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Inhalt:

Die Zukunft des Bildungsmarketings - Lebenslanges Lernen in OÖ

Prof. Iller
Für Aus- und Weiterbildung der OberösterreicherInnen werden durch das Bildungskonto des Landes Oberösterreich jährlich rund 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Auch die JKU beteiligt sich neben dem Land OÖ und anderen Institutionen an dieser Initiative.

Was bedeutet Bildung für die Lebensstile der Zukunft? Was motiviert Menschen, an Bildungsveranstaltungen teilzunehmen? Wie müssen neue Bildungsformate aussehen? Mit diesen zentralen Fragen beschäftigte sich 2013 das Projekt zur "Zukunft des Bildungsmarketings unter Berücksichtigung des Bildungsmilieus und der Bildungsbeteiligung".
      
Lebensstilgruppen und ihre besonderen Bildungsbedürfnisse
Unter wissenschaftlicher Begleitung durch das Institut für Pädagogik und Psychologie, Prof.in Dr.in Carola Iller, nahmen im Jahr 2013 elf Mitgliedseinrichtungen des Erwachsenenbildungs-Forums Oberösterreich an einer Erhebung der Bildungszielgruppen sowie an einem Zukunftsworkshop teil.
Die Studie wollte herausfinden, in welchen Merkmalen sich Menschen in ihren Zugängen zur Bildung unterscheiden und welche Konsequenzen sich daraus für ein zukunftsorientiertes Bildungsmarketing ergeben. Ausgangspunkt war dabei, dass sich die zunehmende Vielfalt der Gesellschaft am besten durch „Lebensstilgruppen“ (Soziale Milieus) beschreiben lässt. Diese unterscheiden sich auch in ihrem Bildungsverständnis (z.B. Bildung zur sozialen Vernetzung, Bildung als Strategie im Umgang mit den Ungewissheiten, Bildung als Freizeitangebot, etc.). Wie kann es nun gelingen, Bildung so zu gestalten, dass Menschen sie in jedem Lebensabschnitt als bereicherndes Lebensstilelement wahrnehmen und nachfragen?
ExpertInnen und TeilnehmerInnen waren sich einig: Sie brauchen differenzierte, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Erhebung zählt: Ein attraktives Bildungsimage muss sowohl Hemmschwellen und Bildungsängste der bildungsfernen Menschen, als auch den Bildungsdünkel der Gebildeten abbauen. Bildung richtet dabei den Fokus weg von den Schwächen, dafür hin zur Wertschätzung der Kompetenzen, die jeder Mensch im Laufe des Lebens erworben hat.

Bildungsformate für morgen
Neue Bildungszielgruppen erfordern auch neue räumliche, zeitliche und methodische Bil-dungsformate, die sich an den Lebenswelten der Betroffenen orientieren: z.B. Bildungsangebote im Privatraum, Deutschkurse im Park, Bildungsfrühstück, oder -stammtische oder Lernen im Wellness-Ambiente. Lernfoyers, Lernläden oder Lernfeste können ebenfalls die Lust an der Weiterbildung wecken. Familien können mit parallelen Kursen für Eltern und Kinder verstärkt angesprochen werden. Sinnvoll könnte auch eine Querverbindung zu anderen sozialen Dienst-leistungen (z.B. Beratungsleistungen) sein.
Der zunehmenden Flexibilität der Menschen kann man mit kompakten Kursmodulen (wie Minikursen) oder mit der Zertifizierung von Einzelveranstaltungen (statt ganzen Kursen) Rechnung tragen.
Vor allem gewinnt persönliche Beratung einen immer höheren Stellenwert, um Menschen die Suche nach dem für sie „richtigen“ Bildungsangebot zu erleichtern.

Bildungsprogramme, Kursbeschreibungen, Veranstaltungseinladungen und dergleichen sind derart zu gestalten, dass sie die Bildungsmotive unterschiedlicher Lebensstilgruppen verstärkt ansprechen (z.B. Bildung als berufliche Chance, Bildung als Beitrag für ein gelingendes persönliches Leben, Bildung als Freizeitangebot, Bildung als Treffpunkt, Bildung als „Luxus“, den man sich gönnt).
Mit der Kooperation zwischen Oö. Zukunftsakademie, dem Erwachsenenbildungsforum OÖ, der Direktion Bildung und Gesellschaft und der Johannes Kepler-Universität gelang eine Verbindung von gesellschaftlicher Zukunftsforschung und zukunftsorientiertem Bildungsmarketing.

[Christian Savoy]