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work-life-balance & Wissenschaft - ein Widerspruch

Beschreibung: Tagungsband zur Fachtagung "work-life-balance & Wissenschaft - ein Widerspruch?" am 10. und 11. März 2005 an der Universität Linz, LitVerlag, Reihe Gender-Diskussion, 2006

Herausgeberinnen: Maria Buchmayr, Julia Neissl

Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem gewinnt mit der Verankerung der Strategie Gender Mainstreaming innerhalb der Organisation Universität zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Verteilung der Reproduktionsarbeit im privaten Bereich stellt eine zentrale Frage hinsichtlich der Gleichstellung von Frauen und Männern im wissenschaftlichen System dar. Zur Erreichung von Geschlechterdemokratie im beruflichen Alltag sind Maßnahmen, Arbeitsbedingungen und Strukturen vonnöten, die die optimale Vereinbarkeit von beruflichen Engagement und Karrierebestrebungen mit einem ausgefüllten Privatleben zulassen. Die Thematik der Vereinbarkeit, insbesondere im Sinne von Reproduktionsarbeit, wird bis heute großteils in Bezug auf Frauen diskutiert.
Dies spiegelt sich in zahlreichen Vereinbarkeitsmodellen wider, die sich an Frauen richten. Maßnahmen zur Vereinbarkeitsförderung, die sich fast ausschließlich an Frauen richten, tragen letztlich zur Reproduktion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung bei. Moderne Managementinstrumente und Unternehmenskonzepte, die dieser klaren Zuteilung entgegenwirken, sind unerlässlich.

Gerade im wissenschaftlichen Bereich, unabhängig von Geschlecht, Disziplin und Hierarchie, gestalten sich die Grenzen zwischen bezahlter Arbeitszeit und Freizeit als fließend. In diesem Zusammenhang ergeben sich gerade im universitären Umfeld Zeitkonflikte für Menschen mit Betreuungspflichten, auch deswegen, weil diese ausgedehnten Arbeitszeiten im Bereich der wissenschaftlichen Tätigkeiten nicht als "Überstunden" definiert werden, ein verbindlich existierender Zeitrahmen für die zu tätigende Arbeit wird von WissenschafterInnen häufig nicht definiert. Die optimale Vereinbarkeit von Privatleben und Berufsleben wird dadurch erschwert, häufig sind es die Frauen, die schließlich zugunsten der Familiengründung, die eigene wissenschaftliche Karriere zurückstecken.

Der Tagungsband beinhält Beiträge von renommierten ExpertInnen zur Frage der Vereinbarkeit, der Ausgewogenheit zwischen beruflichem Engagement und einem qualitativ hochwertigen Privatleben, work-life-balance, sowohl in universitären, wissenschaftlichen Kontexten, als auch in außeruniversitären, wirtschaftlichen Zusammenhängen. Beleuchtet wird zudem die Situation von Wissenschafterinnen in den Beitrittsländern zur Europäischen Union, die gerade im wissenschaftlichen Bereich mit, im Vergleich zu österreichischen und deutschen Strukturen, unterschiedlichen Rahmenbedingungen konfrontiert sind.

Die Herausgeberinnen:
Maria Buchmayr, Mag.a, ist Koordinatorin an der Stabsabteilung für Gleichstellungspolitik der JKU
Julai Neissl, Dr.in, Leiterin des gendup - Zentrum für Gender Studies und Frauenförderung der Universität Salzburg bis 2005