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Open-Access-Publizieren.

Die Johannes Kepler Universität hat im Jahr 2015 die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen unterzeichnet.

Die Bibliothek engagiert sich rund um die nötigen Rahmenbedingungen, um Angehörigen der Universität Open-Access-Publizieren zu ermöglichen und unterstützt wissenschaftliche AutorInnen der JKU bei der Finanzierung und dabei, Forschungsergebnisse sichtbar, dauerhaft und möglichst gut zugänglich zu veröffentlichen.

Haben Sie Fragen? Bitte wenden Sie sich einfach an die MitarbeiterInnen des Open Access Office.

Kontakt

Open Access Office

an der Bibliothek der
Johannes Kepler Universität Linz

Telefon

+43 732 2468 4883 oder 4885

Warum Open-Access-Publizieren?

Es gibt viele Gründe, weshalb im Wissenschaftsprozess involvierte Personengruppen vermehrt auf Open Access setzen. Diese sind unter anderem:

  • Erhöhte Sichtbarkeit und Zitierhäufigkeit
  • Gute Auffindbarkeit über Suchmaschinen und Nachweisdienste
  • Weltweiter schneller und kostenloser Zugang zu wissenschaftlicher Information
  • Förderung der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit
  • Damit Förderung der Forschungseffizienz
  • Verbleib der Verwertungsrechte bei den AutorInnen
  • Freier Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen
  • Erfüllung der Anforderungen von Fördergebern

Was Open-Access-Publizieren?

Open Access beschränkt sich mittlerweile nicht mehr nur auf Zeitschriften und Zeitschriftenartikel. Auch andere Arten von Werken und Veröffentlichungen, wie Konferenzbeiträge, Tagungsbände (Proceedings), Buchkapitel und Monographien sowie Präsentationen, Lehrunterlagen, Bilder, Grafiken, Software oder Forschungsdaten können Open Access zugänglich gemacht und frei zur Verfügung gestellt werden.  

Wie Open-Access-Publizieren?

Goldener Weg

Als Gold Open Access wird eine Veröffentlichung bezeichnet, die sofort bei Erscheinen Open Access zur Verfügung gestellt wird.

Dies kann in einem Gold Open Access Journal sein, also einer Zeitschrift, die selbst als Ganzes Open Access erscheint, oder in einem sogenannten hybriden Journal, welches zwar subskriptionsbasiert erscheint, aber einzelne Beiträge darin auf Wunsch sofort Open Access veröffentlicht.

Da Kosten für das Lesen der Zeitschrift bzw. der enthaltenen Artikel bei Open-Access-Publikationen entfallen, setzen Verlage verstärkt als ein alternatives Geschäftsmodell auf Article Processing Charges (APCs), die von AutorInnen bezahlt werden.

Die Bibliothek der Johannes Kepler Universität Linz übernimmt durch Lizenzverträge mit einzelnen Verlagen diese APCs bei OA-Veröffentlichungen teilweise oder zur Gänze.

Außerhalb dieser Abkommen steht seit 2018 wissenschaftlichen AutorInnen der JKU ein Publi­ka­ti­ons­fonds zur Zahlung von APCs für Artikel in wissenschaftlichen Open-Acces­s-Zeit­schriften sowie für Monographien zur Verfü­gung.

Grüner Weg

Green Open Access wird auch unter dem Begriff Selbstarchivierung, Self Archiving oder Zweitveröffentlichung geführt. Es bedeutet eine freie Zurverfügungstellung der Manuskriptversion eines bei einem Verlag veröffentlichten Werkes als Volltext über ein institutionelles oder disziplinäres Repositorium oder die eigene Homepage. Hinter der Paywall erschienene Artikel können in Form eines Preprints oder Postprints somit ebenfalls der Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt werden und fördert dadurch den Austausch wissenschaftlicher Forschung.

Die Johannes Kepler Universität Linz betreibt ein eigenes institutionelles Volltext-Repositorium: ePUB
WissenschaftlerInnen der JKU haben damit die Möglichkeit über den grünen Weg zu publizieren, die eigene Forschung somit sichtbarer zu machen, sowie den Anforderungen von Fördergebern (z.B. FWF) nachzukommen. Beachten Sie dabei die unten angeführten Hinweise zum Thema  Zweitveröffentlichung.

Worauf achten beim Open-Access-Publizieren?

Lizenz

Nicht alles, was frei im Netz verfügbar ist, ist auch Open Access. Um also Klarheit über die Nutzungsrechte für alle Beteiligten zu gewährleisten, sollte jede Open-Access-Veröffentlichung mit einer entsprechenden Lizenz versehen werden. Verlage und Fördergeber setzen hierfür in der Regel das Creative-Commons-Lizenz-Modell ein, wobei die freieste Lizenz, CC-BY 4.0, empfohlen wird.

Auch eine Manuskriptversion auf einem Repositorium kann unter eine CC-BY-Lizenz gestellt werden. Klären Sie dieses Vorhaben aber immer mit allen Beteiligten, insbesondere vorhandenen Co-AutorInnen als auch mit dem Verlag, da es diesbezüglich Einschränkungen und Vorgaben geben kann.

Zweitveröffentlichung

Bevor Sie einen Artikel oder eine andere Veröffentlichung über ein Repositorium (z.B. ePub) zur Verfügung stellen, beachten Sie bitte, dass dies eine urheberrechtlich relevante Nutzungshandlung ist. Sofern Sie nicht der/die alleinige RechteinhaberIn sind, dürfen Sie das Werk nur mit expliziter schriftlicher Zustimmung des/der Dritten (z.B. MitautorInnen oder Verlage) auf die Plattform hochladen. Mit dem Hochladen eines Werks bestätigen Sie, die urheberrechtliche Zulässigkeit abgeklärt zu haben und dazu autorisiert zu sein.

Sollten Sie einen Verlagsvertrag unterzeichnet haben, lesen Sie nach, ob bzw. welche Vereinbarungen bezüglich einer Zweitveröffentlichung getroffen wurden. Falls in diesem Vertrag Hinweise zur Zweitveröffentlichung fehlen, können Sie auf Sherpa/Romeo die Bedingungen nachlesen. Sollte die Zeitschrift oder auch der Verlag nicht gelistet sein, können Sie die Webseite des Verlages konsultieren oder eine E-Mail-Anfrage an ihn stellen. Diese Bedingungen betreffen unter anderem die Art des Repositoriums, die Version des Artikels, die verwendet werden darf, als auch eine etwaige einzuhaltende Embargofrist.

Sollte ein Verlagsvertrag Sie hinsichtlich der Möglichkeiten zur Zeitveröffentlichung stark einschränken, so kommt für Sie gegebenenfalls das seit 2015 in Kraft getretene Gesetz zum Zweitverwertungsrecht laut §37a öUrhG zum Tragen.

Predatory Publishing

Die Finanzierung von Zeitschriften und deren Verlage durch das vorherrschende APC-Modell öffnet Betrügern vermehrt eine Plattform, um sich auf Kosten von WissenschaftlerInnen und Forschungsinstitutionen zu bereichern, welches durch die „publish-or-perish“-Kultur zusätzlich gefördert wird.  

Achten Sie deshalb immer darauf, wo Sie Ihren Beitrag veröffentlichen und prüfen Sie die Seriosität des Verlages. Dabei hilft Ihnen eine Checkliste wie zum Beispiel auf Think. Check. Submit.

Eine solche Gefahr lauert mittlerweile aber nicht mehr nur im Publikationsbereich. Auch die Praxis von sogenannten Predatory Conferences hat sich in den letzten Jahren immer mehr verbreitet.