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Bd. 34: Keinert, Die Menschenrechte der Frau in der Türkei 2006 (2006)

Die Menschenrechte der Frau in der Türkei 2006

Christina Keinert (2006)
  
Aus dem Nachwort:
In Europa werden „schädliche Traditionen“ wie Zwangsverheiratung und Ehrenmorde verstärkt zum Thema. Oft wird angenommen, diese Auswüchse der Geschlechterungerechtigkeit entstünden erst in Europa aufgrund der desolaten Lage der MigrantInnen. Diese Formen geschlechtsspezifischer Gewalt bestehen jedoch schon in der Türkei und das Bild der durch den Kemalismus befreiten Türkin entspricht nicht der gesellschaftlichen Realität:

Zwar wurden jüngst massive geschlechtsbezogene Diskriminierungen im Zivil- und Strafrecht abgeschafft: Alleinige Entscheidungsgewalt des Ehemanns, Bestimmung des Strafmaßes für Vergewaltigung je nach Jungfräulichkeit des Opfers oder „Wiedergutmachungsheirat“.
Noch gravierender als das Recht wirken sich jedoch sozio-kulturelle Praktiken und Traditionen zum Nachteil der Frauen und Mädchen aus: Der frauenverachtende, Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit massiv einschränkende Ehrbegriff, kollektiver Jungfräulichkeitszwang, dessen Überprüfung der Staat sogar anordnet, Verheiratung durch Zwang und gegen Brautgeld prägen das Leben der Frau in der Türkei quer durch alle sozialen Schichten. Die immerzu wachsende Zahl von Mädchenselbstmorden in Südostanatolien ist ein weiteres Indiz für das Ausmaß der Geschlechterdiskriminierung, die insbesondere bei der Beurteilung der Europareife der Türkei in Menschenrechtsfragen nicht außer Betracht bleiben darf.

 

176 Seiten, ISBN 3-85499-186-1