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Festakt für Prof. Weidenholzer

Festakt für Prof. Weidenholzer
30 Jahre lang war Josef Weidenholzer Vorstand des Instituts für Gesellschafts- und Sozialpolitik an der Johannes Kepler Universität Linz.

Sein politisches Engagement findet als EU-Abgeordneter eine Fortsetzung. Am 30. Oktober wurde sein Abschied von der Universität mit einem Festakt begangen. Eröffnet wurde der von Irene Dyk-Ploss moderierte Festakt, zu dem rund 200 Gäste geladen waren, durch den Dekan der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Johann Bacher. Grußworte überbrachten die Vizerektorin für Personal, Diversity und IT, Dorothea Greiling, und der Vorsitzende der SPÖ OÖ, Reinhold Entholzer. Der Ökonom Friedrich Schneider berichtete in launigen Anekdoten von gemeinsamen Reisen zu ostasiatischen Partneruniversitäten, in denen er Weidenholzers Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen und mit ihnen in Kontakt zu treten, kennen und schätzen lernte.


Praxisgerechte Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse

In ihrer Laudatio würdigte Evelyn Schuster, seine Nachfolgerin in der Institutsleitung, Weidenholzers umfassendes wissenschaftliches und sozialpolitisches Wirken. Sein wissenschaftliches Arbeitsgebiet umfasst die Zeitgeschichte ebenso wie die Ökonomie, die Soziologie und vor allem die Gesellschafts- und Sozialpolitik - jenen Fachbereich, den er durch die Gründung des gleichnamigen Instituts in der österreichischen Universitätslandschaft etablieren konnte. Weidenholzer war darüber hinaus stets um die Vermittlung und Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis bemüht, etwa durch den Aufbau des Museum Arbeitswelt in Steyr, die Erstellung des Integrationsleitbildes für Oberösterreich oder die Initiierung des alljährlich in Hallstatt abgehaltenen Kongresses „Momentum“, einer gesellschaftspolitisch fortschrittlichen Ideenwerkstatt.

 

Michael Förster von der OECD in Paris erläuterte in seinem Festvortrag, „warum - so der Titel - alle von weniger Ungleichheit profitieren“. Der Verteilungsbericht der OECD erbrachte, dass die Einkommensungleichheit in vielen Ländern mittlerweile einen Rekordwert erreicht hat. Die Verbreitung atypischer Formen der Arbeit hat viel dazu beigetragen. Eine hohe Vermögenskonzentration und zunehmende Ungleichheit hemmen jedoch die Investitionsmöglichkeiten und Zukunftschancen für viele Haushalte. Deshalb sind, so Förster, Maßnahmen für mehr und bessere Jobs, Investitionen in Aus- und Weiterbildung sowie eine Verbesserung bestehender Steuer-Transfer-Systeme vonnöten, wodurch eine effizientere Umverteilung und damit ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit erreicht werden könne.

Eintreten für soziale Gerechtigkeit
Ein Ansinnen, dem auch die für Josef Weidenholzer verfasste Festschrift, die ihm bei dem Festakt überreicht wurde, Rechnung trägt: Die darin versammelten Beiträge seiner wissenschaftlichen WeggefährtInnen zeigen mehrheitlich vorhandene soziale und politische Verhältnisse und Missstände auf und bieten zudem Ansätze, wie man auf diese sinnvoll reagieren bzw. es besser machen könnte. Dies ist den HerausgeberInnen zufolge ganz im Sinne Josef Weidenholzers, der sich nie mit dem Bestehenden zufrieden gab, sondern stets das gesellschaftspolitisch Wünschenswerte und auch Mögliche formulierte und anstrebte - und dies im Rahmen seiner Tätigkeit im EU-Parlament wohl auch weiterhin tun wird.

Foto: Mag. Hansjörg Seckauer

 

[Christian Savoy]