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Schmidthuber, L./Hilgers, D./Gegenhuber, T./Etzelstorfer, St. (2017): The emergence of local open government: Determinants of citizen participation in online service reporting

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Theuvsen, L./Andeßner, R./Gmür, M./Greiling, D. (Hrsg.) (2017), Nonprofit-Organisationen und Nachhaltigkeit, SpringerGabler, Wiesbaden.

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Beck, R., Fischer, D., Hilgers,. D. et al (2017), Digitale Transformation der Verwaltung, hrsg. v. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh.

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Schmidthuber, L./Hilgers, D./Gegenhuber, T. (2017): Shedding Light on Participation in Open Government Arenas: Determinants of Platform Activity of Web and App Users, in: Proceedings of the 50th Hawaii International Conference on System Sciences

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Schmidthuber, L./Hilgers, D.(2017): Browse or Brush? An Exploration of Citizen-Government Interaction in the Municipal Realm, in: Proceedings of the 50th Hawaii International Conference on System Sciences

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Schmidthuber, L./Hilgers, D.(2017): Unleashing Innovation beyond Organizational Boundaries: Exploring Citizensourcing Projects, in: International Journal of Public Administration

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Inhalt:

Public Financial Management

Die zukunftsfähige Ausgestaltung des öffentlichen Sektors bedingt die Auseinandersetzung mit dem neuen öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesen als Grundlage eines wirtschaftlichen und generationengerechten Verwaltungshandelns. Dies umfasst insbesondere folgende Schwerpunkte:

Reform des öffentlichen Rechnungswesens
Die öffentlichen Einheiten im deutschsprachigen Raum sehen sich mit der Modernisierung des Rechnungswesens der größten Verwaltungsreform , seit der Reform zur kommunalen und kameralen Selbstverwaltung von Stein und Hardenberg Anfang des 19. Jahrhunderts, gegenübergestellt. Die in den deutschen und schweizerischen Gebietskörperschaften der Länder (Kantonen) und Kommunen (sowie auf österreichischer Bundesebene)angestrebten Reformkonzepte orientieren sich dabei am kaufmännischen Rechnungswesen bzw. am Rechnungsstil der Doppik (accrual accounting). Sie bilden damit die Grundvorrausetzung für ein wirtschaftliches Verwaltungshandeln im Sinne des (New) Public Management. In Abkehr vom kameralen, nur die tatsächlichen Zahlungen berücksichtigenden, Rechnungsstil zugunsten eines neuen Informations- und Steuerungssystems wird in Bezug auf Transparenz und intergenerativer Gerechtigkeit erstmals die tatsächliche finanzielle Lage und der tatsächliche Ressourcenverbrauch einer Gebietskörperschaft erfasst. Diese Entwicklung bleibt jedoch aufgrund der Gestaltungsfreiheit im Rahmen des Föderalismus hinsichtlich der Notwendigkeit eines Mindestmaßes an Standardisierung und internationaler Harmonisierung bisher oft vergleichsweise ineffizient. Der praktische Reformprozess bedarf daher einer Begleitforschung um der heterogenen Entwicklung bzgl. Rechnungslegung bzw. Bewertung, Bilanzierung und Systematisierung des öffentlichen Rechnungswesens entgegen zu wirken. Zudem gilt es die internationalen Ansätze, insbesondere auf europäischer Ebene, zu berücksichtigen. Dies bezieht sich vor allem auf die Auseinandersetzung mit den IPSAS (International Public Sector Accounting Standards) bzw. den EPSAS (European Public Sector Accounting System) stattfindet. Auf empirischer Basis sollen die Entwicklungslinien bzw. -defizite der Reform gegenüber gestellt und konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeleitet werden.

Reform des öffentlichen Haushaltswesens
Die gegenwärtige Verwaltungsreform konzentriert sich vorwiegend auf das öffentliche Rechnungswesen und somit auf die Dokumentation der finanziellen Ergebnisse realisierter Prozesse. Entscheidendes Element im öffentlichen Sektor ist aber die Planungsebene und damit der Haushalt. Ein ganz wesentlicher Schwerpunkt der Public Management Forschung liegt daher auf einem reformierten öffentlichen Haushaltswesen (accrual budgeting), das auf Basis des doppischen Rechnungswesens (insb. der Kosten- und Leistungsrechnung) umgesetzt wird (z.B. im Sinne einer integrierten Verbundrechnung. Dies bedeutet insbesondere dass der Ergebnishaushalt (und nicht mehr der rein kamerale Finanzhaushalt) zur zentralen Planungsgröße wird. Hier ist speziell im Verhältnis zwischen Politik- und Verwaltungsrationalität im Rahmen von Haushaltsplanungen ein erhebliches Forschungsdefizit zu identifizieren. Auf Länder- und Kommunalebene gilt es Verfahren der Ressourcensteuerung weiterzuentwickeln und zu evaluieren ob und wie das neue (doppische) Informationsangebot z.B. im Rahmen der Haushaltsplanungen genutzt und angenommen wird.

Abbildung: Integrierte Verbundrechnung

Risiko- und Schuldenmanagement
Die mit dem Thema öffentlicher Informations- und Steuerungssysteme unmittelbar in Zusammenhang stehende Frage nach der Schaffung und Rückgewinnung von Vertrauen und Glaubwürdigkeit von Politik wird durch Fragen nach einem systematischen Risiko- bzw. Schuldenmanagement für öffentliche Einheiten ergänzt. Durch die strukturelle Verschuldungssituation aller öffentlichen Haushalte sind die grundsätzlichen Handlungs- und Entscheidungsfreiheiten der staatlichen und kommunalen Einheiten höchst gefährdet. So liegen allein die Geldschulden in Deutschland gegenwärtig bei ca. 2 Billionen Euro, was eine jährliche Zinsbelastung von rund 75 Milliarden Euro darstellt. Hier besteht einerseits die Herausforderung durch ein doppisches Rechnungswesen, mit der Berücksichtigung des materiellen Werteverzehrs und der Einbeziehung von zukünftigen Verpflichtungen, wie Pensionsrückstellungen auch die sog. impliziten Schulden realistisch abzubilden und in das Handlungskalkül aufzunehmen. Andererseits gilt es, positive Steuereinnahmen im Sinne einer finanziellen Chance durch eine realistische Risikoabschätzung und zur Verbesserung der finanzpolitischen Planungen zu antizipieren.

Leistungsmessung und Leistungssteuerung (Performance Management)
Aus der Reform des öffentlichen Haushaltswesens ergibt sich insbesondere die Notwendigkeit, die Forschung zugleich auf die Ebene der Leistungserfassung und Leistungssteuerung auszurichten. Zentrales Argument ist die während der gesamten Reformdiskussion bestehende Anforderung an eine effiziente und effektive Verknüpfung von eingesetzten Ressourcen und den erzielten Leistungen bzw. Wirkungen des Verwaltungshandelns. Neben der Herleitung von Strukturen und Kenngrößen zur transparenten Abbildung des Output bzw. Outcome steht die Nutzung dieser Informationen zur Steuerung öffentlicher Einheiten, vor allem im Budgetierungs- und Haushaltsbildungsprozess, im Vordergrund. Auf ihre Wirksamkeit zu untersuchenden Ansätze hierzu finden sich in den wirkungsorientierten Konzepten der Verwaltungssteuerung etwa in der Schweiz (WoV, FLAG) und vor allem im angloamerikanischen Sprachraum (Modifikationen des PBBS, GPRA, MfO, etc.).