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Zusatzinformationen:

Comparative Labor Law & Policy Journal

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Berliner Journal für Soziologie

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Horizontale Europäisierung im Feld der Arbeitsbeziehungen

Susanne Pernicka (Hrsg.): Horizontale Europäisierung im Feld der Arbeitsbeziehungen

Politische Ökonomie Österreichs - Kontinuität und Veränderungen seit dem EU-Beitritt

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Ein soziales Europa? Möglichkeiten und Grenzen transnationaler Solidarität von Gewerkschaften

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German Perspectives on Right-Wing Extremism Challenges for Comparative Analysis

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Vom Fehler zum Fortschritt – Handlungsperspektiven für die betriebliche Praxis

Vom Fehler zum Fortschritt – Handlungsperspektiven für die betriebliche Praxis (2014), (Hrsg. Rami, Hunger, Bichler, Euler)

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Inhalt:

231 236 - Proseminar aus Soziologie (bitte beachten Sie die Voraussetzungen zur Teilnahme)

Lva.Nr.
Lva.Klasse:

231 236
1SBSPS

Lehrveranstaltung:

Proseminar aus Soziologie (bitte beachten Sie die Teilnahmevoraussetzungen)

Lva.Leitung:

Susanne Pernicka
Peter Spindler

Stunden/ECTS

3/6.00

Anmeldung/Termine:

http://www.kusss.jku.at

Anmeldevoraussetzung:

keine

Ziele:
Die Studierenden lernen und erarbeiten sich selbst einen Ausschnitt klassischer soziologischer Theorie, vermittelt durch eine Kombination verschiedener didaktischer und theaterpädagogischer Methoden.

Lehrinhalte:
Ausgangspunkt der rollentheoretisch inspirierten Soziologie im deutschsprachigen Raum ist das Konzept des homo sociologicus von Ralf Dahrendorf (1957), der den Menschen und sein Handeln und Denken als gesellschaftlich eingebettet versteht. Handlungsleitend sind gesellschaftliche Erwartungsstrukturen (MUSS, KANN, SOLL Normen), deren Nichtbefolgung je nach Stärke der Erwartung sanktioniert wird. Rollen bilden den dynamischen Teil der strukturellen Positionen in der Gesellschaft. Eine Person nimmt etwa die Position eines Gymnasiallehrers ein und ist mit verschiedenen Erwartungen konfrontiert, SchülerInnen richten andere Erwartungen an ihn als Eltern oder die Kollegenschaft. In seiner Position als Lehrer erfüllt er also unterschiedliche Rollenerwartungen, diese können widersprüchlich sein, sodass es häufig zu sog. Intrarollenkonflikten kommt. „Fällt ein Lehrer aus der Rolle“ erwarten ihn verschiedenen Sanktionen. In diesem Proseminar verbinden wir soziologische Theorie mit theaterpädagogischen Interventionen. Wir arbeiten mit szenischen Improvisationen, verwenden Masken und den eigenen Körper, um Rollen und Rollenkonflikte nachzuspielen und zu überzeichnen.
Über eine gesellschaftstheoretische Kritik an der Rollentheorie und strukturfunktionalistischen Ansätzen insgesamt (Jürgen Habermas, Frigga Haug u.a.) gelangen wir im zweiten Teil des Proseminars zu macht- und herrschaftssoziologischen Ansätzen. Mit dem Habituskonzept von Pierre Bourdieu nehmen wir die Bedeutung von Körperhaltungen, Dispositionen und Denkstrukturen in den Blick, die zwischen und innerhalb von Gesellschaften variieren. Als unbewusste Deutungsmuster bestimmt der Habitus auch unser Handeln – „Im Vorstand zählt immer noch der Stallgeruch“ titelte etwa der Standard einen Bericht, wonach vier von fünf Vorstandschefs in großen Unternehmen aus dem Bürger- und Großbürgertum stammen. Da die soziale Herkunft als Positionierung im sozialen Raum eng mit einem spezifischen Habitus – und daher mit einer spezifischen Körperlichkeit, Emotionalität, Wahrnehmungen, etc. – korrespondiert, lassen sich soziale Positionen mit theaterpädagogischen Statusspielen, lines of gesture, und Elementen des Theaters der Unterdrückten bewusst, erlebbar und auch veränderbar machen.

Voraussetzungen zur Teilnahme an dem Proseminar:
- Bereitschaft zwischen der Rolle einer Zuhörenden oder des Publikums in die Rolle des aktiv Gestaltenden zu schlüpfen
- Interesse an der Verbindung soziologischer Theorie und theaterpädagogischer Elemente der Vermittlung und Gestaltung von Lernerfahrungen


Beurteilungskriterien:
Zwei Reflexionspapiere als Gruppenarbeit (mind. jeweils 10 Seiten exkl. Deckblatt, Inhalts- und Literaturverzeichnis, Schriftgröße 12 Times New Roman, 1.5 Zeilenabstand, keine Einrückungen), in denen die eigene Vermittlungsleistung zwischen Theorie und eigene Performance dargestellt und diskutiert wird.

Pflichtlektüre:
- Abels, Heinz (2009), Kapital 3: Rolle, in Einführung in die Soziologie. Band 2: Die Individuen in ihrer Gesellschaft. 4. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag.
- Jurt, Joseph (2010) Die Habitus-Theorie von Pierre Bourdieu. In: LiTheS Nr. 3: http://lithes.uni-graz.at/lithes/10_03.html [aufgerufen am 9.4.2015]

Litaraturempfehlungen:
- Goffman, Erwing (2003), Wir alle spielen Theater – Die Selbstdarstellung im Alltag. München: Piper.
- Kupferblum, Markus (2013), Die Geburt der Neugier aus dem Geist der Revolution. Die Commedia dell‘Arte als politisches Volkstheater. Wien: Facultas Verlag.
- Boal, A, 1989, Theater der Unterdrückten - Übungen und Spiele für
Schauspieler und nicht - Schauspieler. Frankfurt am Main.
- Johnstone, K., 2002, Improvisation und Theater - Die Kunst, spontan und
kreativ zu agieren, 6. Auflage, Berlin.
- Lecoq, J, 2003, Der poetische Körper - eine Lehre vom Theaterschaffen - 2.
korrigierte Auflage, Berlin.
- Wilsher, T., 2007, The Mask Book - a practical guide, S. 49 – 51, London, New York

Aufbau der Lehrveranstaltung:
15.10 (12.00 - 13.30 Uhr)
Vorbesprechung

29.10 (12.00 – 17.00 Uhr)
1. BLOCK Einführung in soziologische Rollentheorien und ihre Kritik
anhand der Literatur von T Parsons, R Merton, R Dahrendorf, J Habermas, F Haug
und Filmausschnitten

12.11 (12.00 – 17.00 Uhr)
2. BLOCK Theatrales Erleben von sozialen Positionen, Rollenkonflikten und Krisenexperimenten
anhand von Theaterkreis- und Präsenzspielen, channel switch, Szenenbauen, Maskenspiel
Reflexion und Diskussion

26.11 (12.00 – 17.00 Uhr)
3. BLOCK Einführung in das soziale Raumkonzept und Habitustheorie von P Bourdieu
anhand von Literatur von M Mauss, P Bourdieu, J Jurt
und Filmausschnitten

10.12 (12.00 – 17.00 Uhr)
4. BLOCK Theatrales Erleben von verborgenen Machtmechanismen im sozialen Raum und Habitus
anhand von szenischer Bearbeitung ausgewählter Themen (z.B. Arbeitslosigkeit und Generation Praktikum „man muss sich nur anstrengen, dann findet man einen Job…“, Familie und Migration: „ein Österreicher? der kommt mir nicht ins Haus…“)
Reflexion und Abschlussdiskussion

Abhaltungssprache:
Deutsch