (1975-1985) wird Wirtschaftsinformatik mit dem Studienjahr 1985/86 ein bewährtes Regelstudium. Das Studium der Handelswissenschaft startet 1992/93.
Universitätslehrgänge werden seit Anfang der 1980er Jahre eingerichtet. Das Lehrgangsangebot expandiert beträchtlich insbesondere seit den 1990er Jahren an der SOWI-Fakultät.

 

Das 1987 gegründete Forschungsinstitut für Symbolisches Rechnen (RISC) bezieht 1989 das renovierte Schloss Hagenberg. Um das RISC siedeln sich in der Folge weitere Institute, eine Fachhochschule und Firmen an, die zusammen als "Softwarepark Hagenberg" ein zukunftsweisendes Technologiezentrum bilden.

 

Beginnend im Jahr 1990 wird mit maßgeblicher Unterstützung des Linzer Hochschulfonds die Fachdisziplin Mechatronik im Rahmen der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät etabliert und im Wintersemester 1990/91 das Studium der Mechatronik - zunächst als Studienversuch, seit WS 1995/96 als Regelstudium - eingeführt. Zehn Ordinariate und ein Extraordinariat formieren und entwickeln sich in enger Kooperation mit der VOEST-ALPINE und anderen Firmen.

 

Seit Anfang der 1990er Jahre forciert die JKU im besonderen Maße internationale Kooperationen. Bestehende Kontakte zu ausländischen Universitäten werden auf Basis von Abkommen zu Partnerschaften für den Studierenden- und Lehrendenaustausch ausgebaut. Ein Schwerpunkt sind zunächst nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" ostmitteleuropäische Universitäten. Eine Partnerschaft mit einer Hohen Schule je Land ist das globale Ziel. Die Bedeutung, die der Internationalisierung zugemessen wird, kommt in der Installation eines Vizerektors für Auslands- und Außenbeziehungen 1996 zum Ausdruck.

 

Das Wissenschaftsministerium richtet 1991 an der Universität Linz das Zentrum für Fernstudien ein, das Studierenden in Österreich den Zugang zur deutschen Fernuniversität Hagen ermöglicht. Das Zentrum, das nunmehr mit "Eurostudienzentren" (Bregenz, Steyr, Wien, Rottenmann, Villach, Saalfelden) und anderen Partnereinrichtungen Fernstudienangebote und -studierende betreut, ist seit 2001 zugleich auch Supportcenter zur Entwicklung flexibler Studien- und Weiterbildungsangebote auf Basis neuer Medien.

 

1992 wird das universitäre Linzer Zentrum für Supercomputing (LIZENS) - eine gemeinsame Initiative von Land Oberösterreich, Stadt Linz und Universität - eröffnet. Ressourcen von Hochleistungsrechner, ein Visualisierungslabor und Know-how werden für komplexe nummerische Simulationen den F&E-Abteilungen oberösterreichischer Industrieunternehmen angeboten sowie der universitären Forschung bereitgestellt.

 

Die vom Land Oberösterreich und Stadt Linz tatkräftig unterstützte Gründung des Instituts für Halbleiterphysik im Jahre 1990 bzw. die Inbetriebnahme des Halbleiterphysikgebäudes 1992 erweitern beträchtlich die bereits vorhandenen Ressourcen von Instituten, sodass ein österreichisches Zentrum der universitären Halbleiterforschung am Campus entsteht.

 

1996 - 2003

Die JKU Linz implementiert im Wintersemester 1996/97 als eine der ersten Universitäten das Universitäts-Organisationsgesetz 1993 (UOG 1993), das die universitäre Autonomie enorm erhöht. Die "neue Eigenständigkeit" erlaubt die rasche Intensivierung bestehender Kooperationen mit dem Land Oberösterreich (Technologie-Kooperation) sowie mit Wirtschaftsunternehmen und Forschungsförderungseinrichtungen - meist auf Ebene der nunmehr "teilrechtsfähigen" Institute. So entstehen der Spezialforschungsbereich "Numerical and Symbolic Scientific Computing" (1998), mehrere Kplus-Zentren (1999ff.), das Johann Radon Institut für Angewandte Mathematik (2003), weitere Christian-Doppler-Laboratorien u.a. als Projekte der Drittmittelforschung.

 

Der wachsende Raumbedarf erfordert Außenanmietungen und die Errichtung weiterer Gebäude, die zugleich auch den Campus "öffnen". 1997 geht das durch Public-Private-Partnership realisierte "Bankengebäude" in Betrieb, das Verwaltungseinrichtungen und im Erdgeschoss Geschäfte, Bankfilialen und ein Café beherbergt. 2003 wird das "Hochschulfondsgebäude" eröffnet, in dem sich u.a. Drittmittelinstitute und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen einmieten und dadurch in den Campus integriert werden.

 

In den Jahren 2000 bis 2003 treten nach einer tiefgreifenden Studienrechtsreform neue Studienpläne in Kraft. Die bisherigen Diplomstudien Statistik, Informatik sowie Technische Mathematik werden bereits in ein Bakkalaureats- und Magisterstudium geteilt, wobei die drei mathematischen Magisterstudien Mathematik in den Naturwissenschaften, Industriemathematik sowie Computermathematik 2003 entstehen. Das integrative Studium Wirtschaftswissenschaften (Start 2001), das die vormaligen Studien der Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Handelswissenschaft zusammenführt, und das Lehramtsstudium für Informatik und Informatikmanagement (2002) werden neu eingeführt.

 

Nach der Entwicklung des Leitbildes der JKU sowie der Leitbilder der drei Fakultäten (1996-1999) werden zwischen 2001 und 2003 die Fakultätsstrategien sowie die Gesamtstrategie der JKU für Forschung, Lehre und Weiterbildung ausgearbeitet, die - das Inkrafttreten des Universitätsgesetzes 2002 vorwegnehmend - insbesondere zur weiteren Schärfung des Forschungsprofils die künftigen Exzellenz- und Aufbauschwerpunkte definieren.

 

Die JKU ist bei Innovationen in der Administration oft Vorreiter. Der erste Studierendenausweis als Chipkarte, die KeplerCard, wird gemeinsam mit Firmen entwickelt und im Wintersemester 1998/99 erstmals eingesetzt. Auf Basis von OpenSource-Software wird die eLearning-Plattform KUSSS (Kepler University Study Support System), eine umfassende elektronische Lehr- und Lernplattform, programmiert und 2003 in Betrieb genommen. Zu Studienbeginn im Oktober 2003 eröffnet die JKU den ersten "Wireless Campus" in Österreich, der den kabellosen Zugang zum Universitätsnetzwerk ermöglicht.

 

Das auf E-Learning basierende Multimedia-Diplomstudium der Rechtswissenschaften kann nach einer vierjährigen Versuchs- und Aufbauphase seit dem Studienjahr 2002/03 - europaweit erstmals - studiert werden. Die hohe Akzeptanz dieser Studienform erhöht die Belegung des rechtswissenschaftlichen Studiums sprunghaft.

 

Die gesellschaftspolitischen Schwerpunkte der JKU werden auf "Frauenförderung und Gender Studies" sowie "Integration / Förderung beeinträchtigter Personen" gelegt, wofür Einrichtungen geschaffen oder ausgebaut werden. Aus der 1993 gegründeten Interuniversitären Koordinationsstelle für Frauenforschung entstehen 2000/01 das interfakultäre Institut für Frauen- und Geschlechterforschung sowie die Stabsstelle für Frauenförderung. Im Jahre 2000 wird gemeinsam mit der TU Wien das Interuniversitäre Institut für Informationssysteme zur Unterstützung sehgeschädigter Studierender gegründet, das ursprünglich auf den 1991 gestarteten Modellversuch "Informatik für Blinde" der JKU zurückgeht. Das Institut erhält in der Folge die Bezeichnung Institut "Integriert Studieren".

 

Zur Unterstützung von Studierenden beim Übertritt in die Berufstätigkeit, weiters zur Verbesserung der Stellenvermittlung sowie zur Aufrechterhaltung und Pflege des Kontakts zwischen der JKU und ihren AbsolventInnen wird im November 1999 der Verein FORUM Studium & Beruf gegründet. Das Vereinsangebot reicht vom Career Advising Center über die JobNET-Datenbank bis zum Alumniclub. 2001 gibt sich der Verein den Namen Kepler Society und im Herbst 2004 wird das Karrierecenter am Campus eröffnet. Seit 2010 sind die Einrichtungen der Kepler Society als JKU Alumni- und Karriereservice Teil der Universitätsorganisation.

 

2003 startet mit der Erstellung des Masterplans die langfristig und in Etappen angelegte Realisierung des JKU Science Park, der die dislozierten Institute der Mechatronik u.a. aufnehmen und den baulich wesentlich erweiterten Campus für enge Kooperationen mit außeruniversitärer Forschung und Entwicklung in Mechatronik, Informatik und anderer naturwissenschaftlicher und technischer Disziplinen öffnet. Aus dem internationalen Architektenwettbewerb 2005 geht das Team "caramel architekten" mit seinem Entwurf als Sieger hervor. Nach Abschluss der Detailplanung folgt am 11.5.2007 der Spatenstich zum Bau des ersten von fünf Gebäuden, des Bauteils I (Mechatronik).

 

2004 - 2013

Am 1.1.2004 wird die Universität gemäß Universitätsgesetz 2002 (UG 2002) aus der Bundesverwaltung ausgegliedert und in die Rechtsform einer juristischen Person öffentlichen Rechts gebracht. Dadurch entsteht ein großer autonomer Gestaltungsspielraum, die Mitbestimmung wird allerdings legistisch reduziert.
Die Reorganisation der JKU Linz konzentriert und zentralisiert Leitung (mit neuem Aufsichtsorgan "Universitätsrat") sowie Verwaltung. Eine Studienadministration wird für alle Belange der Lehre installiert. Die Institute werden als "Basiseinheiten" der Forschung und Lehre beibehalten. Es kommt zu weiteren Ausdifferenzierungen der Institutsstruktur der fortbestehenden, aber nur mehr mit Koordinierungsfunktion ausgestatteten Fakultäten.

 

Seit 2004 werden interuniversitäre Studien entwickelt und angeboten: Molekulare Biologie gemeinsam mit der Universität Salzburg (Start 2004); das Double Degree-Program "Master of Science in Industrial Mathematics" mit der TU Eindhoven und TU Kaiserslautern (2005); das Bachelor- und Masterstudium Biologische Chemie mit der Universität Budweis (2007, 2010); die Masterstudien Comparative Social Policy and Welfare mit Universitäten in Tampere und Vilnius (2008), Global Business mit Universitäten in Victoria, Kanada und in Kaohsiung, Taiwan (2010), Digital Business Management mit den Fachhochschulen OÖ. (2011) und Webwissenschaften mit der Kunstuniversität Linz (2011), das von Land OÖ. und Stadt Linz finanziert wird, die beiden Masterprogramme "Global Business Russland/Italien" mit Hochschulen in Nizhny Novgorod und Bergamo, das von einer oö. Industrie-Plattform wesentlich unterstützt wird, und "General Management Double Degree ESC Troyes - JKU Linz" (beide 2013) sowie das PhD Program in Economics mit der Universität Innsbruck (2009).

 

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät entwickelt aufgrund von Anregungen aus der Praxis neue Studien und erweitert ihr Studienangebot um das Bachelorstudium Wirtschaftsrecht (Start 2006), die Masterstudien Recht und Wirtschaft für TechnikerInnen (2009) sowie Steuerwissenschaften (2011).

 

An der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät werden alle Diplomstudien mit Ausnahme von Wirtschaftspädagogik nach der Bologna-Architektur bis 2009 reformiert. Neue Masterstudien wie General Management (Start 2010), Economics (2010), Management and Applied Economics (2010), Finance and Accounting (2011) erweitern - neben den interuniversitären Studiengängen - das Studienangebot der Fakultät.
Im Herbst 2009 startet das Multimedia Studien Service SOWI - MuSSS, das auf dem Blended-Learning-Ansatz beruht und sukzessive ausgebaut wird.
Die JKU expandiert ihr Studienangebot - ermöglicht durch das Land OÖ. und die Stadt Linz - weiters im Rahmen der Fakultät um geistes- und kulturwissenschaftliche Studien: das Masterstudium Politische Bildung (2009), das Doktoratsstudium Geistes- und Kulturwissenschaften (2009) sowie - in Kooperation mit der Fernuniversität Hagen - das Bachelorstudium Kulturwissenschaften (2010).

 

An der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät werden mit Ausnahme des Lehramtsstudiums alle bestehenden Diplomstudien der Bologna-Architektur angepasst. An innovativen Studien entstehen - neben den interuniversitären - die Bachelorstudien Informationselektronik (Start 2008) und Kunststofftechnik (2009); die Masterstudien Netzwerke und Sicherheit (2007), Pervasive Computing (2007) sowie Software Engineering (2007), die 2013 mit Informatik im Masterstudium Computer Science zusammengeführt werden; weiters die Masterstudien Bioinformatik (2006), Nanoscience and -Technology (2008), Biophysik (2008), Management in Polymer Technologies (2009), Polymerchemie (2010), Informationselektronik (2011) sowie Polymer Technologies and Science (2013).
Die mit den Fachhochschulen OÖ. in Hagenberg errichtete International School for Informatics (ISI) für ausländische Studierende nimmt 2007 ihren Lehrbetrieb auf.

 

2004 eröffnet eine der modernsten Forschungsstätten im Bereich Virtual Reality und Visualisierung, das Virtual Reality Center. Unter JKU-Leitung wird mit dem Austrian Grid eines der leistungsstärksten Grid-Computing-Systeme Europas 2005 in Betrieb genommen und 2011 zusammen mit der Universität Innsbruck um die Großrechenanlage MACH aufgerüstet.
Bestanden 2004 drei Christian Doppler Labors an der JKU, so erhöht sich deren Zahl sukzessive auf zehn im Jahre 2013. 2008 startet das interdisziplinäre Doktoratskolleg für Computational Mathematics. Bei der Neuvergabe von Kompetenzzentren des COMET-Programms 2007 erhält das Austrian Center of Competences in Mechatronics den Zuschlag als K2-Zentrum, drei Kompetenzzentren mit Beteiligung von JKU-Instituten werden als K1-Zentren verlängert.
Weitere Forschungszentren und -labors entstehen: das Research Studio für Pervasive Computing Applications (2008), das mit der Universität Budweis betriebene Forschungszentrum für Chemie und Life Sciences (2011), das Oracle-Forschungslabor am Institut für Systemsoftware (2011), mit IBM das Cloud Computing Zentrum im Softwarepark Hagenberg (2012), das JKU Life Science Center (2012), das Linzer Zentrum für Mathematik-Didaktik mit der PH Oberösterreich (2013) sowie das Polymer Technology Center im Science Park (2013).

 

Die im Jahre 1989 von Linzer Industrieunternehmen, Interessenvertretungen, Land OÖ., Stadt Linz und unter maßgeblicher Beteiligung von Professoren der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gegründete Linzer Internationale Management Akademie - LIMAK wird 2005 zur "Johannes Kepler University Business School". Sitz der "Managerschmiede" ist seit 1998 das Bergschlössl in Linz. 2009 gründen JKU und LIMAK gemeinsam mit den Fachhochschulen Oberösterreich die LIMAK Austrian Business School. Durch Bündelung der vorhandenen Potentiale wird die Positionierung unter den führenden Business Schools Zentraleuropas angestrebt.

 

Der Entwicklungsplan der JKU 2006-2012 legt mittelfristige Exzellenz- und Aufbauschwerpunkte der Forschung fest. Die Exzellenzschwerpunkte sind in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften: Management, Märkte und Wirtschaftspolitik, Dynamik und Gestaltung sozialer Systeme sowie Messen-Bewerten-Evaluieren; in den Rechtswissenschaften: Unternehmensrecht; in den Technischen und Naturwissenschaften: Mechatronik, Computational Science and Engineering, Nanoscience and -technology, Pervasive Computing, ferner Chemical Design and Process Development; fakultätsübergreifend: Informations- und Kommunikationssysteme. Der Entwicklungsplan der JKU 2013-2018 behält weitgehend die Schwerpunkte bei und clustert sie nach einem Prozess der Weiterentwicklung in die Exzellenzfelder
+ Computation in Informatics and Mathematics
+ Management & Innovation
+ Mechatronics and Information Processing
+ Nano-, Bio- and Polymer-Systems: From Structure to Function
+ Soziale Systeme, Märkte und Wohlfahrtsstaat
+ Unternehmensrecht

 

2006 startet der Aufbau des neuen Forschungsschwerpunkts Polymerchemie im Fachbereich Chemie und dessen Erweiterung um die Kunststofftechnik, die im Zuge der Standortverlagerung der österreichischen Forschungszentrale des Kunststoffproduzenten Borealis nach Linz und mit erheblicher Unterstützung des Landes OÖ. und oö. Unternehmen rasch erfolgen. Den bestehenden Instituten wird 2007 ein spezielles für Polymerchemie hinzugefügt. Im selben Jahr vereinbart die JKU gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben eine langfristige Kooperation in Forschung und Lehre mit dem Petroleum Institute in Abu Dhabi, die Jahre später (2013) bilateral mit diesem erneuert und erweitert wird. 2009 folgt die Errichtung von vier Kunststofftechnik-Instituten und die Entwicklung von drei Kunststofftechnik-Studien an der JKU.

 

Der Bauteil I des Science Park, in der die Institute der Mechatronik einziehen, wird 2009 feierlich eröffnet. Im selben Jahr erfolgt der Spatenstich der Bauabschnitte II und III. Der Bauteil II (Inbetriebnahme 2011) beherbergt die Institute der Mathematik, Kunststofftechnik, Statistik und externe Forschungseinrichtungen und der Bauteil III (2012) jene der Informatik und Wirtschaftsinformatik. Die bauliche Erweiterung am Campus wird mit einem Zubau für eine moderne Zentralbibliothek der Rechtswissenschaften beim sanierten Juridicum fortgesetzt (2010), weiters aufgrund der stark wachsenden Studierendenzahl mit einem Zubau an die Mensa (2012). Der Erweiterungsbau für das RISC in Hagenberg wird 2013 fertiggestellt und eröffnet.

 

Nach mehreren vergeblichen Anläufen im 19. Jhdt. und einem abgewiesenen neueren Linzer Vorstoss Anfang der 1970er Jahre wird 2008 - nach einer Resolution des Landtags an die Bundesregierung 2006 - neuerlich eine große Initiative von der Ärzteschaft gemeinsam mit dem Land OÖ. und der Stadt Linz gestartet, um eine medizinische Universität oder Fakultät zu etablieren. Aus einer längeren Diskussion entsteht 2012 das dem Wissenschaftsministerium unterbreitete "Linzer Modell einer Medizinischen Fakultät an der JKU", das eine beträchtliche oö. Beteiligung an der Startfinanzierung vorsieht. Als Forschungsschwerpunkte sind die klinische Altersforschung sowie die Versorgungsforschung geplant, wodurch vorhandene Forschungspotentiale der JKU genützt würden. Drei große Linzer Krankenhäuser sollen zur Universitätsklinik fusioniert und ein eigenes Fakultätsgebäude hochgezogen werden. Anfang Dezember 2013 beschließen Universitätsrat und Senat die formale Gründung. Die maßgebliche Entscheidung des Bundesgesetzgebers wird im Februar 2014 erwartet.

 

F.d.I.v.: JKUarchiv