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Erstveröffentlichung: Dissertation von Marie Jahoda

SoziologInnen der JKU haben nun erstmals die Dissertation der bedeutenden Sozialwissenschaftlerin Marie Jahoda (1907-2001) veröffentlicht.

Maria Jahoda, neben vielen anderen Ehren auch Ehrendoktorin der JKU, gilt weltweit als eine der wichtigsten SoziologInnen des 20. Jahrhunderts. So wirkte sie unter anderem an der Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ mit. 1937 musste Jahoda nach Großbritannien emmigrieren und übersiedelte 1945 nach New York, wo sie 1949 erstmals eine Professur für Sozialpsychologie erhielt.

1958 kehrte sie nach Großbritannien zurück und war als Professorin zunächst in London und später an der University of Sussex aktiv. Ihre Publikationsliste ist eindrucksvoll, darunter finden sich Beiträge in fast allen renommierten Fachzeitschriften ihrer und angrenzender Fachgebiete und in „Nature“ zu einer Vielfalt von Themen, wie zur Bedeutung der Erwerbsarbeit, zu Vorurteilen, zur psychischen Gesundheit aber auch zu Schule und Erziehung.

 

Ehrung an der JKU
1998 wurde sie zur Ehrendoktorin der JKU ernannt. Ihre Dissertation „Anamnesen im Versorgungshaus (Ein Beitrag zur Lebenspsychologie)“, die sie an der Universität Wien bei der Entwicklungspsychologin Charlotte Bühler im Rahmen des Forschungsprogramms zur Lebenspsychologie verfasste und 1932 bei Karl Bühler einreichte, ist bisher unveröffentlicht. Es handelt sich um eine einzigartige Dokumentation und Analyse von Lebensgeschichten der arbeitenden Klassen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf der Basis von biographischen Interviews mit 52 Personen, die ihren Lebensabend in Wiener Versorgungshäuser verbrachten. Ergänzend gibt Meinrad Ziegler (a.Univ.-Prof. i. R. für Soziologie an der JKU) einen Überblick zu den institutionellen und fachwissenschaftlichen Kontexten der Dissertation.

Der Band wurde herausgegeben von Johann Bacher (JKU), Waltraud Kannonier-Finster (Absolventin der JKU und Ass-Prof.i.R. an der Universität Innsbruck) und Meinrad Ziegler (JKU). „Die Dissertation ist spannend geschrieben, klärt auf und stellt wichtige Fragen. Sie klärt auf, dass es Migration schon immer gegeben hat. Sie zeigt, dass die Vergangenheit nicht schwarz oder weiß war, sondern plural, dass die Menschen in die der Lage waren, widrige Umstände zu meistern. Sie berichtet aber auch vom oft tragischem Scheitern. Sie macht deutlich, wie wichtig soziale Sicherheit ist und wirft die Frage auf, ob diese Sicherheit heute noch allen ausreichend geboten wird und geboten werden kann“, so Dekan Bacher.

Alle Infos zum Buch finden Sie hier.


Credit Bild Marie Jahoda: AGSÖ, Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich, Institut für Soziologie der Univ. Graz

 

[Christian Savoy]