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Strategische Kommunikationen - konflikthafte Beziehungen. Neue Perspektiven auf bürgerliche Frauenbewegungen um 1900

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Vorsitz: Heidrun Zettelbauer
Kommentar: Angelika Schaser

14.9.2015, 17.00–19.30

SZ 2

Corinna Oesch

Der Modus des Inter/Nationalen in Frauenbewegungen: »Lost in transnationalism«?

Birgitta Bader-Zaar

Kommunales versus parlamentarisches Wahlrecht? Strategieentscheidungen österreichischer und deutscher Frauenorganisationen ab den 1890er Jahren

Elisa Heinrich

Prekäre Beziehungen? Zur Transformation frauenbezogener Lebensmodelle um 1900

Johanna Gehmacher

Reisekostenabrechnung. Kulturen und Ökonomien des Reisens im Milieu bürgerlicher Frauenbewegungen um 1900

 

Soziale und politische Bewegungen sind – das gilt für soziale Reformbewegungen um die Jahrhundertwende ebenso wie für politische Bewegungen der Gegenwart – soziale Felder, deren Existenz und Dynamik maßgeblich von persönlichen Beziehungen und Netzwerken getragen sind. Programmatische und strategische Entscheidungen sind damit auf die Herstellung von funktionierenden bewegungsinternen Formen der Kommunikation und auf die Aufrechterhaltung von Netzwerken angewiesen, in die politische Allianzen ebenso eingehen wie persönliche Beziehungen und Fragen ökonomischer Ressourcen.

Nicht zuletzt aufgrund der hohen Bedeutung informeller Kommunikationsräume wirkten bürgerliche Frauenbewegungen um 1900 dabei zugleich als ein sozialer Raum, in dem unterschiedliche Formen persönlicher Lebens- und Beziehungsgestaltung entwickelt – und auch wieder verworfen werden – konnten. Insofern wirkte der Bewegungszusammenhang auch als ein ‚Laboratorium der Moderne‘, in dem Lebenspläne und Beziehungsformen neu definiert und transformiert werden konnten.

Das vorgeschlagene Panel geht auf unterschiedlichen Ebenen den spezifischen Kommunikationsformen und Beziehungskonstellationen nach, die im Kontext bürgerlicher Frauenbewegungen um 1900 entwickelt wurden und fragt nach symptomatischen Konfliktfeldern. Zur Diskussion gestellt werden dabei innovative Analysen und Reflexionen u.a. zum Modus des Inter/Nationalen als einem wichtigen Motor frauenbewegten Engagements, zu Diskursen des Kommunalen als quasi-privater Raum, zu den Folgen der zunehmenden Diskursivierung von Sexualität für die Beziehungen zwischen Frauen wie auch zu Reisepraktiken im Kontext nationaler und internationaler Frauenbewegungen. Werden die Thesen der vorgeschlagenen Referate dabei vor allem an Beispielen aus deutschen und österreichischen Frauenbewegungszusammenhängen entwickelt, so beziehen die Beiträgerinnen sowohl vergleichende Perspektiven als auch Fragen des Kulturtransfers ein und beanspruchen damit in Diskussionen und Konzepte der Frauenbewegungsforschung auch im internationalen Forschungskontext zu intervenieren.