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Neue FWF-Förderungen für zwei JKU-Professoren

Der Wissenschaftsfonds FWF investiert 43,4 Mio. € in die nachhaltige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Spitzenforschung am Wissenschaftsstandort Österreich. Neue Förderungen erhalten u.a. Prof. Gerhard Larcher vom Institut für Finanzmathematik und Prof. Peter Hinterdorfer vom Institut für Biophysik an der JKU.

In der abschließenden Kuratoriumssitzung 2013 des Wissenschaftsfonds wurden zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Österreich fünf neue Doktoratskollegs (DKs) sowie zwei neue Spezialforschungsbereiche (SFBs) bewilligt (20,7 Mio. €). Die neuen SFBs und DKs sind mit Bewilligungsvolumina von 5,3 Mio. € bis 1,8 Mio. € die „Königsklasse“ der diesjährigen FWF-Bewilligungen, denn sie ermöglichen bei einer Laufzeit von zunächst vier Jahren, den Aufbau von Top-Forschungsteams, die sich großteils aus jungen DoktorandInnen und Postdocs zusammensetzen. Mit den nunmehr bewilligten neuen SFBs und DKs werden auf Projektbasis für eine Dauer von vier Jahren rund 100 Projektstellen zusätzlich für junge WissenschafterInnen in Österreich geschaffen.
„Die Arbeit talentierter NachwuchsforscherInnen sowie exzellenter GrundlagenforscherInnen bringen die Wissenschaft wesentlich voran. In ihr stecken auch die Durchbruchsinnovationen von morgen. Daher steigern wir gezielt die Anzahl von NachwuchswissenschafterInnen in der Spitzenforschung. Der FWF sichert dabei durch sein internationales Evaluierungssystem die Vergabe im harten Wettbewerb nach Kriterien herausragender Leistung und Qualität. Wer beim FWF Mittel eingeworben hat, gehört jedenfalls zur wissenschaftlichen Spitze des Landes“, so Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle.

Quasi-Monte Carlo Methoden
Zu den neu bewilligten Spezialforschungsbereichen zählt auch das Projekt „Quasi-Monte Carlo Methoden: Theorie und Anwendungen“ von Prof. Gerhard Larcher vom Institut für Finanzmathematik an der JKU. Unter dem Begriff “Quasi-Monte Carlo (QMC-) Methoden” werden alle Methoden verstanden, in denen sorgfältig ausgewählte deterministisch erzeugte Folgen (quasi-Zufalls-Folgen) auf der Basis hochentwickelter und geeignet konstruierter Modellierungsumgebungen für Simulationen eingesetzt werden, um quantitative Informationen in verschiedensten Anwendungsbereichen gewinnen zu können. Larchers Forschungsgruppe ist weltweit führend auf diesem Gebiet. "Prinzipiell werden diese Methoden zur Simulation und damit zur Analyse komplexester Vorgänge etwa in Physik, Technik, Wirtschaftswissenschaften, Finanzmathematik, Medizin, Biologie usw. eingesetzt. Hier wird mithilfe tiefliegender mathematischer Methoden, besonders aus den Bereichen Zahlentheorie, Algebra und Kombinatorik, eine wesentlich subtilere Vorauswahl zu simulierender Szenarien getroffen, sodass in schnellerer Zeit präzisere Simulationsresultate erzielt werden können“, erläutert Larcher. In seinem Forschungsprojekt soll die Theorie der quasi-Monte Carlo Methoden wesentlich weiterentwickelt werden, unter anderem auch dadurch, dass versucht werden soll, einige der großen noch offenen theoretischen Probleme in diesem Bereich zu lösen. Die entwickelten theoretischen Methoden werden dann vor allem in Anwendungen aus dem Bereich der Finanzmathematik getestet und eingesetzt.

Nano-Analytik von zellulären Systemen
Prof. Peter Hinterdorfer vom Institut für Biophysik wurde das Doktoratskolleg für das Projekt „Nano-Analytik von zellulären Systemen (NanoCell)“ bewilligt. Das wissenschaftliche Ziel dieses Graduiertenkollegs ist es, Einblick in die Dynamik und die molekulare Ebene davon zu gewinnen, wie zelluläre Moleküle auf der Zellmembran-Oberfläche spezisch erkannt werden, wie sie sich in molekulare Assoziate organisieren und wie zelluläre Prozesse wie Membran-Transport und –Motilität im Detail initialisiert und durchgeführt werden. Hauptaufgabe wird sein, den Bogen von der molekularen Erkennung und strukturellen Veränderung bis hin zu Membran-Transport und –Motilität zu spannen. „Da das Projekt Forschung an der Frontlinie in der Lebens- und Zell-Nanowissenschaft beinhaltet, wird es in vielen wissenschaftlichen und technologischen Bereichen Anwendung finden, wie in der Biophysik, Zellbiologie, Nanotechnologie, angewandten und theoretischen Physik, bio-organischen und anorganischen Chemie, Struktur- und Molekular-Biologie, in der mathematischen Modellierung und im wissenschaftlichen Computing. Daher soll es den Doktoratsstudierenden fundamentale Grundlagen für ein dauerhaftes berufliches Wachstum zur Verfügung stellen“, erklärt Hinterdorfer.

 

[Esned Nezic]