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Der Historikertag findet in den Repräsentationsräumen im Uni-Center der JKU statt. ...  mehr zu Tagungsort (Titel)


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Johannes Hofinger: Soziale Kontexte in autobiographischen Erzählungen

Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Jagschitz werden seit 2008 im Rahmen des Oral History Projekts MenschenLeben im gesamten Bundesgebiet lebensgeschichtliche Interviews geführt. Zielgruppe dieses an der Österreichischen Mediathek angesiedelten Projekts sind Menschen aus und in Österreich, wobei ein möglichst breiter Querschnitt der Bevölkerung abgebildet werden soll. Insgesamt konnten bislang über 1.500 Interviews mit einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von 3 ½ Stunden aufgezeichnet und im Medienspeicher der Österreichischen Mediathek archiviert werden. Sofern seitens der Interviewten keine rechtlichen Einschränkungen getroffen wurden, stehen sämtliche Interviews in voller Länge für die wissenschaftliche und öffentliche Benutzung zur Verfügung und werden in den kommenden Jahren sukzessive online gestellt werden. Methodisch folgt MenschenLeben dem Konzept der freien Narration, die in einer ersten Phase nicht durch inhaltliche Interventionen der Interviewer/innen – beispielsweise in Form von Leitfragen – unterbrochen wird. Aufgrund dieser methodischen Prädisposition ergeben sich zusammenhängende Textgebilde, die einerseits einer intentionalen Erzählhaltung entspringen, andererseits aber auch Resultat situativer Assoziationen sind. In ihrer Gesamtheit konturieren diese Interviews also die erzählende Person viel umfangreicher und detaillierter als themenzentrierte Gespräche und geben beredt Auskunft über Denk-und Lebenszusammenhänge. Der Vortrag widmet sich anhand ausgewählter Beispiele aus dem Projekt MenschenLeben der Frage, welche sozialen Kontexte autobiographische Erzählungen thematisieren, wie sie in Worte gefasst werden und wie viel Zeit und Raum sie in den lebensgeschichtlichen Darstellungen erhalten. Als grundlegende soziale Beziehungsgeflechte werden folgende vier Typen unterschieden: die Beschreibung des eigenen Ich; der familiäre Bezugsrahmen; der ein-und wahrgenommene Platz innerhalb der Kleingruppe des Dorfes/Ortes/Stadtteils/der Schule; die Ausbildung und Reflexion größerer kollektiver Identitäten (Bundesländer, Österreich, EU…).