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ÖH Linz zur Sozialerhebung: Sozialer Druck auf die Studierenden wird immer höher
[26.07.2007]
„Das Klischee der faulen Bummel Studierenden wird durch die neu erschienene Sozialerhebung widerlegt. Im Gegenteil – Studieren ist der am schlechtesten bezahlte Vollzeitjob in Österreich“, sind sich die Vorsitzenden der ÖH-Linz Thomas Gegenhuber und Eva Schmalhart einig. Laut Sozialerhebung sind neun von zehn Studierenden erwerbstätig. Die Beihilfen reichen oft nicht einmal für die notwendigsten Lebenshaltungskosten aus.
„Je mehr die Studierenden arbeiten, umso weniger sind sie in ihrem Hauptberuf Studieren erfolgreich. Die Prüfungsinaktivität erfolgt daher nicht durch Faulheit, sondern aus der Notwendigkeit, das eigene Leben zu finanzieren“, ist Thomas Gegenhuber überzeugt.
„In vielen Fällen sind Frauen noch massiver betroffen“, zeigt sich Eva Schmalhart schockiert von den Ergebnissen. Der Anteil von Studierenden mit Kind ist von 11 % auf 7 % gesunken. Die Einkommensschere wirkt schon während des Studiums, Männer haben monatlich ein um 80 Euro höheres Gesamtbudget als Frauen. Auch zeugen die Nebenjobs der Männer von einer anderen „Qualität“ von Jobs neben dem Studium, sie ziehen häufiger inhaltliche Parallelen und können sich die Arbeitszeit flexibler einteilen.
Derzeit werden die Universitäten von der Bundesregierung kaputt gespart. „Die Einsparungen gehen zu Lasten der StudentInnen, die nicht zuletzt deshalb die Studiensituation als katastrophal empfinden“, bringt es Eva Schmalhart auf den Punkt. Mehr als die Hälfte der Studierenden ist der Meinung, dass die Rahmenbedingungen an ihrer Universität kein Studium in Mindeststudienzeit zulassen. „Im Vergleich zu anderen Universitäten ist die Situation in Linz noch besser. Dennoch fehlt es auch der JKU an Geld, um die Studienbedingungen aufrechtzuerhalten – hier fehlt es definitiv am politischen Willen der Regierung“, sind sich Gegenhuber und Schmalhart einig.
Um den sozialen Druck auf die StudentInnen zu senken, fordern Gegenhuber und Schmalhart von Bundesminister Dr. Johannes Hahn (ÖVP) „eine Abschaffung der Studiengebühren, Anpassung der Studien- und Familienbeihilfe an die Lebenssituation der Studierenden, bessere Kinderbetreuungseinrichtungen und vernünftige Studienbedingungen.“
Rückfragehinweis:
Thomas Gegenhuber, 0650/7726221
Eva Schmalhart, 0699/17023874
