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2010

ALFONS KRIEGLSTEINER (09.04.2010, OÖN Textarchiv)

Um den mit 3000 Euro dotierten "Wilhelm Macke Award" rittern alljährlich die drei besten Physikabsolventen der JKU. Gestern war es wieder so weit - der neue Preisträger heißt Daniel Bergmair (26) aus Linz. Er hat am Institut für Biophysik eine Diplomarbeit über eine neuartige, hochauflösende Mikroskopie-Methode geschrieben. Mit seiner schwungvollen, fundierten Präsentation, in der auch Platz für das eine oder andere Schau-Experiment war, begeisterte er die Jury aus 250 Studenten, Physiklehrern und Oberstufenschülern im Hörsaal des Managementzentrums.

Photoaktivierte Lokalisierungs-Mikroskopie, abgekürzt PALM, heißt das Verfahren, das durch Bergmairs Arbeit an der JKU etabliert werden konnte. Damit lässt sich die Verteilung von Kalzium-Kanälen in menschlichen Zellen mit unerreichter Genauigkeit bestimmen. Diese Kanäle sitzen in der Hülle der Zellen, durch sie wird die Zelle mit dem lebensnotwendigen Kalzium versorgt. "Kalzium ist ein chemischer Trigger, der als wesentlicher Signalgeber in den Zellen dient", berichtet Bergmair.

Um die nur 32 millionstel Millimeter voneinander entfernten Kanäle sichtbar zu machen, bedient sich der Biophysiker eines Tricks: Sie werden auf gentechnischem Weg mit einem Fluoreszenzmolekül versehen. Mittels Laser bringt man die Farbstoffe der Reihe nach zum Aufleuchten, daraus lässt sich die räumliche Anordnung der Kanäle auf der Zellhülle darstellen - ein Beitrag zum Verständnis der Signalabläufe in der Zelle.

"Jetzt geh' ich erst einmal mit meinen Arbeitskollegen auf ein Bier", war Bergmair nach der Jury-Entscheidung happy. Extrovertiert, offen, sozial, so charakterisiert er sich selbst. Etwas Nützliches für die Gesellschaft wolle er in seinem Fachgebiet leisten. Derzeit schreibt er seine Doktorarbeit, "dann will ich mein Wissen für die Menschen einsetzen." Die Wasseraufbereitung wäre so ein Thema. Sie kommt vor allem den Entwicklungsländern zugute. Auslandserfahrungen sammelte er bei einem Studienaufenthalt in Dar-essalam (Tansania).

Seine sportliche Erscheinung kommt nicht von ungefähr: Mit Badminton, Basketball, Snowboarden und Schwitzen in der Sauna hält sich der Junggeselle fit. Er beherrscht sogar den "Capoeira", einen fulminanten afro-brasilianischen Kampftanz. Den hat er für den Sieg beim Macke-Award aber nicht gebraucht.