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Europa altert: EU-Mitglieder forschen in wachsendem Netzwerk

Univ.-Prof. Winter-Ebmer
Univ.-Prof. Winter-Ebmer
Die Herausforderungen alternder Gesellschaften für Europa können künftig besser erforscht und bewältigt werden.

Die SHARE-Studie wurde auf weitere EU-Mitgliedsstaaten ausgedehnt, Koordinator für Österreich ist das Institut für Volkswirtschaftslehre der Johannes Kepler Universität. Das Wissenschafts- und Sozialministerium fördert das Projekt in der aktuellen siebenten Erhebungswelle (Jahre 2017 und 2018) mit rund 1,1 Millionen Euro.

„Europa wird zunehmend silberner. Und es sieht so aus, als würde sich dieser Trend auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Um die daraus resultierenden Konsequenzen bewältigen zu können, ist es wichtig, voneinander zu lernen“, erklärt der zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis. „Unser Ziel ist es deshalb, sowohl länderspezifische als auch ländervergleichende Forschungsergebnisse zu fördern, um auf dieser Grundlage die Zusammenarbeit und politisches Handeln zu erleichtern. Die SHARE-Studie leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“

Tatsachen statt Emotionen

26 EU-Staaten sowie die Schweiz und Israel forschen aktuell im Netzwerk. Viele Länder vergrößern ihren jeweiligen Stichproben, um spezifische Fragestellungen detailliert untersuchen zu können und damit ein besseres Verständnis für die konkreten nationalen Herausforderungen der Alterung zu bekommen. „Das Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung über die zunehmende Alterung ist oftmals Auslöser von emotional geführten Debatten. Es ist enorm wichtig, dass diese Debatten und daraus resultierende politische Entscheidungen nicht auf Emotionen, sondern auf Tatsachen basieren“, unterstreicht Univ.-Prof. Rudolf Winter-Ebmer, Vorstand des Instituts für Volkswirtschaftslehre, die Notwendigkeit der Studie.

Die Daten stehen interessierten WissenschafterInnen auf der ganzen Welt kostenlos zur Verfügung und werden bereits seit langem intensiv genutzt: Jede Woche werden etwa zwei Publikationen veröffentlicht, die auf den Untersuchungen basieren. Sie umfassen ökonomische sowie gesundheits- und sozialwissenschaftliche Themen von der Altersvorsorge über aktives Altern bis hin zur Pflegesituation am Ende des Lebens.


Über SHARE

Der Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (kurz: SHARE) ist eine multidisziplinäre Längsschnittstudie zur Erforschung sozialer, wirtschaftlicher und gesundheitlicher Situationen alternder Menschen in Europa. 2004 wurde mit den Erhebungen in der Altersgruppe 50 plus begonnen, mittlerweile wurden rund 123.000 Menschen in mehr als 293.000 Interviews befragt.


Weitere Infos: www.share-austria.at

[Tobias Prietzel]