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Begegnung mit dem Fremden

LektorInnen

  • Dr.in Gerhild Trübswasser

Inhalte

Die Begegnung mit dem Fremden ist wichtiges Element sowohl der individuellen Entwicklung als auch der gesellschaftlich definierten Umgangsformen. In beiden Fällen kann davon ausgegangen werden, dass das Fremde erst mal „das Andere“, „das Neue“, „das Ungewohnte“ ist, das sehr oft bekannte, vertraute Aktions- und Reaktionsweisen unbrauchbar erscheinen lässt. Auf individuellerEbene kann davon ausgegangen werden, dass Begegnungen dieser Art immer gleichzeitig Aspekte von Bedrohung und Chance beinhalten. Welcher dieser beiden Möglichkeiten in den Vordergrund tritt, hängt unter Anderem von den seit der Kindheit erworbenen psychischen Strukturen ab. In Verbindung damit stellen die gesellschaftlich definierten Umgangsformen mit dem Fremden historisch gewachsene Spielregeln dar, die Aspekte von Macht, Ausgrenzung, Vereinnahmung, Unterwerfung usw. beinhalten.

In der interkulturellen Begegnung kommen beide Bereiche zum Tragen: der individuelle und der gesellschaftliche. Das Erlebnis, dass vertraute Aktionsweisen, also die eigenen kulturellen Codes vom Gegenüber nicht verstanden werden, wirkt jedenfalls irritierend, ebenso wie der umgekehrte Fall, dass man eine Botschaft der/des Anderen nicht verstehen kann. Der Umgang mit dieser Irritation kann nun als ein wesentlicher Zugang zum Verstehen der Hemmnisse und Möglichkeiten der interkulturellen Kommunikation betrachtet werden. Ziel ist, sich diesen irritierenden Aspekten von Fremdheit anzunähern und sie dem Verstehen nutzbar zu machen.

Vorgangsweise

Neben der Beschäftigung mit der vorliegenden Literatur zum Thema soll die Lehrveranstaltung auch praktisch erfahrbare Aspekte abdecken. Exemplarische Beispiele aus meiner eigenen Lehr- und Forschungstätigkeit in Lateinamerika, aus der Kunst (Belletristik, Film), sowie konkrete Erfahrungen der Studierenden sollen in der Lehrveranstaltung herangezogen werden. Angeregt werden Projekte von Studierenden zum Thema: ‘Wo beginnt die/das Fremde?’, das sich auf sehr vielfältige Themenkreise beziehen kann und in der LV gemeinsam analysiert wird. So können etwa die Arbeit in multikulturellen Klassen oder Sozialprojekten, Erfahrungen auf Auslands
reisen oder in der unmittelbaren Umgebung, im ‘sozialen Ausland’ usw. die entsprechenden thematischen Anregungen für die systematische Auseinandersetzung bieten.