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Digitale Transformation und Umbruch der Unternehmensbesteuerung.

Wo müssen Google, Apple, Facebook, Amazon, Uber und Co. ihre Steuern bezahlen? Was ist die „digitale Wirtschaft“ eigentlich und wie (sehr) muss sich unser Steuerrecht verändern, um sie erfassen zu können? Lässt die Besteuerung auch hochdigitalisierte und globalisierte Unternehmen an „Grenzen“ stoßen? Wie können Staaten offen für innovative Geschäftsmodelle bleiben und trotzdem ihre Haushalte nachhaltig absichern? Und wer zahlt eigentlich für die Sozialsysteme, wenn nur noch Roboter die Arbeit erledigen?

Die zunehmende Digitalisierung aller Bereiche der Wirtschaft und das Entstehen gänzlich neuer Geschäftsmodelle auf dieser Basis fordern die rund 100 Jahre alten Steuersysteme der Industrienationen heraus. Geltende Steuergesetze müssen auch auf diese neuen Formen unternehmerischer Aktivitäten angewendet werden. Gleichzeitig wird heftig diskutiert, ob und wie die Besteuerung dieser (oder aller) Unternehmen und damit auch die internationale Verteilung der Besteuerungsrechte neu geregelt werden sollte. Viele Staaten sind hin- und hergerissen zwischen einem „Kampf um ihren Anteil am Steuerkuchen“ und dem Versuch, selbst ein beliebter Standort für innovative Geschäftsmodelle zu sein. Auch die Unternehmen selbst müssen sich auf diese Veränderungen einstellen, die steuerlichen Konsequenzen ihrer eigenen Tätigkeiten abschätzen und planvoll darauf reagieren können. Nicht zuletzt ändern neuen Technologien auch die Art und Weise, wie die Finanzverwaltung mit den Steuerpflichtigen kommuniziert und diese auch kontrollieren und überwachen kann.

Das Institut für betriebswirtschaftliche Steuerlehre beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit diesen Entwicklungen auf österreichischer, europäischer und weltweiter Ebene. In Zusammenarbeit mit dem LIT Law Lab der Universität werden digitale Geschäftsmodelle und ihre Besteuerung analysiert, Impulse für die wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung des Steuerrechts erarbeitet und die Konsequenzen für Unternehmen kritisch untersucht. Die Besteuerung prägt die finanziellen Beziehungen zwischen Staat und Wirtschaftstreibenden; die Zukunftsfähigkeit des Steuersystems ist für das Gleichgewicht der öffentlichen Haushalte ebenso wie für die Spielräume unternehmerischer Entscheidungen gleichermaßen bedeutend und steht daher im Mittelpunkt unserer Forschung.

Weitere Informationen zu diesem Forschungsprojekt finden Sie hier:

Projektdetails

Ansprechspartnern

Peter Bräumann
Michael Tumpel