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Der Historikertag findet in den Repräsentationsräumen im Uni-Center der JKU statt. ...  mehr zu Tagungsort (Titel)


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Gerhard Siegl: Bergbauern im Nationalsozialismus – Ergebnisse und Desiderata

In diesem Vortrag stehen die Ergebnisse des 2013 erschienenen Buches Bergbauern im Nationalsozialismus im Zentrum. Ziel der Arbeit war die Rekonstruktion und Interpretation der Geschichte der österreichischen Berglandwirtschaft von 1938 bis 1945, die in dieser Zeit von den gegensätzlichen Polen der Kriegswirtschaft auf der einen und der „Blut-und-Boden“-Ideologie auf der anderen Seite geprägt wurde. Von den Aktivitäten des NS-Regimes im Bereich der Berglandwirtschaft steht institutionell die Schaffung der Berglandabteilung im Blickpunkt, die nach der Auflösung des österreichischen Landwirtschaftsministeriums ins Leben gerufen wurde. Weiters wird der ideologische Stellenwert der Bergbauern sowie die auf den ländlichen Raum ausgerichtete Sozialpolitik untersucht. Aus ökonomischer Sicht stehen der „Gemeinschaftsaufbau im Bergland“ und die „Entschuldungs- und Aufbauaktion“ im Fokus. Neben den wichtigsten Ergebnissen werden auch Forschungslücken benannt, deren Schließung wünschenswert wäre, wie beispielsweise eine profunde biographische Arbeit zu Anton Reinthaller, der als Leiter der Unterabteilung Bergland im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft der höchste Repräsentant ‚österreichischer‘ Interessen während der NS-Zeit war. Ein weiteres Desiderat wäre eine Untersuchung, welche Bedeutung den agrarpolitischen Ideen der NS-Zeit in den Jahrzehnten nach Kriegsende unter geänderten politischen Vorzeichen zukam.