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Historische Perspektiven auf das Themenfeld »Wirtschaftskrisen und Staatsverschuldung«

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Vorsitz: Stefan Karner/Jörn Kleinert
Kommentar: Clemens Jobst

16.9.2015, 13.00–15.30

UC 6

Peter Teibenbacher

Demographisches Verhalten in Wirtschaftskrisen vom 19. bis ins 21. Jahrhundert

Werner Drobesch

Die österreichische Staatsschuld in Monarchie und Republik. Zum Wandel von Definitionen, Zugängen und Begrifflichkeiten

Walter M. Iber/Christoph Zwick

Staatsverschuldung in der sehr langen Frist am Beispiel Österreichs seit 1811. Grundprobleme – Perspektiven – Chancen

Kilian Rieder

Causes of bank distress during the Austro-Hungarian “Gründerkrach”

 

Ausgangspunkt für das Panel ist das Forschungsprojekt „Fiskalpolitik und Staatsverschuldung in der sehr langen Frist am Beispiel Österreichs seit 1811“, das derzeit an der Universität Graz vom Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte in Kooperation mit dem Institut für Volkswirtschaftslehre durchgeführt wird. In diesem Projekt wird, beginnend mit dem „Staatsbankerott“ von 1811, eine österreichische Schuldenkurve erstellt und entsprechend interpretiert. Drei Komponenten stehen dabei im Fokus: Ökonomische Lehrmeinungen, politische Handlungsweisen und öffentliche Meinung. Der Beitrag von Iber und Zwick stellt zum einen das Projekt inhaltlich vor, beleuchtet zum anderen aber auch (methodische) Probleme und rückt nicht zuletzt die Perspektiven und Chancen interdisziplinärer Zugangsweisen in den Vordergrund.

Ergänzend dazu werden weitere Aspekte des Themenfeldes Wirtschaftskrisen und Staatsverschuldung diskutiert. Teibenbacher beleuchtet insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Krisen und demographischen Entwicklungen. Zum Beispiel galten in der Vormoderne ökonomisch schlechte Zeiten immer auch als Zeiten hinausgeschobener Heiraten und Geburten, ev. auch erhöhter Mortalität. Am Beispiel ökonomischer Krisen in Österreich (1873 bis in die 1880er Jahre, Erster Weltkrieg, Wirtschaftskrise der 1930er Jahre und Finanzkrise seit ca. 2008) soll untersucht werden, ob dieses Verhalten auch für moderne und modernste Zeiten nachzuweisen ist. Dem gegenüber steht das Phänomen, dass wirtschaftlich gute Zeiten zu hohen Geburtenraten und steigender Lebenserwartung führen, was mittel- bis langfristig dem Staatshaushalt schwere Lasten verursachen kann.

Drobesch widmet sich schließlich dem Bedeutungswandel der Staatsverschuldung in Monarchie und Republik. Der Zugang, den Politik und Gesellschaft zum Thema Staatsverschuldung pflegten, war nicht immer gleich. Entwickelte sich beispielsweise das „Schuldenmachen“ in der Zweiten Republik, auch in Zusammenhang mit der Herausbildung der modernen Konsumgesellschaft, zwischenzeitlich zu einem fixen Bestandteil der politischen Kultur, so waren in der Monarchie, wo zudem andere gesellschaftliche, politische und auch militärische Rahmenbedingungen galten, die Ansprüche an das Staatsbudget völlig anders geartet. Zu beachten ist hier freilich auch, dass theoretische Zugänge wie auch politische Handlungsweisen immer nur so gut bzw. angemessen sind, wie sie zu spezifischen Gegebenheiten passen.