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Tourismus ist Jobmotor für Frauen in Oberösterreich
[19.06.2007]
„Wie geht es der Frau im Tourismus?“ und „Können Frauen im Tourismus Karriere machen?“ Mit den verschiedenen Aspekten der Frauenförderung im oberösterreichischen Tourismus befasste sich eine Gruppe von Studentinnen des Universitätslehrgangs „Aufbaustudium Tourismusmanagement“ in ihren Abschlussarbeiten, die am Freitag, 15. Juni, im Casineum Linz präsentiert wurden.
Die branchenspezifischen Ausbildungsmöglichkeiten seien im Tourismus breit gefächert: Ob Schule mit Maturaabschluss, Fachhochschule, Kolleg, Universitätslehrgang oder für Spätberufene in WIFI und BFI – es gebe zwar viele Wege zu Karriere im Tourismus, die Lehrinhalte seien jedoch zum Teil reformbedürftig, so die Forscherinnen. Touristische Trends wie Wellness werden n der Ausbildung vernachlässigt.
Rund 70 Prozent der Auszubildenden sind Frauen. Die Frauenbeschäftigungsquote beträgt im Tourismus 61 Prozent. In keiner anderen Branche gibt es so viele Frauen in Führungspositionen: 30 Prozent der Toppositionen haben Frauen inne.
Die Interviews ergaben, dass sich die Frauen in der Tourismusbranche grundsätzlich nicht benachteiligt fühlen. Der Großteil sieht berufliche Aufstiegsmöglichkeiten, 82 Prozent der Befragten glauben nicht, dass es Männer im Tourismus leichter haben. Karrierefördernde Maßnahmen müssen auf zwei Ebenen wirksam werden: Einerseits im Unternehmen bei der Rekrutierung des Personals, andererseits müsse die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf erleichtert werden, da eine adäquate Kinderbetreuung durch die unüblichen Arbeitszeiten im Tourismus für viele Frauen nur schwer organisierbar sei.
Schwieriger Wiedereinstieg
Dieser Umstand sei auch der Hauptgrund, warum viele Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf nach der Babypause nicht schaffen. Weitere Hemmnisse seien die Saisonarbeit und das zumeist höhere Alter der Betroffenen. Ein erfolgreicher Wiedereinstieg müsse durch ein erweitertes Beratungsangebot, EDV- und Fremdsprachenschulungen sowie UnternehmerInnen-Briefings unterstützt werden. Bei der Frauenarbeitslosigkeit zeigte eine Untersuchung, dass jene Frauen, die lediglich einen Pflichtschulabschluss oder eine Lehre vorweisen können, am stärksten betroffen sind.
Insgesamt betrachtet sei die Tourismusbranche ein Beschäftigungsmotor für Frauen in Oberösterreich. Auf Basis der Forschungsergebnisse wird ein Schulungsprogramm für Wiedereinsteigerinnen entwickelt.
