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Unibudget 2016-18: Offensive für technologische Forschung an der JKU

Unibudget 2016-18: Offensive für technologische Forschung an der JKU
Die Johannes Kepler Universität stellt den Führungsanspruch bei technologischer Forschung. Hier wurde die österreichische Informatik begründet. Die JKU ist auch die Wiege der Wirtschaftsinformatik und der Mechatronik. Damit war die JKU schon bei der Weiterentwicklung des Industrie 3.0-Standards führend in Österreich. Die nun angesagte 4. industrielle Revolution (Stichwort: Industrie 4.0) wird durch digital völlig durchdrungene Produktionssysteme den technologischen Fortschritt stark beschleunigen. Will Oberösterreich hier mithalten, braucht es eine starke Offensive für die JKU. In den nächsten Wochen stehen die Verhandlungen für das Universitätsbudget an. Zu diesem Thema haben Dr. Wolfgang Eder, CEO der voestalpine und Beiratsvorsitzender des LIT, Mag. Angelika Sery-Froschauer, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer OÖ, Dr. Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung OÖ und Univ.Prof. Dr. Meinhard Lukas, design. Rektor der Johannes Kepler Universität heute eine klare Stellung bezogen.

Die Johannes Kepler Universität stellt den Führungsanspruch bei technologischer Forschung. Hier wurde die österreichische Informatik begründet. Die JKU ist auch die Wiege der Wirtschaftsinformatik und der Mechatronik. Damit war die JKU schon bei der Weiterentwicklung des Industrie 3.0-Standards führend in Österreich. Sie hat damit wesentliche Impulse für die OÖ Industrie gesetzt.

Die nun angesagte 4. industrielle Revolution (Stichwort: Industrie 4.0) wird durch digital völlig durchdrungene Produktionssysteme den technologischen Fortschritt stark beschleunigen. Der Schlüssel zu intelligenten Produktionssystemen der Zukunft liegt in der Verschränkung von Informatik und der Mechatronik. Will Oberösterreich hier mithalten, braucht es eine starke Offensive für die JKU – ähnlich wie bei der Gründung der Linzer Universität vor fast 50 Jahren oder bei der Etablierung der Mechatronik in den 1990er Jahren.

Gezielte Schwerpunktsetzung bei Vergabe der Bundesmittel

In den nächsten Wochen entscheidet sich die Budgetzuteilung an die Universitäten für die kommenden drei Jahre (2016 – 2018). Gerade weil die Mittel des Wissenschaftsressorts begrenzt sind, bedeutet dies eine wesentliche Weichenstellung: Müsste die JKU bei der technologischen Forschung drei Jahre aussetzen, droht nicht nur dem Wissenschafts-, sondern auch dem Wirtschaftsstandort Stagnation. Eine Stagnation während revolutionärer technologischer Entwicklungen würde im Ergebnis einen gewaltigen Rückschritt bedeuten.

Es braucht eine mutige Entscheidung der Politik, einen budgetären Schwerpunkt auf Produktionsprozessforschung am Standort OÖ zu legen. Hier sind die Kernkompetenzen bereits vorhanden. Oberösterreich ist das Industriebundesland Nummer 1 mit einer starken Zulieferindustrie. Die JKU muss weiterhin der Schrittmacher der technologischen Entwicklung sein und hat auch alle Voraussetzungen dafür.

LIT als führendes Zentrum für Produkt- und Produktionsprozessforschung an der JKU
Die JKU hat jüngst die Gründung des Linz Institute of Technology (LIT) angekündigt. Dabei handelt es sich um ein internationales Lehr- und Forschungszentrum für Produkt- und Produktionsprozessforschung. An diesem Zentrum soll aufbauend auf die Bereiche Informatik, Mechatronik sowie Produktions- und Logistikmanagement an den intelligenten Produktionssystemen der Zukunft geforscht werden. Wesentlich dabei sind aber auch Innovationsmanagement und Technikfolgenforschung. Damit sind auch die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und die Rechtswissenschaften ein wichtiges Rückgrat für das LIT.

Dieser interdisziplinäre Ansatz lässt sich in Österreich nur an einer so breit aufgestellten Hochschule wie der JKU umsetzen. Um das Zentrum für Produkt- und Produktionsprozessforschung voranzutreiben, plant die JKU Aktivitäten wie:

− die Bewerbung um ein K1-Zentrum „pro2future“ im COMET-Programm der FFG
− die Bewerbung für drei FFG-Stiftungsprofessuren: Industrie 4.0, Nachhaltige Transportlogistik 4.0, Innovative Werkstoffe und Fertigungstechniken
− die Einrichtung eines Masterstudiums Lightweight Engineering and Design (verbunden mit der Einrichtung von zwei Lehrstühlen: Metallische Konstruktionswerkstoffe und Metallverarbeitung)
− die Einrichtung eines Lehrstuhls für Industriesoziologie zur Erforschung der Auswirkungen neuer Produktionsmethoden

Breite Unterstützung in OÖ
Der universitären Innovationskraft wird in OÖ große Bedeutung beigemessen. Industrie, Wirtschaft, Politik und Interessenvertretungen unterstützen geschlossen und mit Nachdruck den Ausbau der zukunftsorientierten Produktionsforschung an der JKU. Das Land OÖ unterstützt etwa das LIT jährlich mit 1 Mio. Euro. Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer hat auch gestern im Rahmen eines Zukunftsdialogs an der JKU angekündigt, eine OÖ Forschungsstiftung gründen zu wollen. Damit schafft das Land OÖ ein weiteres Förderinstrument, um seine Position im europäischen Forschungs- und Technologiewettbewerb zu fördern und zu stärken.

Nun ist auch der Bund gefordert. Er hat die Hauptverantwortung für die Finanzierung der Universitätent. Die JKU benötigt eine zusätzliche Dotierung von 4 Mio. Euro pro Jahr für den Ausbau der technologischen Forschung. Mit dieser gezielten Schwerpunktbildung investiert die österreichische Wissenschaftspolitik punktgenau in den technologischen Fortschritt und damit in die Zukunft des Standortes.
 
Dr. Wolfgang Eder, voestalpine-CEO, Beiratsvorsitzender des LIT: „Die Produktionsforschung muss dort ausgebaut werden, wo die Produktion stattfindet!“
Für die Industrie in Oberösterreich bedeutet die Gründung des Linz Institute of Technology (LIT) einen echten Meilenstein. „Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, die JKU Linz national und international wesentlich attraktiver für Studierende, Forscher und vor allem auch Industriekooperationen zu machen“, erklärt Dr. Wolfgang Eder, CEO der voestalpine AG und Beiratsvorsitzender des LIT. Aus Sicht der Unternehmen gebe es zwei zentrale Gründe, weshalb sich die Industrie so intensiv für den Ausbau der Forschungsinfrastruktur in Oberösterreich einsetzt. „Zum einen globalisiert sich die OÖ. Industrie mit Riesenschritten sowohl in der Produktion als auch in der Forschung. Wenn der Standort Oberösterreich weiterhin wettbewerbsfähig bleiben soll, braucht er eine zukunftsfähige Forschungs- und Hochschulinfrastruktur vor Ort. Fehlen hier die notwendigen Forschungs- und Ausbildungskapazitäten für die Themen der Zukunft, führt dies unweigerlich zur Erosion der Industrieproduktion und der damit verbundenen Arbeitsplätze“, betont Eder.
Zum anderen werde die Digitalisierung das gesamte Wirtschaftsleben und die Gesellschaft maßgeblich und mit hoher Dynamik verändern. Produktions- und Logistikprozesse werden sich weiterentwickeln, neue Geschäftsmodelle werden durch die Möglichkeiten der Digitalisierung entstehen. „Die OÖ. Industrie forciert daher den Ausbau der JKU Linz im MINT-Bereich und begrüßt die Gründung des LIT als Meilenstein für die Entwicklung der Universität. Wir brauchen wesentlich mehr MINT-Absolventen und einen weiteren Ausbau der Forschungskapazitäten, als uns derzeit in Oberösterreich zur Verfügung stehen“, so der Vorstandsvorsitzende der voestalpine.

KONZENTRATION DER FORSCHUNG WIRD ZUM PROBLEM
Den Ausbauwünschen der OÖ. Industrie im Forschungs- und Ausbildungsbereich steht allerdings die zunehmende Konzentration der Forschungsgelder auf die Bundeshauptstadt Wien entgegen. „Über Jahre hinweg wurden die Universitäts- und Forschungsbudgets prozentuell zur Größe der vorhandenen Infrastruktur nach dem Gießkannenprinzip verteilt“, erklärt Eder weiter: „Dadurch profitieren weiterhin jene am meisten, die jetzt schon am stärksten sind. Konkret wird dadurch die Lücke zwischen Wien und den übrigen Bundesländern immer größer.“
Gerade das Industriebundesland Oberösterreich sei davon besonders stark betroffen. Zum einen sei hier durch die vielen Produktionsbetriebe der Bedarf an MINT-Absolventen und Forschungseinrichtungen größer als in jedem anderen Bundesland, zum anderen verfüge Oberösterreich über eine sehr junge und im Vergleich zu Wien nach wie vor deutlich unterentwickelte Hochschullandschaft, womit eine bereits traditionelle Benachteiligung bei der Verteilung der Universitäts- und Forschungsbudgets verbunden sei. „Es ist höchste Zeit, dass die Konzentration der Forschungsgelder auf Wien ein Ende findet“, fordert daher Eder: „In Summe hat sie mittlerweile eine für ganz Österreich ungesunde Entwicklung genommen. Für die anderen Bundesländer und ganz besonders unser starkes Industrieland Oberösterreich ist diese Entwicklung ganz einfach inakzeptabel.“

PRODUKTIONSFORSCHUNG WIRD ZUKUNFTS-ASSET
Für den voestalpine-CEO und LIT-Beiratsvorsitzenden steht fest, dass die Produktionsforschung dort auf- und ausgebaut werden muss, wo die Industrieproduktion stattfindet – jedenfalls nicht in der Innenstadt von Wien. Schließlich würden die Technik- bzw. MINT-Absolventen in den Bundesländern – besonders aber in Oberösterreich – deutlich dringender benötigt als in der Bundeshauptstadt. „Die Gründung des LIT wird von der Industrie, dem Land Oberösterreich und der Stadt Linz kräftig unterstützt. Künftig muss diese Unterstützung auch vom Bund kommen“, fordert Eder: „Wir erwarten ein deutliches Signal des Bundes, dass die Produktionsforschung dort ausgebaut wird, wo Produktion stattfindet!“

Dr. Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der IV OÖ:
„Die Konzentration der F&E-Gelder des Bundes für Wien nimmt ungesunde Ausmaße an!“

Die neuesten von der Statistik Austria veröffentlichten Forschungszahlen für das Jahr 2013 fielen aus oberösterreichischer Sicht weitestgehend erfreulich aus: Gegenüber dem Jahr 2011 steigerte sich die F&E-Quote kräftig auf nunmehr 3,17 Prozent im Jahr 2013. Zu verdanken ist dieser Anstieg im Wesentlichen dem Unternehmenssektor, der seine Forschungsausgaben im gleichen Zeitraum um knapp 300 Mio. Euro gesteigert hat und damit mit Abstand auf Platz 1 im Bundesländervergleich liegt.
Deutlich unerfreulicher wird es hingegen für die oberösterreichische Forschungslandschaft, wenn man die Forschungsausgaben des Bundes in den Vergleich miteinbezieht. Das Forschungsbudget des Bundes (ohne Universitäten) betrug 2013 rund 2,4 Mrd. Euro – etwa 50 Prozent bzw. 1,2 Mrd. Euro blieben in der Bundeshauptstadt Wien, nur 205 Mio. Euro kamen nach Oberösterreich. „Wenn man bedenkt, dass im Jahr 2007 noch 800 Mio. Euro vom Bund an Forschungsprojekte und -einrichtungen in Wien ergingen und der Anstieg dieser Budgets innerhalb von sechs Jahren 50 Prozent betrug, schmerzt dies aus oberösterreichischer Sicht gewaltig“, erklärt dazu Dr. Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ): „Alleine die Steigerung um 400 Mio. Euro in Wien ist fast doppelt so groß wie die Gesamtsumme, die nach Oberösterreich überwiesen wird!“ Während es im selben Zeitraum in Oberösterreich einen Zuwachs von rund 100 Mio. Euro gegeben hat, war er in der Bundeshauptstadt etwa viermal so hoch. Legt man diese Bundesgelder für Forschung auf die Einwohnerzahlen um, so werden in Wien 687 Euro pro Kopf ausbezahlt, in Oberösterreich nur 144 Euro.
Dieses krasse Missverhältnis zeigt sich nicht nur beim Forschungsbudget des Bundes. Analysiert man die Forschungsförderung des FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung), verschlimmert sich die Schieflage noch weiter: 117,4 Mio. Euro bleiben in Wien, nur 8,3 Mio. werden in Oberösterreich ausbezahlt. Insgesamt gehen 58 Prozent der FWF-Gelder nach Wien. Ähnlich verhält es sich bei den EU-Forschungsprogrammen; 504 Mio. Euro bzw. 53 Prozent gehen nach Wien, nur 55,4 Mio. Euro bzw. 5,8 Prozent kommen nach Oberösterreich. Lediglich bei den Förderungen durch die FFG (Forschungsförderungsgesellschaft) befindet sich Oberösterreich dank starker Industrie auf Augenhöhe.
Die Hauptursache für diese immer einseitigere Verteilung ist in der überdimensional ausgebauten Universitätsinfrastruktur in Wien im Vergleich zu den Bundesländern zu finden.

Die Zahlen aus der nun auslaufenden Leistungsvereinbarung zwischen Bund und Universitäten für die Jahre 2013 bis 2015 untermauern dies eindrucksvoll: Vom insgesamt 7,4 Mrd. Euro schweren Uni-Budget des Bundes wurden mehr als 4 Mrd. Euro bzw. 55 Prozent unter den Wiener Universitäten aufgeteilt, magere 4,9 Prozent oder 367 Mio. Euro gingen nach Oberösterreich.
Wiederum umgelegt auf die Einwohnerzahlen der Bundesländer zahlt der Bund für die Universitäten jährlich 2.336 Euro in Wien aus, nur 262 Euro hingegen in Oberösterreich und 1.230 Euro in der Steiermark. „Vergleicht man die Leistungsvereinbarungen 2007 bis 2009 und 2013 bis 2015, so konnte alleine die Universität Wien einen Zuwachs von 284 Mio. Euro verzeichnen. Das entspricht beinahe dem aktuellen Gesamtbudget der JKU Linz in der Höhe von 310 Mio. Euro.“

AUFSCHREI DER BUNDESLÄNDER GEFORDERT
Der IV OÖ-Geschäftsführer stellt daher die Frage in den Raum, wo der Aufschrei der Bundesländer gegen diese immer stärker werdende Zentralisierung in Wien bei den so wichtigen Zukunftsthemen Forschung und Universitäten bleibt. Die Budget-Schere zwischen Wien und den Bundesländern geht immer weiter auseinander. Dieser Effekt der zunehmenden Zentralisierung verstärkt sich mit jedem neuen Budget, das nach dem Gießkannenprinzip mit vergleichbaren prozentuellen Steigerungen vergeben wird. Umso dringender sei daher die Unterstützung der Bundesminister Reinhold Mitterlehner und Alois Stöger gefordert, die diese zunehmende, für den Standort Österreich ungesunde Einseitigkeit durch Schwerpunktsetzungen in den Bundesländern eindämmen müssen. „In Oberösterreich muss die Produktionsforschung stark ausgebaut werden – dazu gibt es in den kommenden Monaten genügend Gelegenheiten“, betont Haindl-Grutsch abschließend.

Mag. Angelika Sery-Froschauer, Vizepräsidentin der WKO Oberösterreich:
Aufstieg in Champions-League der Wirtschaftsstandorte nur mit ausgebauter Johannes Kepler Universität möglich - WKOÖ fordert mehr Uni-Mittel vom Bund


Ziel des Landes Oberösterreich ist es, in die Champions-League der europäischen Wirtschaftsregionen aufzusteigen. Für diesen Aufstieg ist eine Verbesserung verschiedener Rahmenbedingungen erforderlich. „Ein zentraler Standortfaktor sind Hochschulen mit einem umfassenden und hochwertigen Lehr- sowie Forschungsangebot. Bei diesem Faktor hat Oberösterreich leider noch einen wesentlichen Aufholbedarf“, weist WKOÖ-Vizepräsidentin Angelika Sery-Froschauer auf ein wichtiges technologiepolitisches Handlungsfeld hin.

Unterdurchschnittliche Finanzierung von Universitäten und F&E durch den Bund
Die Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU) ist qualitativ sehr gut. Sie ist jedoch für den Bedarf der oö. Wirtschaft eindeutig zu klein. Die derzeitige Größe der Universität ist in erster Linie ein Ergebnis der geringen Finanzierung durch den Bund. Folgende Daten untermauern, dass Oberösterreich im Universitätsbereich von Bundesseite her extrem unterdurchschnittlich ausgestattet ist bzw. finanziert wird:

• Bezogen auf die Leistungsvereinbarung 2013 bis 2015 erhalten die oö. Universitäten lediglich 5 Prozent der Bundesausgaben für den Universitätssektor.
• Oberösterreich hat im Jahr 2013 Bundesmittel für den F&E-Bereich in der Höhe von 205 Mio. Euro erhalten. Das sind lediglich 8 Prozent der gesamten F&E-Bundesmittel. Oberösterreich liegt hier hinter den Bundesländern Tirol (273 Mio. Euro), der Steiermark (432 Mio. Euro) sowie Wien, wohin mit 1,2 Mrd. Euro exakt die Hälfte der insgesamt 2,4 Mrd. Euro F&E-Bundesmittel geflossen ist.

„Wenn man bedenkt, dass Oberösterreich das Industrie- und Exportbundesland Nummer 1 ist und damit wesentlich zur österreichischen Handelsbilanz beiträgt, ist es umso unverständlicher, dass der Bund Oberösterreich als wirtschaftlichen Eckpfeiler im Bereich der Zukunftsinvestitionen praktisch links liegen lässt“, so WKOÖ-Vizepräsidentin Sery-Froschauer. Dieses Problem der Benachteiligung Oberösterreichs existiert leider auch im Bereich der Fachhochschulen, wo nur ca. 13 Prozent der Studienplätze und FH-Bundesmittel nach Oberösterreich gehen.

Oberösterreich bei F&E-Ausgaben der Wirtschaft Spitze
Ganz anders ist die Situation bei den F&E-Ausgaben der Wirtschaft: Bei der Finanzierung der F&E-Ausgaben durch die Betriebe erreicht Oberösterreich mit 1,25 Mrd. Euro 27 Prozent an den österreichweiten F&E-Ausgaben des Unternehmenssektors. Oberösterreich liegt hier klar an der Spitze vor Wien mit 1,12 Mrd. Euro (24 Prozent) und der Steiermark mit 734 Mio. Euro (16 Prozent).

„Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass die F&E-Ausgaben in Oberösterreich zum weitaus überwiegenden Teil von den Unternehmen selbst finanziert werden und der Bund F&E-Ausgaben in Oberösterreich nur in äußerst geringem Ausmaß finanziert. Letzteres hängt ganz klar mit der wenig ausgeprägten Universitätsstruktur in Oberösterreich zusammen“, analysiert Sery-Froschauer.

WKOÖ fordert massiven Ausbau der JKU in technologischen Zukunftsfeldern
„Um die Zukunftschancen zu nutzen, muss das wissenschaftliche Know-how an der JKU zielgerichtet erweitert und damit eine größere wissenschaftliche Breite gesichert werden. Diese Kompetenzen müssen unter Berücksichtigung des künftigen Bedarfes in enger Abstimmung mit der Wirtschaft ausgebaut werden. Nur so kann die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandortes Oberösterreich gesichert werden“, plädiert Sery-Froschauer für einen JKU-Ausbau entsprechend den aktuellen und künftigen oö. Stärkefeldern.

Die WKO Oberösterreich fordert daher Bundesmittel für einen massiven Ausbau der Johannes-Kepler-Universität. Dieser Ausbau ist vor allem in der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und in innovationsrelevanten Bereichen der anderen Fakultäten erforderlich. Darüber hinaus sollte eine verstärkte Vernetzung aller dieser technologie- und innovationsorientierten JKU-Bereiche erfolgen. Konkrete WKOÖ-Vorschläge sind:

• LIT – Linz Institute of Technology: Für die oö. Wirtschaft und den Technologiestandort Oberösterreich hat der Aufbau eines Zentrums für Produkt- und Produktionsprozessforschung an der Johannes Kepler Universität Linz hohe Priorität. Im Sinne einer verstärkten Vernetzung sollten auch Informations-, Kommunikations- und Medientechnologien ausgebaut und integriert werden.
• Leichtbau: Oberösterreich hat eine Vielzahl von Leitbetrieben, die einen ständig steigenden Bedarf im Leichtbau haben. Die Johannes-Kepler-Universität sollte daher ihr Studienangebot um „Leichtbau“ erweitern und ihre Forschungsschwerpunkte ausbauen. Dazu sind vor allem zusätzliche Institute im Metallbereich erforderlich.
• Elektronik: Hier geht es um einen Ausbau des Studiums der Informationselektronik und die Errichtung eines zusätzlichen Instituts „Leistungselektronik“.

Aus Sicht der WKO Oberösterreich ist eine markante Aufstockung des Budgets für die Johannes-Kepler-Universität Linz im Rahmen der Leistungsvereinbarung 2016 bis 2018 durch den Bund unbedingt erforderlich.

 

[Christian Savoy]