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Der Historikertag findet in den Repräsentationsräumen im Uni-Center der JKU statt. ...  mehr zu Tagungsort (Titel)


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Birgitta Bader-Zaar: Kommunales versus parlamentarisches Wahlrecht? Strategieentscheidungen österreichischer und deutscher Frauenorganisationen ab den 1890er Jahren

In der Forschung zur Geschichte des Frauenwahlrechts ist bisher die Tatsache wenig diskutiert worden, dass sich die Frauenwahlrechtsbewegung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts international genau überlegte, welche Form politischer Gleichberechtigung vorrangig einzufordern war – allumfassend auf parlamentarischer oder doch vorerst ‚nur‘ auf kommunaler Ebene. Dies hängt mit der generellen Vernachlässigung politischer Rechte auf der kommunalen Ebene zusammen und ist wohl vor allem auf eine Wahrnehmung des parlamentarischen Wahlrechts als Fundament staatsbürgerlicher Gleichberechtigung zurückzuführen.

Welche Motivation Frauenorganisationen dazu veranlasste, vorrangig für das kommunale Wahlrecht einzutreten (oder eben nicht), scheint von verschiedenen Faktoren abhängig gewesen zu sein: 1) Vor dem Hintergrund eines Diskurses über das Kommunale als quasi-privater Raum mag die Forderung des Kommunalwahlrechts als weniger ‚radikal‘ als das parlamentarische Wahlrecht erschienen sein. 2) Aktuelle Debatten zum Thema sowie spezifische politische Interessen, aber auch 3) ideologische Vorgaben, so bei der Sozialdemokratie, können die Verfahrensweisen beeinflusst haben.

Dem Aushandeln der Strategieentscheidung soll in diesem Beitrag auf die österreichische Reichshälfte der Habsburgermonarchie und Deutschland konzentriert, jedoch unter Einbeziehung der internationalen Netzwerke der Frauenbewegungen, nachgegangen werden.