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ÖNB Jubiläumsfonds Projekt (04/2014 - 09/2015)

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Ökonomen und Politik: Analyse zur politschen Einflussnahme deutschsprachiger ÖkonomInnen


Projektleitung: Katrin Hirte
Das Forschungsprojekt wurde durch den Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank finanziert.

Ziele des Projekts

Folgende Kernfragen standen im Mittelpunkt:

  1. Wie haben sich ÖkonomInnen im deutschsprachigen Raum nach ihrem eigenen Selbstverständnis und im öffentlichen Diskurs in den Ende 1960er/Anfang 1970er Jahre sowie nach 2000 positioniert?
  2. Wie lässt sich die Einflussnahme auf den verschiedenen Ebenen konkret ermitteln und ranken? (traditionelle Implementierungsebene, mediale und Lobby-Ebene, parteipolitisch aktive Ebene („Do it yourself“))?
  3. Wie haben ÖkonomInnen im deutschsprachigen Raum gezielt Einfluss auf wirtschaftliche Vorgänge genommen (Ebenen, Strategien, Vorgänge)? Gibt es dabei Änderungen im Zeitverlauf (Ende 1960er/Anfang 1970er Jahre, nach 2000)? Welche Ursachen und Folgen haben länderspezifische Ausprägungen dabei?

Zentrale Ergebnisse des Forschungsprojekts

  • Ergebnisbezogen lässt sich auf der Prozessebene zeigen, dass es im Vergleich der 1960er Jahre zu den 2000er Jahren zu einer massiven Beschleunigung der Reformprozesse kam bei gleichzeitiger Tendenz, dass Sozialpartnerschaftliche Gremien massiv an Bedeutung verloren oder in den 2000er Jahren generell nicht mehr in den Politikprozess eingebunden waren.
  • Gleichzeitig kam es dabei zu Machtverschiebungen von klassischen Interessensverbänden (Sozialpartnern) sowie der Legislative hin zu „unabhängigen“ ExpertInnengremien, indem marktliberale Think Tanks und teilweise auch privatwirtschaftliche Unternehmensberatungen eine entscheidende Rolle in den Reformprozessen übernehmen.
  • Der Vergleich der Ergebnisse aus der Analyse des performativen Fußabdrucks mit denen der Prozessanalyse zeigt, dass die deutschen ÖkonomInnen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die untersuchten Reformprozesse hatten, sich auch unter den generell einflussreichsten ÖkonomInnen Deutschlands befinden.
  • Diskursanalytisch kristallisiert sich die zentrale Rolle ökonomisch betonter Argumentationen vor allem in den Prozessen der 2000er Jahre heraus, begleitet durch den Wandel von einer aktiven zu einer aktivierenden Arbeitsmarktpolitik mit den entsprechenden moralisch-normativen Implikationen, wobei hier die deutschen ÖkonomInnen im Vergleich zu den österreichischen institutionalisierter (über langjährige Gremienmitgliedschaften und Think Tanks) auftreten.

Publikationen

Pühringer, S./Griesser, M. (2016): Economics return to a dismal science? A CPE approach to the role of economic thought in German labour market reforms from the 1960s to the 2000s. Working Paper Series, Nr. 49/2015. ICAE, Universität Linz.

Hirte, K., Pühringer, S. (2015): Zur Performativität ökonomischen Wissens und aktuellen ÖkonomInnen-Netzwerken in Deutschland. In: Maeße, Jens - Pahl, Hanno - Sparsam, Jan (Hg.): Die Innenwelt der Ökonomie. Wissen, Macht und Performativität in der Wirtschaftswissenschaft. Springer VS Verlag (forthcoming).

Pühringer S. (2015): Markets as “ultimate judges” of economic policies - Angela Merkel´s discourse profile during the economic crisis and the European crisis policies. In: On the Horizon, Series Special Issue on Language and Economics, Volume 23, Number 3, 246-259.

Griesser, M. (2015): Der Staat als Wissensapparat. Konzeptionelle Überlegungen zu einer nicht-funktionalistischen Funktionsanalyse des Sozialstaats. In: Zeitschrift für Sozialreform/Journal of Social Policy Research 1/2015, 103-124.

Pühringer, S. (2015): Marktmetaphoriken in Krisennarrativen von Angela Merkel. In: Ötsch, Walter/Hirte, Katrin/Pühringer, Stephan/Bräutigam, Lars (Hg.): Markt! Welcher Markt? Der interdisziplinäre Diskurs um Märkte und Marktwirtschaft. Marburg: Metropolis, S. 229-252.