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"Kronen Zeitung"-Interview: „Der Hörsaal wird mir fehlen“

"Kronen Zeitung"-Interview: „Der Hörsaalwird mir fehlen“
Die 20.000 Studierenden an der Johannes-Kepler-Universität haben zwar noch Ferien. Für Meinhard Lukas (45), der schon im Februar zum neuen Rektor gewählt wurde und mit 1. Oktober sein Amt antritt, steht die Zeit aber nicht still. Im „Krone“-Interview spricht der gebürtige Welser und Experte für Zivilrecht über die künftige Forschung und Lehre, die neue Medizin-Ausbildung – und ein spätes Frühstück.

Sie waren als Rechtsgutachter bei den Eurofighter-Verträgen und in diversen Finanzskandalen tätig, etwa bei der Linzer Swap-Affäre. Haben Sie gute Nerven?
Ja, sehr gute, denn es ging immer um viel. Druck und Verantwortung, in politisch sensiblen Angelegenheiten objektiv durchzufinden, sind enorm groß. Ich musste mir eine Position verschaffen, in der ich respektiert wurde und Instrumentalisierung ausgeschlossen ist. Und es frustriert, wenn parteipolitische Interessen in den Vordergrund treten, und die Sache selbst – der Schutz des Steuergeldes – in den Hintergrund gerät.

Was verstehen Sie persönlich unter Gerechtigkeit?

Das ist ein Zustand in der Gesellschaft, der den aktuellen Verhältnissen gerecht wird. Und der einen Ausgleich dort schafft, wo es Ungleichheit gibt.

Wo ist eigentlich die Kepler-Uni markant und stark?

Wenn es um Innovation geht. Diese Uni wurde im Jahr 1966 gegründet, um Dinge auszuprobieren, die man anderswo nicht versucht. Hier wurde das erste Mal über Österreichs Rolle während des Nationalsozialismus nachgedacht, aber auch über Marketing und entfesselte Marktsysteme gelehrt. Aus Maschinenbau, Informatik und Informationselektronik entstand das innovative Studium „Mechatronik“ – und so weiter. Die Avantgarde-Forschung an Schnittstellen von technologischen, aber auch naturwissenschaftlichen und sozialen Bereichen wird für uns entscheidend bleiben.

Die nächsten Schritte?
Wir gründen jetzt ein „Linz Institute of Technology“, kurz LIT genannt. Darin bündeln wir die technologische Lehre und Forschung und wollen Spitzenforscher holen. Es wird ein neues Uni-Logo geben, und gerade wird das TeichWerk fertig. Das ist ein modernes, kleines Gebäude am Uni-Teich mit Café und Bar. Es soll Treffpunkt und Ort für Kulturveranstaltungen sein. Ich möchte eine attraktive, offene Campus-Kultur am Uni-Gelände aufbauen.


Was werden Sie von Ihren bisherigen Aufgaben als Professor am meisten vermissen?

Der Hörsaal wird mir fehlen. Eine gelungene Vorlesung ist für mich ein schönes Erlebnis. Aber als Rektor ist das nicht mehr zu schaffen.

Sind Sie Frühaufsteher?
Eigentlich Spätaufsteher. Das größte Vergnügen für mich ist, am Wochenende zwei Stunden bei einem späten Frühstück mit der Zeitung zu sitzen. Momentan ist das selten möglich.

Nächstes Jahr haben die ersten Studierenden der Linzer Medizin-Fakultät ihren Studienabschnitt in Graz absolviert. Sie studieren dann in Linz fertig. Was zeichnet dieses Studium hier aus?
Wir wollen Medizinerinnen und Mediziner mit „Linzer Prägung“. Nicht nur das anatomische, pathologische und klinische Wissen wird vermittelt, sondern auch Fertigkeiten, wie ich mit unterschiedlichsten Patienten umgehe. Wir bieten umfassendere Perspektiven auf zeitgemäße Medizin.

Lassen Sie nie locker?

Kaum (lacht). Aber höre ich Barockmusik, geht der Druck eines Tages sofort nach vier Takten weg.

Ihre kleine Tochter hat Down-Syndrom. Was ist für Sie als Eltern jetzt wichtig?
Vor allem Frühförderung. Was in den jeweils nächsten Wochen entschieden und passieren muss, spielt für uns eine größere Rolle als Lebenspläne, die andere ja oft recht bald entwerfen. Meine Tochter legt ein unglaublich liebevolles Verhalten an den Tag, und ich verbringe so viel Zeit wie möglich mit ihr. Sie ist ein wunderbares Wesen für mich.
 

"Kronen Zeitung"-Interview mit Prof. Lukas (1.1 MB)

[Quelle: "Kronen Zeitung" / Elisabeth Rathenböck]