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Workshop Wirtschaft und monastisches Leben 2016

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Sondernewsletter Jahrestagung Unternehmenssanierung 2015

Sondernewsletter_Jahrestagung_Unternehmenssanierung_2015

Sondernewsletter Jahrestagung Unternehmenssanierung 2015

Inhalt


Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich freue mich Ihnen eine frühsommerliche Ausgabe unseres Newsletters präsentieren zu können. Hierin werfen wir einen Blick auf die Jahrestagung Unternehmenssanierung, die am 23. und 24. April, veranstaltet vom Institut für Controlling & Consulting, stattfand. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei Ass.-Prof. Dr. Stefan Mayr für die Organisation, der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, ReTurn - Forum für Restrukturierung und Turnaround, dem Linzer Hochschulfonds und der Wissenschaftshilfe für das Sponsoring der Veranstaltung und den Teilnehmern für ihr Kommen und damit ihren Beitrag zum Gelingen dieser Veranstaltung bedanken. Für alle jene, die nicht bei der Veranstaltung dabei sein konnten, präsentieren wir in dieser Newsletter-Ausgabe in komprimierter Form die interessanten und informativen Inhalte der Jahrestagung Unternehmenssanierung 2015.

Wir freuen uns darauf, Sie auch im nächsten Jahr bei unserer Jahrestagung Unternehmenssanierung am 27. und 28. April 2016 begrüßen zu können. Ich wünsche Ihnen wie immer viel Vergnügen beim Lesen unseres Newsletters und vorab schöne und erholsame Sommermonate!

Ihre Birgit Feldbauer-Durstmüller

 


 

Unternehmenssanierung und Insolvenzrecht im internationalen Vergleich

Univ.-Prof. Dr. Christoph G. Paulus

Prof. Paulus eröffnete seinen Vortrag mit einem Exkurs in die Antike: Der Makel des Konkurses hat sich bereits in Rom manifestiert, denn zu dieser Zeit wurde der Bankrotteur gleich bestraft wie der Dieb. In Deutschland und Österreich ist die oberste Zielsetzung des Insolvenzrechts die Gläubiger zu befriedigen. In England ging man im Laufe der Zeit den Schritt sich den Unternehmern mehr zuzuwenden (Enterprise Act 2010). Es fand eine Annäherung an das amerikanische Chapter 11 statt. Konträr zur Gläubigerzentrierung im kontinentaleuropäischen Raum steht in der angloamerikanischen Konzeption der Schuldner im Fokus. Primärzweck des Insolvenzrechts in Großbritannien und den Vereinigten Staaten ist es, den Schuldnern wieder auf die Beine zu helfen. Es wird häufig damit argumentiert, dass die Hauptaufgabe des Insolvenzrechts die ordentliche Abwicklung insolventer Unternehmungen sei. Bei ökonomischer Betrachtung dient das Insolvenzrecht jedoch dazu unproduktive Produktionsgüter und Ressourcen wieder ihrer bestmöglichen Verwendung zurückzuführen. Ein effizientes Insolvenzrecht schafft es, Ordnung und Struktur in einem chaotischen Rahmen sicher zu stellen. Diese Ordnungsfunktion ist gegenwärtig lediglich auf Unternehmen beschränkt. Für Länder gibt es zum momentanen Zeitpunkt keinen Abwicklungsmechanismus, obwohl anzunehmen ist, dass Kapitalmärkte positiv auf einen solchen Mechanismus reagieren würden. Ein gutes Insolvenzrecht sollte demnach drei fundamentalen Kriterien genügen:

  • Transparenz
  • Effizienz
  • Fairness

Es gibt in Menschen einen eingebauten Mechanismus für Fairness. Das Insolvenzrecht ist im Grunde ein psychologisches Phänomen, das nach Fairness strebt. Ausgangspunkt in einem Sanierungs- und Insolvenzverfahren muss die Gleichbehandlung sein (zurückgehend auf den römischen Rechtsgrundsatz "par conditio creditorum"). Sollten bestimmte Gläubiger besser gestellt werden (Arbeitnehmer, Kleinanleger), braucht es eine nachvollziehbare Rechtfertigung dafür.

Durch das rigide System in Österreich und Deutschland entsteht großer volkswirtschaftlicher Schaden. Schuldner kommen in der Regel nicht wieder auf die Beine. Dabei werden oftmals die Umstände, die die Insolvenz bedingen, außen vor gelassen. Die deutsche Sprache kennt lediglich den Begriff der Schuld. Im englischsprachigen Raum besteht hingegen ein fundamentaler Unterschied zwischen to owe und to be guilty. Zwischen den gegenpoligen Konzepten des kontinentaleuropäischen und angloamerikanischen Raums liegt das Insolvenzrecht Frankreichs, das auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen abzielt. So müssen eventuell Gläubiger auf Ihre Forderungen verzichten, um Arbeitnehmer in Beschäftigung zu halten. Vorrangiges Ziel ist die Rettung des Unternehmens - nicht des Unternehmers. In China dauerte es 15 Jahre um ein Insolvenzrecht zu implementieren. Das eigentliche Gesetz war bereits nach sieben Jahren fertig. Es hat jedoch acht weitere Jahre gedauert, um festzustellen, ob der Gläubigerschutz oder der Schutz der Arbeitnehmer vorrangiges Ziel des Rechts sei. Schlussendlich hat sich der Gläubigerschutz durchgesetzt. In Argentinien zielt das Insolvenzrecht auf die Rettung von Unternehmen ab. Es ergibt sich demnach ein starker wirtschaftspolitischer Fokus. Eine Besonderheit des italienischen Abwicklungsverfahrens ist die Tatsache, dass zuerst die Ansprüche des Staates als Obergläubiger zu bedienen sind. In Russland wird das Insolvenzrecht teilweise auch zur Enteignung zweckentfremdet.

In aller Regel ist nicht anzunehmen, dass das Insolvenzrecht eines Landes wesentliches Kriterium für die Anzahl der Unternehmensgründungen sei. In Krisensituationen kann jedoch durchaus eine „Migrationsbewegung“ der Unternehmen beobachtet werden. Es existiert eine Art Rechtsmarkt, auf dem mit Sanierungsinstrumenten geworben wird. Als Grund für diesen Trend werden häufig sogenannte Akkord-Störer (engl. Hold-Outs) genannt, die durch ihr Veto das Zustandekommen eines Sanierungsverfahrens beträchtlich erschweren können. In liberaleren Rechtssystemen bedarf es für ein Sanierungsverfahren lediglich einer einfachen Kopf- und/oder Kapitalmehrheit.

 


 

Rechtliche Rahmenbedingungen der gerichtlichen Sanierung in Österreich


a. Univ.-Prof. Dr. Walter Buchegger


Der Vortrag von Prof. Buchegger thematisierte die rechtlichen Rahmenbedingungen der gerichtlichen Sanierung in Österreich. Dabei existieren zwei Verfahrensarten. Einerseits ist es möglich das Insolvenzverfahren in der Form eines Sanierungsverfahrens auszugestalten und andererseits in der Gestalt eines Konkurses. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit der außergerichtlichen Sanierung. Mit dem IRÄG 2010 versuchte der Gesetzgeber das Insolvenzrecht ein Stück weit zu entstigmatisieren. Sofern eine Sanierungsabsicht besteht und ein Sanierungsplan vorgelegt wird, wird in der Regel ein Sanierungsverfahren eingeleitet. Als problematisch erweist sich jedoch der Umstand, dass der Antrag für ein Sanierungsverfahren häufig zu spät eingereicht wird. Das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung erfreut sich größerer Beliebtheit als das Pendant mit Eigenverwaltung. Zurückgeführt wird diese Tatsache auf die um 10 Prozentpunkte höhere Mindestquote beim Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Der österreichische Gesetzgeber war durchaus bemüht, das Sanierungsverfahren fortführungsfreundlicher zu gestalten. Im Großen und Ganzen ist dies auch gelungen, auch wenn das Recht durchaus noch Schwächen aufweist.

 


 

Diskussionsrunde mit Sanierungsexperten


Dr. Christian Griniger | Mag. Bernhard Klingler | Mag. Thomas Kurz


Die drei Diskutanten sind sich einig, dass das IRÄG 2010 grundsätzlich eine positive Entwicklung darstelle. Es wird jedoch die fehlende Konsequenz des Gesetzgebers vermisst. In Zusammenhang mit den Sanierungsverfahren wird mehr Gläubigerautonomie gefordert, die jedoch die Gefahr in sich birge, dass die Verfahren noch später eröffnet werden und die sich ergebenden Spielräume von einzelnen Parteien strategisch genützt werden. Ebenso sollte die Förderung von Sanierungskrediten forciert werden.

In der Praxis kommt vor allem der außergerichtlichen Sanierung ein hoher Stellenwert zu. Bisher war niemand bereit in einem Insolvenzverfahren einen Goodwill zu bezahlen. Durch den Ansatz des „Burden-Sharing“ wird überlegt, ob Großgläubiger einen höheren Beitrag zur Sanierung leisten sollen als Kleinere. Im Gegenzug versprechen sich die Großgläubiger eine verbesserte Reputation.

Von Seiten der Gläubigerschützer wird oftmals das fehlende betriebswirtschaftliche Instrumentarium von Insolvenzverwaltern bemängelt. Das betriebswirtschaftliche Know-How wird bei Bedarf von beratenden Stellen zugekauft. Es stellt sich die Frage, ob auch ein Betriebswirt als Insolvenzverwalter fungieren kann, der einen Juristen beratend hinzuzieht.

 


Gerichtliche Sanierungswege in Deutschland vor und nach der InsO-Reform


Dipl.-Sozw. Peter Kranzusch


Herr Kranzusch vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn referierte über die gerichtlichen Sanierungswege in Deutschland. Dabei wurde zentrales Augenmerk auf die Änderungen im Zeitverlauf gelegt. Durch die steigende Anzahl an Insolvenzen zwischen 1990 und 1999 sah sich der deutsche Gesetzgeber gezwungen, 1999 das Insolvenzrecht zu reformieren. Insolvenzanträge wurden in 75 % der Fälle mangels Vermögens abgelehnt. Der gerichtliche Zwangsausgleich forderte eine Quote von 35 % und endete mit der Stilllegung des insolventen Unternehmens. Die Sanierung von Unternehmen war nicht das originäre Ziel des Verfahrens. Nach der Gesetzesänderung konnten durch die wachsende Beliebtheit sogenannter "Runder Tische", als außergerichtlicher Sanierungsweg, jede zehnte Insolvenz verhindert werden. Die überwältigende Mehrheit der Insolvenzanträge in Deutschland betreffen Einpersonenunternehmen und Gesellschaften, die nach EU-Definition als Kleinstunternehmen (bis zu 10 Arbeitnehmer) zu deklarieren sind. Überproportional häufig von Insolvenzen betroffen sind das Baugewerbe, der Handel sowie unternehmensnahe Dienste. Das am häufigsten praktizierte Sanierungsverfahren in Deutschland ist die übertragende Sanierung. Problematisch in diesem Zusammenhang ist jedoch das fehlende BWL-Know-How und Erfahrung der Insolvenzverwalter. Die Gerichte sind häufig nur an der effizienten Abwicklung der Verfahren interessiert, während die Ergebnisorientierung außen vor bleibt. Die Regelverfahren dauern im Durchschnitt vier Jahre. Die Chance auf eine Auszahlung beträgt 23 %, die Deckungsquote beträgt ca. 3,6 %.

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Insolvenzrechtsstudie in Österreich


Prof. (FH) Dr. Christine Mitter | Ass-Prof. Dr. Stefan Mayr


Die Zahl der Insolvenzen befindet sich in Österreich seit Jahren auf sehr hohem Niveau. Im Vergleich mit anderen westeuropäischen Ländern weist Österreich eine der höchsten Insolvenzraten auf. Besonders KMU sind besonders insolvenzgefährdet und prägen die österreichische Insolvenzlandschaft. Die Analyse aller 393 eröffneten Insolvenzen des Jahres 2004 im Bundesland Oberösterreich bestätigt dies. Die größte Gruppe stellten mit 77 % Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern dar, alle Insolvenzen betrafen KMU.

2006 wurden basierend auf den Insolvenzakten, den Insolvenzverwalterberichten und dem Datenmaterial des Alpenländischen Kreditorenverbands Charakteristika der betroffenen KMU, Insolvenzursachen sowie Daten zum gerichtlichen Verfahren erhoben. Ca. ein Viertel aller 2004 insolvent gewordenen KMU waren 2006 noch aktiv. Da eine Krise jedoch nur dann als überwunden gilt, wenn das betroffene KMU nicht nur die Insolvenz kurzfristig überlebt, sondern die Krise im Sinne eines Neustarts zur nachhaltigen Verbesserung seiner Wettbewerbssituation nutzt, wurde fünf Jahre später (2011) im Sinne einer Längsschnittstudie eruiert, wie viele der 2004 insolvent gewordenen KMU langfristig überlebten. Dies traf lediglich für 65 KMU (ca. 17 % der Insolvenzen) zu. Von den langfristig überlebenden Unternehmen gelang zudem nur 38 % ein nachhaltiger Turnaround (6 % aller 2004 insolvent gewordenen KMU). Die restlichen Unternehmen lagen in ihrer Performance unter dem Branchendurchschnitt, befanden sich bereits in einer Folgeinsolvenz, wiesen ein negatives Eigenkapital und/oder agierten nicht mehr als eigenständiges Unternehmen.

Mit 1. Juli 2010 ist in Österreich das IRÄG 2010 in Kraft getreten. Ziel des IRÄG 2010 ist es, vermehrte Anreize für eine frühzeitige Einleitung einer Unternehmenssanierung zu bieten. Das Gesetz soll hierfür durch neue Verfahren die entsprechenden Voraussetzungen schaffen. Unterschieden werden in diesem Zusammenhang nun folgende Verfahrensvarianten: das Sanierungsverfahren mit oder ohne Eigenverwaltung sowie das Konkursverfahren. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sowie aus der Perspektive der Unternehmenspraxis stellt sich die Frage, inwieweit die neue Insolvenzordnung den auch in der Öffentlichkeit intensiv diskutierten Erwartungen gerecht wird. Diese zielen insbesondere auf eine frühzeitige Reaktion auf eine Unternehmenskrise und dadurch frühzeitige Insolvenzeröffnung ab.

Im Jänner 2015 wurde mit der Erhebung aller Insolvenzen des Jahres 2012 in OÖ begonnen, um mithilfe einer umfassenden Analyse von Insolvenzverwalterberichten und einer qualitativen Expertenbefragung beim Alpenländischen Kreditorenverband die Effekte des IRÄG 2010 auf das Insolvenzgeschehen zu beleuchten. Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojektes mit der Fachhochschule Salzburg wird evaluiert, ob sich durch das IRÄG 2010 die Sanierungschancen für Unternehmen erhöhen. Zudem soll die geplante Studie die Bedeutung verfahrensrechtlicher sowie unternehmensspezifischer Aspekte (Unternehmenscharakteristika, Stakeholder-Beziehungen, Ressourcen) für die Sanierung näher erforschen. Wesentliches Ziel der Untersuchung ist es, durch konkrete Handlungsempfehlungen einen Nutzen für die Unternehmenspraxis (insbesondere für Unternehmer, Berater, Banken und Interessensvertretungen) zu stiften.

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Statistische Methoden zur Forschung in der Unternehmenssanierung

a. Univ.-Prof. Dr. Christine Duller

Der Vortrag von Prof. Duller thematisierte die statistischen Instrumente zur Erhebung und Analyse von Daten in der Krisenmanagementforschung. Als besonders schwierig gestaltet sich in diesem Zusammenhang die Datenverfügbarkeit, sowie die Transformation von unterschiedlichsten Informationen in statistisch verwertbare Größen. Die Statistik vermag theoretische Modelle und Konzepte durch empirische Datenerhebung zu testen. Valide Aussagen gelingen jedoch nur wenn die erhobenen Daten weitgehend frei von Verzerrung und Selektion sind. Darüber hinaus ist eine korrekte Anwendung der Methoden unabdingbar um Rückschlüsse und Zusammenhänge ableiten zu können. Problematisch bei statistischen Verfahren ist, dass dessen Ergebnisse häufig kausal interpretiert werden. Doch nicht jeder statistischer Zusammenhang ist notwendigerweise auch kausaler Natur. Da in der Statistik die Methoden objektiv angewendet werden, gelingt es nicht ausschließlich signifikante Ergebnisse abzuleiten.

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Abschlussdiskussion

Dr. Reinhard Rebernig

Grundsätzlich wird die Gesetzesänderung durch das IRÄG 2010 positiv bewertet. Insbesondere die einheitliche Verfahrenstruktur und die Übernahme von Teilen aus der Ausgleichsordnung werden als Fortschritt erachtet. In seiner Tätigkeit als Insolvenzrichter am Landesgericht Wels eröffnete Dr. Rebernig bisher ca. 170 Sanierungsverfahren; davon jedoch lediglich drei mit Eigenverwaltung. Als größte Hürde für das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung wird die 30 %-Quote gesehen. Ebenfalls als problematisch erachtet wird der Umstand, dass die Sanierungsverfahren primär auf die finanzwirtschaftliche Entschuldung des Schuldners abzielen, jedoch kaum zu weitreichenden Verbesserungsmaßnahmen im betriebswirtschaftlichen Sinn führen. Die Betriebswirtschaft sollte einen Rahmen schaffen, der es angeschlagenen Unternehmen ermöglicht, nachhaltig überlebensfähig zu werden und zu bleiben.

Dr. Rebernig spricht sich gegen eine zu starke Flexibilisierung respektive Liberalisierung der Gläubiger- und Quotenautonomie aus. Das untere Limit von 20 % sollte erhalten bleiben, da ansonsten Anreize geschaffen werden, die Verfahren noch später zu eröffnen.