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„Maybe Palermo“: Wissenschaft in Fahrt in Cannes ausgezeichnet

V.l.: Alexander V. Kammel, Filmservice International, Regisseurin Luzi Katamay und Christian Dietl von LAS GAFAS
V.l.: Alexander V. Kammel, Filmservice International, Regisseurin Luzi Katamay und Christian Dietl von LAS GAFAS Bild: Constant Evolution
Wissenschaftskommunikation ist langweilig? Muss sie nicht sein.

„Maybe Palermo“, ein Patentvideo des Wissenstransferzentrums West, stellt das bildgewaltig unter Beweis. Es werden Reminiszenzen an Jim Jarmuschs „Night on Earth“ geweckt und eine schräge Story à la Quentin Tarantino an die Leinwand geworfen. Die Arbeit, entstanden aus einer Kooperation der Kunstuniversität Linz mit LAS GAFAS FILMS und der Johannes Kepler Universität Linz, wurde nun in Cannes mit dem Goldenen Delphin ausgezeichnet.

Das Ziel des in der Kategorie „Informationsfilme“ prämierten Projektes, einer interdisziplinären Kooperation von WissenschafterInnen und KünstlerInnen: neue Zugänge zur Kommunikation zu finden – in der Zusammenarbeit und im Endresultat. Konkret geht es um E100304, ein Krebsmittel, das von Ian Teasdale am Institut für Chemie der Polymere an der JKU entwickelt und zum Patent angemeldet worden ist.

Eine Taxifahrt zum Patentamt wird in „Maybe Palermo“ zur Entdeckungsreise. Ein nervöser Wissenschaftler erklärt dem dauergenervten Fahrer seine Erfindung, ein neues Heilmittel, dessen Besonderheit in der Art des Transports des Wirkstoffes liegt. Die beiden sprechen nicht dieselbe Sprache. Das Resultat: ein „spanisches“ oder in diesem Fall „italienisches“ Dorf, also ein Geflecht von engen Gassen und mäandernden Straßen in Palermo. Zunächst sind Realaufnahmen durch die Fenster des Autos zu sehen, die schließlich zu Makroaufnahmen von Zellen und Botenstoffen werden.

Bild: LAS GAFAS FILMS

 

Brechen mit Tabus
Der Film polarisiert bewusst. Schon seine Länge von 16 Minuten und sein langsames, nur von Dialogen getragenes Tempo brechen von Beginn an mit den Erwartungen: „An orange, can you believe it? A f…… orange!“, schimpft der Taxifahrer ins Telefon. Nicht das einzige Mal, dass das F-Wort fällt. Und nicht das einzige Tabu, das fällt.

„Die Zusammenarbeit hat Personen auf allen Ebenen eingebunden. Wir waren nicht die AuftragnehmerInnen, sondern vollwertige PartnerInnen“, so Christian Dietl von der Linzer Filmfirma LAS GAFAS. „Wissenschaft muss ganz neu gedacht und die Hermetik des universitären Forschungsbetriebs aufgebrochen werden“, sagt Bernhard Nussbaumer von der JKU. Andre Zogholy von der Kunstuni ergänzt, dass es „gerade die Rolle der Kunst ist, etablierte Gedankengänge immer wieder in Frage zu stellen“.

Aliens im Labor

„Für uns war es, als wären Aliens in unser Labor eingedrungen“, beschreibt Ian Teasdale seine ersten Begegnungen mit dem Team der Kunstuni. „Durch die Gespräche mit den KünstlerInnen erhält man einen ganz neuen Blick auf die eigene Arbeit.“ „Unsere Meetings fanden im Labor statt. Bei den Dreharbeiten haben wir das umgekehrt und die ChemikerInnen an unseren Arbeitsplatz gebracht. Der Set wurde zu einer Art Labor“, sagt Regisseurin Luzi Katamay.

Andre Zogholy ist erfreut: „Die Auszeichnung beweist, dass es auch möglich ist, mit einer guten Idee, Mut und einem engagiertem Team gegen Produktionen zu punkten, die ein 50-Faches und mehr an Budget zur Verfügung haben.“


Der Film und weitere Informationen im Internet: maybepalermo.wordpress.com

[Tobias Prietzel]