Seitenbereiche:



Menü des aktuellen Bereichs:

Zusatzinformationen:

JKU-Fangemeinde auf Facebook

Werde JKU-Fan auf Facebook!

Werde JKU-Fan auf Facebook! ...  mehr zu JKU-Fangemeinde auf Facebook (Titel)

Social Media


Positionsanzeige:

Inhalt:

Die JKU trauert um Isabella Matauschek

Die JKU trauert um Isabella Matauschek
Die JKU und das Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte trauern um Isabella Matauschek, die am 9.3.2016 im Alter von 45 Jahren ihrer schweren Krankheit erlegen ist.

Dr.in Isabella Matauschek hat Geschichte und Germanistik (mit einem Schwerpunkt in der Skandinavistik) an den Universitäten Wien und Kopenhagen sowie an der Université de Bourgogne studiert. Am Europäischen Hochschulinstitut Florenz wurde sie 2002 mit einer Arbeit über die niederländischen und dänischen Hilfsaktionen für österreichische Kinder nach dem Ende des Ersten Weltkriegs promoviert. Bereits während der Promotion und danach hat Isabella in verschiedenen wissenschaftlichen Projekten an den Universitäten Wien und Oxford sowie am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen mitgearbeitet. Das Spektrum ihrer Interessen reichte weit – und auch ihre Einsatzmöglichkeiten als Historikerin waren vielfältig: Sie hat die historischen Buchbestände im Stift Klosterneuburg im Rahmen des von der Österreichischen Nationalbibliothek koordinierten Projekts zu den historischen Buchbeständen in Österreich aufgearbeitet und zugleich eine Ausstellung über die Kinderhilfsaktionen nach dem Ersten Weltkrieg für das Österreichische Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum in Wien konzipiert und kuratiert.

2004 trat Isabella in den Dienst der JKU: Bis 2010 war sie am Zentrum für Soziale und Interkulturelle Kompetenz tätig; seit 2010 wirkte sie am Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte. Hier trieb sie ihr Habilitationsvorhaben voran, das sich unter dem Titel „Business Talk“ mit den Formen der Begegnung zwischen Europa und Südostasien im Kontext der niederländischen Ostindien-Handelskompanie in der Frühen Neuzeit beschäftigte. Isabella hat damit am Institut die strategische Neuorientierung in Richtung Globalgeschichte vorbereitet und auch durch ihre Lehrveranstaltungen mit dazu beigetragen das Leitbild „Educating Global Citizens“ in den Studiengängen zu etablieren. Sie hat in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Aufsätze aus dem Themenfeld ihres großen Forschungsprojekts veröffentlicht; 2013 wirkte sie als Fellow am Centre for Research in the Arts, Social Sciences and Humanities der Universität Cambridge (CRASSH) und am dortigen Wolfson College. Isabella verfügte über stupende Sprachkenntnisse, die im Rahmen des Projekts über die Ostindienkompanie ihr Augenmerk vor allem auf das Feld der Übersetzungen und der Kompilation von Wörterbüchern gerichtet haben. Zugleich interessierte sie sich, wie der Titel einer ihrer letzten Aufsätze lautete, für „Exotic Knowledge as Commodity“: In der Herstellung, im Vertrieb und in der Lektüre von Wörterbüchern und Reiseberichten wuchs die frühneuzeitliche Welt zusammen.

Isabella hat ihrer schweren Krankheit in den letzten Jahren lange getrotzt und dabei bewundernswerte Haltung bewahrt. Sie hat sich nach Kräften am Institut engagiert und zuletzt noch die Federführung im „Mittwochskolloquium“, das das Institut gemeinsam mit dem Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik und dem Institut für Kulturwissenschaften der Kunstuniversität durchführt, übernommen – und dabei auch die alte akademische Sitte der Fortführung der Diskussion bei Speis und Trank sehr geschätzt. Gerne hätten wir noch weiter mit Isabella diskutiert, gestritten, gelacht, gegessen und getrunken. Wir vermissen sie.

Univ.-Prof. Marcus Gräser

[Christian Savoy]