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Tagungsort

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Der Historikertag findet in den Repräsentationsräumen im Uni-Center der JKU statt. ...  mehr zu Tagungsort (Titel)


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Martina Aicher: Katholische Vereine für Kinder und Jugendliche in der Zwischenkriegszeit, 1918-1938

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde im katholischen Vereinswesen mit einer Umstrukturierung und teilweisen Neuaufstellung begonnen. Zum einen versuchte man Vorgaben des Vatikan umzusetzen, zum anderen reagierte die Katholische Kirche auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Ersten Republik. Auch entstand den katholischen Vereinen durch das schnell wachsende Vereinsnetz der Sozialdemokratie, die vor allem im städtischen Umfeld großen Zulauf fand und schnell an Einfluss gewann, zunehmend Konkurrenz. Dabei implementierte die Sozialdemokratie in ihren Vereinen für Kinder und Jugendliche, zum Beispiel bei den “Kinderfreunden”, neue pädagogische Konzepte, die in wesentlichen Punkten von der Kirche abgelehnt wurden. Nicht nur die Frage der Religion in der Erziehung war dabei ein Reibungspunkt zwischen Kirche und Sozialdemokratie, sondern auch Koedukation, Sport, sowie sexuelle Erziehung und Aufklärung.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Vortrag mit den von der Katholischen Kirche in der Zwischenkriegszeit betriebenen Vereinen für Kinder und Jugendliche wie der “Frohen Kindheit”, einem Verein für Kinder zwischen 6 und 14 der auch Kindergärten und Horte betrieb, oder den “St. Georgs Pfadfindern”, einem katholischen Pfadfinder-Korps.

Es soll gezeigt werden, welche Erziehungsziele verfolgt wurden, welche Differenzierungen dabei zwischen Mädchen und Buben gemacht wurden und wie sich diese im Vereinsleben, sowie in den Publikationen der Vereine, sei es für Eltern, sei es für die Kinder und Jugendlichen selber, niederschlugen. In diesem Zusammenhang soll auch auf weit verbreitete Texte des österreichischen Episkopats, wie zum Beispiel die Hirtenbriefe, eingegangen werden, die sich mit dem Thema der Erziehung und den Vereinen auseinandersetzten und damit die Linie vorgaben.

Abschließend soll der personelle Hintergrund der Vereine behandelt werden, also die Vereinsgründer und Erhalter, aber natürlich auch, welche Personen mit der Leitung von Gruppen betraut wurden und welche pädagogische Ausbildung diese mitbrachten (oder eben auch nicht).