Seitenbereiche:



Menü des aktuellen Bereichs:

Zusatzinformationen:

News

  • Sekretariat geschlossen:
    Das Sekretariat ist am 9. Dezember nicht besetzt!

Campusplan

Campusplan mit Fokus auf Keplergebäude

Sie finden uns im Keplergebäude, 2. Stock, Trakt D ...  mehr zu Campusplan (Titel)


Positionsanzeige:

Inhalt:

Über uns

Geschichte
Das Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte wurde 1968 mit der Berufung Karl Stadlers (1913–1987) an die zwei Jahre zuvor gegründete Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften Linz eingerichtet. Als politisch aktiver Linksintellektueller war Stadler 1938 nach Großbritannien emigriert, von wo er 1964 nach Wien zurückkehrte. Nach seiner Berufung wurde er zu einer der prägenden Figuren der jungen Universität, obwohl das Fach Geschichte im Lehrplan nur als Freifach angeboten wurde. Ursächlich dafür waren nicht nur seine charismatische Persönlichkeit, sondern auch sein Engagement für zwei Themenfelder, die bis dahin in der österreichischen akademischen Geschichtswissenschaft nicht oder nur marginal behandelt worden waren: die Geschichte der Arbeiter und der Arbeiterbewegung(en) sowie die Zeitgeschichte (und hier vor allem die Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus). Parallel zur Übernahme der Professur gründete Stadler 1968 in Linz das Ludwig Boltzmann Institut (LBI) für die Geschichte der Arbeiterbewegung (ab 1995 LBI für Gesellschafts- und Kulturgeschichte), in dessen Publikationsreihen „Klassiker“ der frühen Arbeiterbewegungs- und Zeitgeschichte herausgegeben wurden. Die seit 1965 in Linz jährlich stattfindenden Konferenzen der ITH (Internationale Tagung der Historiker der Arbeiterbewegung, jetzt: Internationale Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen) stehen in engem Zusammenhang mit der Institutsgeschichte. Sie dienten in der Zeit des Kalten Krieges als ein zentraler Begegnungsraum für Historikerinnen und Historiker aus Ost und West.

Stadler und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, etwa Brigitte Kepplinger, Hans Hautmann und Josef Weidenholzer, gaben wichtige Impulse zur Arbeiterbewegungs- und Wohlfahrtsstaatsforschung; Gerhard Botz (1968–1979 in Linz) und Helmut Konrad (1972–1984 in Linz) wurden zu prägenden Figuren der österreichischen Geschichtswissenschaft.

Helmut Konrad hat in der Festschrift für Gerhard Botz, die, herausgegeben von Heinrich Berger et al., 2011 im Böhlau Verlag Wien unter dem Titel „Politische Gewalt und Machtausübung im 20. Jahrhundert. Zeitgeschichte, Zeitgeschehen und Kontroversen“ erschienen ist, die Anfänge des Linzer Instituts und seine Bedeutung prägnant geschildert:

application/pdfVon Linz aus (7.5 MB, Von Linz aus)


Nach Karl Stadlers Emeritierung im Jahr 1983 bestimmten neben Rudolf Ardelt (ab 1986 Professor und Leiter des LBI), Reinhard Kannonier (ab 1995 gemeinsam mit Helmut Konrad und Rudolf Ardelt Leiter des LBI), Hans Hautmann, Gabriella Hauch (2001–2011 Leiterin des Instituts für Frauen- und Geschlechterforschung) und Herbert Edlinger das Profil des Instituts. Die veränderten Schwerpunktsetzungen innerhalb der Geschichtswissenschaft schlugen sich auch im Profil des Instituts nieder. Neben der Arbeitergeschichte fanden nun vermehrt kultur- und geschlechterhistorische Perspektiven Eingang in Lehre und Forschung.

Im Jahr 2000 wurden Rudolf Ardelt und Reinhard Kannonier Rektoren der JKU bzw. der Kunstuniversität Linz. Damit vollzog sich ein Generationswechsel. Die inhaltliche Ausrichtung des Instituts wurde durch neue Methoden und Forschungsfelder befruchtet, die von Regina Thumser-Wöhs und Thomas Hellmuth, im Rahmen des LBI von Birgit Kirchmayr und Peter Gutschner, sowie von Thomas Buchner getragen wurden. Angeregt durch Peter Becker, der das Institut von 2005 bis 2009 leitete, engagierte sich das Team im historisch-kulturwissenschaftlichen Diskurs und richtete die Kulturgeschichtetage 2007 und 2009 aus. Das Institut ist maßgeblich an der Gestaltung des Bachelor-Studiums „Kulturwissenschaften“ beteiligt; im Wintersemester 2009/2010 wurde auf Initiative von Thomas Hellmuth, mit Unterstützung der Stadt Linz und des Landes Oberösterreich, das Masterstudium „Politische Bildung“ am Institut installiert, das großen Zuspruch unter den Studierenden findet.

Im Jahr 2010 wurde das Institut um das interdisziplinäre Arbeitsfeld „Global Studies“ bereichert, in ihm arbeiten die Soziologin Veronika Wittmann, die Historikerin Isabella Matauschek sowie der Politikwissenschaftler Franz Nuscheler, Senior Fellow der JKU (Emeritus der Universität Duisburg, Senior Fellow des Instituts für Entwicklung und Frieden und Mitglied im Entwicklungspolitischen Beirat des Österreichischen Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten), an Fragen und transnationalen Zusammenhängen in den Bereichen Gesellschaft, Politik, Kultur, Ökonomie und Recht.

Profil
Mit der Berufung von Marcus Gräser auf die Professur (Rufannahme 2011) befindet sich das Institut in einer Phase der grundlegenden Neubestimmung, die gleichermaßen auf die Herausforderungen einer zunehmend interdisziplinär und transnational ausgerichteten Geschichtswissenschaft und auf die wachsende Internationalisierung der JKU reagiert. Im Mittelpunkt der Arbeit in Forschung und Lehre wird in den kommenden Jahren das Feld der globalen/transnationalen/vergleichenden Geschichte in interdisziplinärer Perspektive stehen, wobei die regionalen und lokalen Dimensionen des Globalen ebenso wenig vernachlässigt werden sollen wie das Bedürfnis der Studierenden nach forschungsorientierter Lehre zur österreichischen Geschichte. Mit Thilo Neidhöfer (seit August 2012 in Linz) hat das Institut einen Assistenten gefunden, der mit seinem Dissertationsvorhaben zu Margaret Mead, Gregory Bateson und der amerikanischen Anthropologie in den Jahren zwischen 1930 und 1950 die Arbeit des Instituts im Feld der Globalgeschichte wirksam unterstützt.

In der Arbeit mit den Studierenden steht obenan der Versuch, Begriffe, Strukturen und Prozesse in Geschichte und Gegenwart in ihrer transnationalen/globalen Dimension zu begreifen. Das Leitbild in der Arbeit mit den Studierenden ist die Bereithaltung eines Bildungsangebots für „Global Citizens“.

Aus dieser Neubestimmung der Institutsarbeit und den Arbeitsschwerpunkten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergeben sich folgende Schwerpunkte der Institutsarbeit:

- Historische Dimensionen der Globalisierung
- Weltgesellschaft & globale Gesellschaft
- Soziale und kulturelle Dimensionen der Globalisierung/Gender und Entwicklung
- Globale Strukturpolitik und Global Governance
- Probleme in der Internationalisierung der Geschichtswissenschaft
- Geschichte der Wohlfahrtsstaaten im Vergleich

- Geschichte Nordamerikas in transnationaler und vergleichender Dimension
- Postkoloniale Geschichte Afrikas
- Beziehungsgeschichte Europa-Asien seit der Frühen Neuzeit

- Interdisziplinäre Kultur-, Musik- und Theatergeschichte 19./20. Jahrhundert
- Medizin- und Drogengeschichte
- Habsburgermonarchie/Österreich/Oberösterreich/Linz 19./20. Jahrhundert
- Nationalsozialismus (auch im internationalen Vergleich)
- Public History
- Geschlechtergeschichte
- Wissenschaftsgeschichte

Die Lehrveranstaltungen des Instituts sind in folgenden Studienrichtungen verankert: Politische Bildung, Kulturwissenschaften, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftspädagogik, Sozialwirtschaft und General Management.

Das Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte wirkt, seinem Bildungsauftrag folgend, als eine Scharnierstelle zwischen Universität und städtischer/regionaler Öffentlichkeit. Auch der weitere Ausbau des Studiengangs „Politische Bildung“, forciert durch den Studienpräses Thomas Spielbüchler (seit 2011 am Institut), wird dazu beitragen. Regelmäßige Kooperationen zwischen dem Institut, den städtischen und regionalen Archiven, Museen und Gedenkstätten finden statt; die Zusammenarbeit zwischen dem Institut und der Volkshochschule Linz ist etabliert. Einen engen Arbeitszusammenhang gibt es zu den Kolleginnen und Kollegen, die an den Universitäten Wien, Salzburg und Innsbruck in den Feldern Globalgeschichte und Internationale Entwicklung sowie Zeitgeschichte tätig sind. Die gesamtuniversitären Partnerschaften der JKU mit zwei Universitäten – University of Cape Town und University of the Western Cape in der Western Cape Provinz in Südafrika, einer Partnerprovinz des Landes Oberösterreich – werden am Institut betreut. Mitglieder des Instituts engagieren sich in den verschiedenen Gremien der JKU ebenso in Fachverbänden, zugleich wirken sie in Review Boards und Herausgebergremien wichtiger Fachzeitschriften und Reihenwerke mit.