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Obrigkeit und jüdische Selbstbehauptung in der Vormoderne

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Vorsitz: Martha Keil

16.9.2015, 13.00–15.30

SZ 1

Birgit Wiedl

Und kam der jud vor mich ze offens gericht. Juden und städtische Obrigkeiten im Spätmittelalter

Eveline Brugger

Do man mich im pett ermort wolt haben. Jüdische Selbstbehauptungsstrategien im österreichisch-ungarischen Grenzraum des Spätmittelalters

Elisabeth Loinig

Welche Juden allhier zu dulten oder abzuschaffen seyen. Das Aushandeln von Aufenthaltsgenehmigungen von Juden in Wien im 18. Jahrhundert

Sviatoslav Pacholkiv

Vom weißen Adler zum Doppeladler. Weltliche und geistliche Obrigkeit und die Juden in Galizien vor und nach 1772

 

Die jüdische Bevölkerung des vormodernen Österreich bzw. Galizien war als nichtchristliche Minderheit den Sondergesetzen und zuweilen auch Schikanen der Obrigkeiten und Behörden ausgesetzt. Die Quellen zeigen jedoch deutlich, dass sich Juden und auch Jüdinnen keineswegs nur als wehrlose Opfer sahen: Mit guter Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen nützten sie nicht nur die rechtlichen Möglichkeiten voll aus, sondern fanden auch Schlupflöcher, um ihre Anliegen abseits der Amtswege durchzusetzen. Die Vorträge der Sektion wirken der klassischen Dichotomie von christlicher Behördenwillkür und ihrer passiven Erduldung durch die Juden entgegen und beleuchten damit einen vitalen Teil der christlich-jüdischen Beziehungsgeschichte.