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Institutionenarbeit und organisationale Felder

DFG-Netzwerk Field-Configuring Events

Sogenannte "feldkonfigurierende Veranstaltungen" wie Konferenzen, Messen oder Festivals bieten ihren Teilnehmern die Möglichkeit, sich zeitlich und örtlich begrenzt mit anderen zentralen Akteuren zu treffen, Informationen auszutauschen und Aktivitäten zu koordinieren. Daher sind solche Events ein wichtiges Mittel zur Institutionalisierungsarbeit, weil sie häufig neue formale Standards, informelle Normen oder auch Beziehungsgeflechte prägen, die ein organisationales Feld ausmachen. Prof.in Dr.in Elke Schüßler hat im Jahr 2013 ein von der DFG gefördertes interdisziplinäres Wissenschaftliches Netzwerk initiiert, welches feldkonfigurierende Ereignisse und die mit ihnen verbundenen Wirkmechanismen konzeptionell genauer zu bestimmen und hierdurch Theorieentwicklung betreiben möchte. Dabei werden auch die methodischen Vorteile einer Analyse solcher Veranstaltungen beleuchtet. Das Netzwerk setzt sich aus den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Soziologie und Wirtschaftsgeographie zusammen.

Ansprechpartnerin: Prof. Elke Schüßler
Auftraggeber: DFG
Laufzeit: 04/2013 bis 12/2016
MitgliederInnen: Dr. cand. Constanze Engelbrecht (HafenCity University Hamburg), Prof. Katharina Hölzle (Universität Potsdam), Dr. Bastian Lange (multiplicities), Dr. Uli Meyer (Technische Universität Berlin), Prof. Guido Möllering (Jacobs University Bremen), Prof. Gordon Müller-Seitz (TU Kaiserslautern), Dr. Simone Schiller-Merkens (MPIfG Köln), Dr. Joachim Thiel (HafenCity University Hamburg)

Veröffentlichungen:
Schüßler, E./Grabher, G./Müller-Seitz, G. (2015): Field-configuring events: Arenas for innovation and learning? Industry & Innovation, 22(3), 165-172.
Schüßler, E./Rüling, C.-C./Wittneben, B. (2014): On melting summits: The limitations of field-configuring events as catalysts of change in transnational climate policy. Academy of Management Journal, 57, 140-171.
Müller-Seitz, G./Schüßler, E. (2013): From event management to managing events: A process perspective on organized and unexpected field-level events. Managementforschung, 23: 193-226.



DFG-Netzwerk Neo-Institutionalismus

Der Neo-Institutionalismus gehört zu den führenden Theorien der interdisziplinären Organisationsforschung. Ausgehend von empirischen Problemen hat er vielfältig zu unserem Verständnis von Organisationen beigetragen. Insbesondere drei Probleme thematisiert der Ansatz aktuell prominent: (1) Spannungsverhältnisse heterogener institutioneller Logiken, (2) die Bedeutung von Meso-Ordnungen wie organisationalen Feldern, sowie (3) die Rolle von Akteuren bei Prozessen der (De-) Institutionalisierung, z.B. durch institutionelle Arbeit. Neben einer erheblichen Ausweitung des Ansatzes hat die Betonung dieser Problemstellungen jedoch zu einem Verlust an theoretischer Kohärenz geführt. Eine präzisierte theoretische Fundierung erscheint daher notwendig, insbesondere um die praktische Relevanz des Ansatzes nachhaltig zu sichern. Die Ziele des wissenschaftlichen Netzwerkes fokussieren auf (1) eine Analyse der aktuellen Konzepte der organisationalen Felder, Logiken und institutionellen Arbeit in Bezug auf ihre theoretischen Grundlagen, ihre Defizite sowie ihr praktisches Potential, (2) die Exploration einer stärkeren Fundierung dieser Konzepte in bestehenden Sozialtheorien und (3), hierauf basierend, die theoretische (Weiter-) Entwicklung der Konzepte unter Berücksichtigung der Mikro-, Meso- und Makroebene. Die entwickelten Konzepte sollen neues theoretisches Erklärungspotential für empirische Phänomene erschließen. Hier geht es zur Website des Netzwerkes.

Ansprechpartnerin: Prof. Elke Schüßler
Auftraggeber: DFG



 

Forschungsfeld: Marktkategorien, Status und institutioneller Wandel

Kategorien und Kategorisierungsprozesse sind aus dem Markt nicht wegzudenken. Sie ermöglichen das Erfassen komplexer Zusammenhänge und bieten eine Plattform, um verschiedene Angebote gegeneinander abzuwiegen. Als solches sind Marktkategorisierungsprozesse ein zunehmend relevanter Aspekt des strategischen Managements, in dem von imperfektem Wettbewerb und kognitiven Denk- und Entscheidungsmodellen ausgegangen wird. Kategorien sind als soziale Konstrukte ständigen Deutungsprozessen ausgesetzt. Das eröffnet Möglichkeiten der Einflussnahme auf Kategorisierungen seitens der Organisationen. Anhand des australischen Weinbaus untersuchen wir solche Veränderungsprozesse und deren Auswirkung auf den Status von einzelnen Organisationen wie auch auf gesamte Kategorien. Dabei spielen nicht nur strategische Positionierung eine Rolle, sondern auch Fragen der Authentizität, Legitimität und der Rolle von Prototypen in neu definierten Marktkategorien.

Ansprechpartner: Daniel Semper