Sariciftcis Forschungsergebnisse haben schon mehrfach für Aufsehen gesorgt. So war er der Erste, der die sogenannten „Bulk Heterojunction Polymersolarzellen” beschrieb. Eine neue Perspektive in Sariciftcis Forschung stellt die chemische Energieumwandlung und Energiespeicherung mit Kohlenwasserstoffen dar, die Probleme der Energiespeicherung von Solarenergie einerseits und CO2-Emissionen anderseits gleichzeitig lösen kann.
Pionierarbeit an der JKU
Diese auch gesellschaftlich enorm bedeutenden Forschungsgebiete zeigen die Wichtigkeit der Exzellenzschwerpunkte, die von der JKU gesetzt werden. Gerade auf dem Gebiet der Energieforschung bietet die Linzer Universität den Wissenschaftern hervorragende Arbeitsbedingungen. Dadurch gelang es im Vorjahr, Prof. Sariciftci zu einem Verbleib an der JKU zu bewegen, obwohl fünf Universitäten aus Europa und Asien den Forscher zu einem Wechsel bewegen wollten.
„Es ist gut, dass die JKU in Forschung zu erneuerbaren Energien investiert. Ich will die Forschung bei erneuerbarer Energie auf Weltklasseniveau betreiben. Das ist hier möglich“, sagte Sariciftci. Der Preis sei „eine wunderbare Auszeichnung. Er bestätigt auch die tolle Arbeit, die in Linz geleistet wird. Ich habe mich enorm gefreut“, strahlte der Forscher bei der Verkündung.
Zur Person
Niyazi Serdar Sariciftci, geboren 1961 in Anatolien, besuchte das österreichische St.-Georgs-Kolleg in Istanbul. Er studierte Physik an der Uni Wien, forschte beim späteren Chemie-Nobelpreisträger Alan Heeger an der University of California, Santa Barbara, und hat seit 1996 den Lehrstuhl für Physikalische Chemie an der JKU inne. Dort gründete er das Linzer Institut für organische Solarzellen (LIOS), das weltweit zu den führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der organischen Solarzellen zählt. Forschungs¬schwerpunkt ist die Photophysik und Photochemie organischer Halbleiter. Insbesondere beschäftigt sich das Institut mit der Herstellung, Optimierung und Charakterisierung von organischen photovoltaischen Solarzellen. Mit Erfolg: Das Forschungsteam unter der Leitung von Sariciftci hat nicht nur bereits organische Plastiksolarzellen entwickelt, sondern hat es auch geschafft, Wind- und Sonnenenergie in künstliches Erdgas umzuwandeln und so speicherbar zu machen.
In einem internationalen Ranking der weltweit besten Materialwissenschafter war Sariciftci 2011 der einzige Vertreter einer österreichischen Universität - auf Platz 14.
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Wittgenstein-Preis 2012 geht an Prof. Sariciftci von der JKU
[12.06.2012] Der Weltklasse-Forscher Niyazi Serdar Sariciftci, Professor für Physikalische Chemie an der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz, ist am Dienstag, 12. Juni 2012, von Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle und Wissenschaftsfond-Präsident Christoph Kratky mit dem Wittgenstein-Preis 2012 ausgezeichnet worden. Prof. Sariciftci wurde damit für seine bahnbrechenden Forschungen im Bereich der organischen Halbleiter geehrt. Die Arbeits des JKU-Forschers wird damit in den kommenden fünf bzw. sechs Jahren mit jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro gefördert werden. Er setzt damit den Erfolg der JKU fort, denn auch 2009 hatte mit Prof. Gerhard Widmer vom Institut für Computational Perception ein JKU-Wissenschafter den Wittgenstein-Preis erhalten. Der Wittgenstein-Preis ist Österreichs höchstdotierter und prestigeträchtigster Wissenschaftspreis, der seit 1996 durch den FWF vergeben wird.

