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Der Historikertag findet in den Repräsentationsräumen im Uni-Center der JKU statt. ...  mehr zu Tagungsort (Titel)


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Andreas Scherer: Österreichs Bunker, Stellungen und Sperren im Kalten Krieg. Ihre Geschichte und Bewahrung im Bunkermuseum Wurzenpass/Kärnten

Im „Kalten Krieg” zwischen Ost und West hatte Österreich ein geheimes Netz von Bunkern, Stellungen und Sperren errichtet. Sie sollten der kleinen neutralen Alpenrepublik nach Schweizer Vorbild einen Angriff und Durchmarsch durch fremde Truppen der NATO oder des Warschauer Paktes ersparen.

Was mit großem Aufwand errichtet wurde, war mit dem Ende des „Kalten Krieges“ plötzlich obsolet. Die Sperrtruppen als Rückgrat der territorialen, raumgebundenen Milizverbände und -einheiten waren bald aufgelöst. Aber der vollständige Abbau der Infrastruktur dauerte viele Jahre und ist noch immer nicht ganz beendet.

Auch am Kärntner Wurzenpass liefen jahrzehntelang intensive Einsatzvorbereitungen. Zweck und Auftrag: Schutz der Staatsgrenze und Verteidigung des „Schlüsselraumes 73” (Villach/Arnoldstein). 1968 (bei der CSSR-Besetzung nach dem Prager Frühling) und 1991 (beim Bürgerkrieg in Jugoslawien) mussten dann tatsächlich Bundesheer-Soldaten nach Alarm die Wurzen-Stellungen beziehen.

Was hier zwischen 1963 und 1995 als größte Bunkeranlage Österreichs gebaut und geheim gehalten wurde, ist seit 2005 als österreichweit einzigartiges „Bunkermuseum Wurzenpass/Kärnten“ öffentlich zugänglich. Im 11.400 m² großen Areal führen weitläufige Verbindungsgräben mit Kampfdeckungen und teils tunnelartige Gänge zu sieben Bunkern. Der Originalbestand ist mittlerweile unter anderem mit einer umfangreichen Sammlung von allen verbunkerten und mobilen Waffensystemen der ehemaligen Sperrtruppe ergänzt. Nur hier wird die kaum bekannte Geschichte der Landesbefestigung und Sperrtruppe umfassend dokumentiert und museal präsentiert.

Konkrete Inhalte des Beitrages sollen daher in einer Gesamtschau bieten:
– Was wurde wann und wo gebaut? Typologie der friedensmäßig errichteten
o (ständigen) Sperren gegen Infanterie, Kfz/Panzer und Luftfahrzeuge
o Stellungen (Feldbefestigungen für Infanterie/Kampfdeckungen)
o Bunker (Feste Anlagen) als Führungs-, Versorgungs-, Schutz-und Kampfanlagen (gegen Infanterie, Panzer und Luftfahrzeuge mit fix eingebauten Panzertürmen, Panzern und Schartenwaffen vom Maschinengewehr bis zur schweren Feldkanone)
– Was ist davon im Bundesgebiet und am Wurzenpass noch vorhanden?
– Wie erfolgt die Bewahrung und inhaltliche Vermittlung der Thematik im Rahmen des Bunkermuseums am Wurzenpass in Theorie und Praxis als „authentisches, multisensuales Zeitgeschichtserlebnis“?