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Alexander Egyed: Auf der Liste der besten Forscher der Software-Gurus

LINZ. Mit Türöffnern kennt sich Alexander Egyed aus. Sein erster Mentor war ein solcher – hat der Frankenmarkter doch bei einem Software-Entwicklungspionier seine Doktorarbeit verfasst. Die Tür in die internationale Wissenschaft endgültig aufgestoßen hat ein Ranking, das ihn als zehntbesten Forscher seines Fachs listete.

Dabei hat Egyed damals nicht in der Wissenschaft gearbeitet, sondern bei einer kleinen Software-Schmiede in Kalifornien. „Um diese Erfahrung bin ich froh, das hat mir die Sichtweise der Praxis eröffnet.“ Diese hat er dann aus freien Stücken in wissenschaftlichen Arbeiten verarbeitet. „Mein Thema ist, wie man die Software-Entwicklung, die eine junge Disziplin ist, verbessern kann.“

Diese Fleißaufgabe katapultierte ihn 2007 auf die Liste in dem wissenschaftlichen Computermagazin. Da war die Entscheidung längst gefallen, gemeinsam mit seiner Ehefrau, einer Forscherin im Bereich Molekularbiologie, eine Uni in Europa zu suchen, wo beide arbeiten konnten. Das sollte sich als schwierig herausstellen.

Die Kepler Uni hatte zwar eine Stelle ausgeschrieben, die Egyed interessierte – doch für Irene Tiemann-Boege, eine Mexikanerin mit deutschen Wurzeln, die ebenfalls beste Referenzen aufzuweisen hatte, schien es keinen Job zu geben. Doch Rektor Richard Hagelauer und das Land Oberösterreich bemühten sich, eine Struktur zu finden, die die Heimholung des Forschers mit Familie möglich machen sollte. Über ein FWF-Projekt gelang es.

Seit Ende 2007 lebt Egyed mit Frau und den Kindern Lea (6) und Lukas (knapp 3) in Urfahr – und sie genießen die Lebensqualität. „In Los Angeles könnten unsere Kinder nicht allein zum Spielplatz gehen. Hier ist alles so nahe, die stundenlangen Autofahrten fallen weg“, schätzt der 40-Jährige die Kleinheit von Linz.

Das Renommee des Institutsvorstands hat dem Institut Software Engineering und Automation zu einer beachtlichen Expansion verholfen: Von sechs Mitarbeitern konnte auf 15 aufgestockt werden. Sie werden über Forschungsprojekte finanziert. Eng kooperiert wird beispielsweise mit IBM. Egyed ist Forschungspartner des IBM Software Labors in Toronto. „Die Modularisierungstools, die wir entwickeln, sollten in ein paar Jahren weltweit eingesetzt werden.“

Teure Uni lohnte sich

Doch wie hatte es den Oberösterreicher überhaupt für elf Jahre in die USA verschlagen? Der Informatik-Absolvent der Kepler Uni wollte 1995 ins Ausland. „Ich habe mich an etlichen Unis beworben. Erst wollte ich an eine billige Uni. Dann erfuhr ich, dass mit Barry Boehm einer der Pioniere des Software-Engineering an der Southern California in Los Angeles Uni lehrte und nahm zähneknirschend die hohen Studiengebühren in Kauf.“

Kurz bevor der Oberösterreicher mit dem ungarischen Namen in die Heimat zurück wollte, bot ihm Boehm 1996 an, bei ihm ein Ph. D. – also ein Doktorat– zu machen. „Außerdem hatte ich in meinen zwei Semestern davor von Sonne, Sand und Palmen in Kalifornien noch nichts gesehen.“

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Artikel 19. März 2011 - 00:04 Uhr
Sigrid Brandstätter
Bild vergrößern Alexander Egyed

Alexander Egyed  Bild: OÖN Grafik

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