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Johanna Gehmacher: Reisekostenabrechnung. Kulturen und Ökonomien des Reisens im Milieu bürgerlicher Frauenbewegungen um 1900

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Kongresse und Sommerfrischen, Vortragsreisen und Fortbildungskurse – in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im Umfeld der in Europa aufblühenden Frauenbewegungen eine neue vielfältige Frauenreisekultur, die einer beträchtlichen Zahl von Frauen ermöglichte, fern familiärer Zusammenhänge und vielfach auch unter Vernachlässigung bürgerlicher Konventionen unterwegs zu sein. Die translokale und transnationale Vernetzung von politischen und sozialen Initiativen, die Professionalisierung von Frauen insbesondere als Lehrerinnen, die in spezifischen Rhythmen von Arbeits- und Freizeit ihren Ausdruck fand, aber auch die differierenden Bildungsmöglichkeiten für Frauen in unterschiedlichen europäischen Staaten waren Motoren dieser Entwicklung. Ausdruck fand dies etwa in universitären Sommerkursen für deutsche Lehrerinnen in England, aber auch in einer Vielzahl von über Zeitschriften bekanntgemachten Sommerpensionen, in denen weibliche Pensionsgäste gleichgesinnte Frauen in ähnlichen Lebenssituationen treffen konnten, oder auch in familiär basierten Formen der Unterbringung von Konferenzbesucherinnen und Vortragsreisenden in europäischen Städten.

Der geplante Beitrag thematisiert Organisationsformen und Effekte solcher Praktiken. Strategien der Netzwerkbildung werden dabei ebenso angesprochen wie Formen des Kulturtransfers. Ein besonderer Fokus soll auf Fragen der Ökonomie liegen: Welche Strategien hatten unterschiedliche Organisationen und einzelne Protagonistinnen zur Finanzierung ihrer Reisetätigkeit? Welche (monetären und nichtmonetären) Ressourcen wurden mobilisiert, welche Hierarchien und Konflikte traten dabei möglicherweise zutage?