Seitenbereiche:



Menü des aktuellen Bereichs:

Zusatzinformationen:

Campusplan

Sie finden uns im Juridikum, 1. Stock, Trakt A

Campusplan mit Fokus auf Juridikum ...  mehr zu Campusplan (Titel)


Positionsanzeige:

Inhalt:

OeNB Projekt

Beschreibung: Ärztliches Handeln an der Schnittstelle von Patientenautonomie und Behandlungsauftrag

Die Patientenautonomie, die über das Erfordernis der Einwilligung in auch medizinisch indizierte Behandlungen (Heilbehandlungen) strafrechtlich verankert ist, rückt verstärkt in den Mittelpunkt des Klinikalltags. Aus rechtlicher Perspektive müssen Ärzte die Entscheidung des Patienten für oder gegen eine Behandlung akzeptieren, auch wenn der Verzicht medizinische kontraindiziert ist und sich daher im Widerspruch zu grundsätzlichen ethischen Hilfeleistungspflicht des Mediziners befindet.
Es gilt hier das oftmals schwer zu bewältigende Spannungsfeld zwischen ärztlicher Handlungspflicht und Patientenautonomie abzuschwächen oder sogar aufzulösen.
Dies gilt umso mehr, wenn es sich um Patienten handelt, die ihren Willen nicht oder nicht klar artikulieren können. Besonders häufig trifft dies auf suchtmittelabhängige Personen zu, die nach Konsum hoher Dosen von Suchtmitteln in Krankenhäuser, vor allem auf Intensivstationen und Notaufnahmen, eingeliefert werden. Ihr Bewusstsein ist durch die Substanzen getrübt, aggressives Verhalten tritt mitunter ebenfalls auf. Die Folge ist, dass derartige Patienten regelmäßig notwendige medizinische und pflegerische Behandlungen nachdrücklich ablehnen.
Inwieweit hier Ärzte dem Willen der Person entsprechen, also nicht handeln, bzw inwieweit sie umgekehrt handeln müssen ist – wenn die Personen gerade noch einwilligungsfähig sind – eine Frage, die die Praxis vor große Herausforderungen stellt.

Ziele des Projekts:
Hauptziel des vorliegenden Projektes ist die Analyse der (straf)rechtlichen Situation zur Patientenautonomie im Krankenhaus insbesondere bei suchtmittelabhängigen Personen.
Zudem werden die Unsicherheiten hinsichtlich rechtlichen Normen und ethischem Vorgehen im Klinikalltag eruiert.
Die Forschungsergebnisse werden letztendlich dazu beitragen, die Patientenautonomie auch der speziellen Patientengruppe der Suchtmittelabhängigen aus rechtlicher und ethischer Sicht zu optimieren, sodass deren individuelle Bedürfnisse die nötige Aufmerksamkeit erfahren, während gleichzeitig weitgehende rechtliche Sicherheit für die Ärzte und das Pflegepersonal bei der Entscheidung für oder gegen eine Behandlung in kritischen Situationen hergestellt wird.
Dies erfolgt durch rechtliche Klarstellungen und Erarbeitung einer ethischen Leitlinie.
Der ethische Teil wird in Kooperation mit der LMU München, dem Institut für Ethik und Geschichte in der Medizin (PD Dr. Ralf Jox) erarbeitet.