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Studie: Offenheit macht sich für Start-ups bezahlt

Gegenhuber (r.) und Dobusch
Gegenhuber (r.) und Dobusch
Wie Start-ups Offenheit als strategisches Instrument nutzen können, um sich am Marktplatz zu etablieren, hat die JKU gemeinsam mit der Uni Innsbruck untersucht.

Junge Unternehmen, die sich den Prinzip ein von „Open Strategy“ verschreiben, erhalten mehr Aufmerksamkeit und wirken vertrauenswürdiger. Zu diesem Schluss kommen JKU-Doktorand und Stipendiat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Thomas Gegenhuber (Institut für Organisation), und Univ.-Prof. Leonhard Dobusch (Universität Innsbruck). Ihre Forschungsergebnisse haben sie in der international renommierten Fachzeitschrift "Long Range Planning" veröffentlicht.

Über einen Zeitraum von vier Jahren beobachteten Gegenhuber und Dobusch die Internet-Präsenz des Berliner Unternehmens „mite“, das ein Online-Tool für Zeitmanagement entwickelt hat, und des Anbieters von Social-Media-Management-Tools „Buffer“ mit Sitz in San Francisco und österreichischen Wurzeln. Beide Unternehmen setzen seit ihrer Gründung auf Offenheit in ihren Strategiefindungsprozessen. Ein zentrales Kommunikationsinstrument mit der Außenwelt sind Blogs, die auch die Möglichkeit zum Austausch und Diskussion mit Usern bieten.

Transparenz, Dialog und Partizipation

Die beiden Start-ups setzten zur Umsetzung ihrer offenen Strategie im Wesentlichen auf drei Aspekte: die transparente Kommunikation von relevanten Informationen, den Dialog mit UserInnen und ihre Einbindung in Entscheidungsfindungen. Das Unternehmen „mite“ beispielsweise ließ regelmäßig ihre BenutzerInnen und Benutzer über neue Features in ihrem Tool abstimmen. „Buffer“ ging sogar so weit, die Gehälter aller MitarbeiterInnen offenzulegen.

Beiden gemeinsam ist, dass auch Fehler und Ausfälle öffentlich gemacht wurden. „Nachdem wir diese Vorgehensweisen festgemacht hatten, galt es für uns die Frage zu klären: Und was bringt das?“, so Gegenhuber und Dobusch. Antworten auf diese Frage fanden die Wissenschafter in den Reaktionen von UserInnen in Kommentaren und in Presseberichten.

Positive Reaktionen
Die Blog-LeserInnen und Medien reagierten positiv auf die Transparenz. Unternehmen profitieren davon auf mehreren Ebenen: Ein Vorteil ist, dass sie das Feedback von KundInnen nutzen können, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu optimieren. Darüber hinaus hat Offenheit eine fördernde Wirkung auf die soziale Akzeptanz am Marktplatz: „Start-ups haben oft mit Vertrauensbildung und Legitimierung der Qualität ihres Angebotes zu kämpfen. Auch Fehler oder Misserfolge offenzulegen, sorgt für positive Reaktionen“, erklären die Forscher. Da Offenheit noch immer Mangelware ist, können Start-ups den Überraschungseffekt nutzen, um für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen.

Link zum Originalbeitrag: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0024630116301194
Weitere Infos zum Thema Open Strategy: http://openstrategynetwork.com/bibliography

[Tobias Prietzel]