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JKU-Studierende besonders gründungsfreudig

Prof. Kailer
Studierende der JKU wurden hinsichtlich ihrer Karriereabsichten, Gründungsintention, geplanter Gründungen und ihrer konkreten unternehmerischen Aktivität neben dem Studium befragt. An der Online-Erhebung nahmen bis Anfang 2014 insgesamt 669 JKU-Studierende (österreichweit 4.220) teil, durchgeführt wurde die Studie vom Insitut für Unternehmensgründung und Unternehmensentwicklung (Vorstand: Prof. Norbert Kailer).

60% der antwortenden Studierenden der JKU sind 26 Jahre oder jünger. Ein Drittel befindet sich im Bachelorstudium, 7% bereits im Doktoratsstudium. Zwei Drittel sind Frauen. Knapp 30% der Eltern der antwortenden Studierenden sind selbständig. Etwa die Hälfte hat UnternehmerInnen im engen Freundeskreis.

Überdurchschnittlich viele UnternehmerInnen
Die Studie bestätigt das Ergebnis früherer Erhebungen: Die Karriereabsichten verändern sich im Laufe der Berufstätigkeit erheblich. Mit dem Erwerb von Praxis- und Branchenerfahrung nach dem Studium nimmt die Attraktivität der Karriereoption Selbständigwerden markant zu.

Direkt nach Studienabschluss möchten drei von vier Studierenden eine unselbständige Tätigkeit aufnehmen: ein Drittel in einem Klein- und Mittelbetrieb (bis 250 Mitarbeiter), 18% in einem Großunternehmen, 6% in einer Non-Profit-Organisation; ein Viertel im öffentlichen Dienst (z.B. RichterIn, LehrerIn), 8% wollen im Hochschulbereich tätig sein, 4% möchten zu diesem Zeitpunkt selbständig sein.
Eine markante Verschiebung zugunsten der Option Selbständig werden zeigt sich in der Perspektive „5 Jahre nach Studienabschluss“. 19% der JKU-Studierenden wollen zu diesem Zeitpunkt unternehmerisch tätig sein (meist im Rahmen eines eigenen Start-Ups).

Von den Studierenden, die zuerst Berufserfahrung in einem Klein- und Mittelbetrieb sammeln wollen, möchte über ein Viertel in einem KMU verbleiben, ebenfalls über ein Viertel möchte jedoch einige Jahre später ein eigenes Unternehmen gründen.
Von den Studierenden, die in ein Großunternehmen eintreten wollen, beabsichtigt fast die Hälfte, auch fünf Jahre später noch in einem solchen tätig zu sein.
Jedoch haben 79% der Studierenden, die gleich nach dem Studium selbstständig sein möchten, die Absicht, dies auch fünf Jahre später noch zu sein.

Werbung und Consulting beliebte Branchen
Fast die Hälfte der Studierenden in Gründungsplanung schätzt ihren Eigenkapitalbedarf auf 10.000 Euro oder weniger ein, 9% auf mehr als 100.000 Euro. Anzumerken ist allerdings, dass die Hälfte der Befragten in Gründungsplanung ihren Eigenkapitalbedarf noch nicht einschätzen kann.

Ein Drittel der geplanten Unternehmen der JKU-Studierenden soll im Bereich Informations- und Komunikationstechnologie entstehen, 11% im Bereich Werbung, Marketing und Design, 11% im Consulting, 7% im Gesundheitsbereich, 7% in Architektur/Ingenieurswesen.
Die Branchenverteilung ist bei den bereits aktiven studentischen UnternehmerInnen ähnlich.

69% der JKU-Studierenden in Gründungsplanung streben eine Gründung im Team an (AUT: 63%). Ihre GründungspartnerInnen sind auch vergleichsweise häufiger aus dem Universitätsumfeld selbst (JKU: 40%, AUT: 28%).

JKU bedient Bedarf
21% der antwortenden JKU-Studierenden (AUT: 16%) haben eine oder mehrere Veranstaltungen zum Thema Unternehmensgründung besucht. 3,6% der antwortenden JKU-Studierenden (AUT: 2,6%) belegen Entrepreneurship als Vertiefungs- oder Spezialisierungsfach.
„Hochschulen, die einen Fokus auf Entrepreneurship Education legen, können höheres Gründungsinteresse und auch ausgeprägtere Gründungsaktivitäten verzeichnen. Insbesondere der Kontakt zu unternehmerisch aktiven Studierenden und Alumni, praxisorientierte Lehre unter Einbeziehung von UnternehmerInnen und Gründungshelfern und fakultäts- und hochschulübergreifende Netzwerkaktivitäten sind zentrale Erfolgsfaktoren, um das Interesse der Studierenden an der Karriereoption Selbständigwerden zu steigern und Gründungsplaner wirksam zu unterstützen", erläutert Prof. Kailer das Ergebnis.

Die zugrundeliegende GUESSS Länderstudie Österreich wurde vom Institut für Unternehmensgründung und Unternehmensentwicklung der Johannes Kepler Universität Linz durchgeführt und durch den Gründerservice der Wirtschaftskammer Österreich, durch das WIFI Österreich und die Landesregierung OÖ unterstützt.

[Christian Savoy]