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Inhalt:

"Tag der Politischen Bildung" an der JKU

Diskussion
Das Thema Politische Bildung sowie die Zukunft dieses Masterstudiums stand im Mittelpunkt des "Tages der Politischen Bildung." Nach einer Begrüßung durch Marcus Gräser als Vorstand des Instituts für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte folgten Grußworte je eines Vertreters von Land OÖ (Günter Brandstetter, Direktion Bildung, Referat Erwachsenenbildung) und Stadt Linz (Kulturdirektor und Universitätsrat Julius Stieber) sowie Johann Bacher als Dekan der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Bei den beiden letztgenannten Rednern kam der Wunsch – respektive das Bestreben – zum Ausdruck, das Masterstudium „Politische Bildung“, das derzeit nur durch finanzielle Unterstützung durch Stadt und Land in dieser Form möglich ist, mittels Leistungsvereinbarung mit dem zuständigen Ministerium in die Regelfinanzierung der Universität zu übernehmen.

Thomas Hellmuth leitete sein Impulsreferat mit der – erst rhetorisch anmutenden – Frage ein, ob politische Bildung akademisch geschultes Personal brauche. Durch den Hinweis auf die in Österreich gängige Auffassung, wonach Politische Bildung als parteipolitische Angelegenheit eingeschätzt werde, gewannen sowohl seine Charakterisierung von Mündigkeit als Fähigkeit zur Selbstreflexion, als auch die Darstellung der didaktischen Fähigkeiten, die politische BildnerInnen zu der Vermittlung bedürfen, an Schärfe.

Unterricht gefordert
Von zentraler Bedeutung dafür sei nicht nur ein Ausbau der Aus- und Weiterbildung, sondern die Schaffung eines eigenen Unterrichtsfachs „Politische Bildung“, ohne das diese weiterhin eine periphere Angelegenheit des Geschichtsstudiums bliebe, während sie in Deutschland eine eigene Wissenschaft sei.
Anschließend demonstrierte der Politikwissenschaftler Anton Pelinka dem Publikum anhand einiger Beispiele den Daseinszweck Politischer Bildung als Mittel zur Dekonstruktion falschen Wissens. Dabei habe sie jedoch Politik nicht wie sie sein sollte, sondern in ihrer empirisch vorfindlichen Gestalt zu vermitteln. Dies bedeute jedoch nicht, dass lediglich Fakten akkumuliert und weitergegeben werden: Politische Bildung ist orientiert an und angetrieben von basalen Werten der Aufklärung. Pelinka warnte aber davor, aus idealistischen Impulsen heraus die Wirklichkeit nach utopischen Konzepten gezielt modellieren zu wollen. Auch die Menschenrechte selbst sind zwar ein Axiom Politischer Bildung, aber paradoxerweise historisch wandelbar. Pelinka verwies – ungeachtet allen fort bestehenden Übels – auf einen Fortschritt im menschlichen Umgang, der gewisse Formen der Unterdrückung nicht mehr unwidersprochen zulasse, was zumindest teilweise Politischer Bildung zu verdanken sei.

Rege Diskussion
Unter reger Beteiligung des Publikums (darunter Ulrike Schwarz, LtAbg; Fritz Bauer, Hochschulrat PH OÖ; Christoph Tanzer, Mitbegründer von POLK; Patrick Danter, sapere aude; Andreas Wahl, FRO und moderiert von Carola Iller) diskutierten die TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion über die einhellige Forderung, Politische Bildung als eigenes Unterrichtsfach zu etablieren. Das Ergebnis: Politische Bildung sei kein Allheilmittel gegen alles Übel, aber sie trage zum Ziel bei, die Hegemonie offener, diskursfähiger Menschen mit zivilisierten Emotionen zu erreichen.
Im Juli wird ein Magazin zur Veranstaltung erscheinen, nachzuhören ist die Veranstaltung auf http://cba.fro.at.

Alle Infos zur Veranstaltung: http://www.jku.at/ifz/content/e156973


Podiumsrunde (von l. n. r.): Dr. Wilhelm Achleitner (Erwachsenenbildungs-Forum in OÖ), Assoz.Prof. Thomas Hellmuth (Universität Salzburg), Thekla Hass (Studienrichtungsvertretung Politische Bildung, JKU), Dr. Julius Stieber (Kulturdirektor Linz, Universitätsrat der JKU), Mag. Julia Ilger (BMBF, Abt. Politische Bildung), Prof. Anton Pelinka (Central European University, Budapest)

[Christian Savoy]