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Richard Lein: Lorbeer für unsere Helden – Ein Überrest des Ersten Weltkriegs im "steinernen Gedächtnis" der Stadt Wien

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Obwohl weithin sichtbar, stellen die 1916 im Zuge der Aktion „Lorbeer für unsere Helden “ am Äußeren Burgtor angebrachten Lorbeerkränze ein vergleichsweise wenig beachtetes Zeugnis des Ersten Weltkriegs im Weichbild der Stadt Wien dar. Im Jahr 1915 als Spendenaktion des Kriegsfürsorgeamtes zu Gunsten der Militärwitwen und-Waisen ins Leben gerufen, glich die Grundidee im Wesentlichen der bereits 1914 begonnenen Spendensammlung „Wehrmann in Eisen“. So konnte für einen relativ niedrigen Betrag eines der Blätter in einem der Kränze erworben werden, in das in Folge der Name des Spenders bzw. einer von ihm nominierten Person – zumeist ein Kriegsdienst leistender Angehöriger – eingraviert wurde. Der wesentliche Unterschied im Vergleich zur Aktion „Wehrmann in Eisen“ lag im überregionalen Charakter der Spendensammlung. Während in vielen Städten Holzfiguren zur Aufstellung gelangten, die zu Gunsten des Militärwitwen- und –Waisenfonds benagelt werden konnten, wurde die Aktion „Lorbeer für unsere Helden“ zentral gelenkt und in praktisch allen Landesteilen beworben und durchgeführt. Neben zum Teil prominenten Privatspendern, darunter auch die Monarchen Österreich-Ungarns, Deutschlandes, Bulgariens und des Osmanischen Reiches, waren es vor allem die Kronländer sowie die Gemeinden die durch die Einzahlung namhafter Summen die Aktion unterstützten bzw. zu unterstützen hatten.

Ausschlaggebend für die Einrichtung der Sammelaktion war einerseits der steigende Geldbedarf der mit der Versorgung bedürftiger Angehöriger von Militärpersonen betrauten Institutionen, andererseits jedoch auch der Kriegseintritt Italiens, hoffte man doch durch die Aktion den im zweiten Kriegsjahr bereits merklich abflauenden Patriotismus der Bevölkerung erneut anfachen zu können. Letzterer Aspekt manifestiert sich nicht zuletzt auch in dem Umstand, das es sich bei den Kränzen gemäß der Widmung nicht um Toten-, sondern um Siegeskränze handeln und das die auf den Blättern eingravierten Namen nicht jene von Gefallenen, sondern von in aktiver Dienstleistung im Feld stehenden Soldaten sein sollten. Heute sind die insgesamt 100 Kränze, obwohl an prominenter Stelle angebracht, weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis der Stadt verschwunden. So werden sie gemeinhin für einen Teil des historischen Ensembles des Burgtors gehalten bzw. fälschlicherweise mit dessen zum Umgestaltung zum „Österreichischen Heldendenkmal“ im Jahr 1934 in Verbindung gebracht.
Ziel der Präsentation ist es, anhand bisher noch nicht ausgewerteten Quellenmaterials den Werdegang der Aktion „Lorbeer für unsere Helden“ nachzuvollziehen und bestimmte in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchende, unzutreffende Behauptungen zu korrigieren.