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JKU Mensa.

Alles bio oder regional. Aber warum eigentlich?

Mit einem nachhaltigen Lebensmittelkonzept für den Einkauf startet die Johannes Kepler Universität Linz mit der Österreichischen Mensen Betriebs G.m.b.H eine noch nie dagewesen Maßnahme, die nicht nur dem Trend entspricht, sondern gesellschaftspolitisch relevant ist: Die Umstellung der Mensa an der JKU Linz auf biologische Produkte. Diese Entscheidung verbindet wichtige Themen wie Tierschutz, Umweltschutz, regionale Landentwicklung und Gesundheit.

40 Prozent der Insekten sind akut vom Aussterben bedroht, 75 Prozent der Nutzpflanzen sind auf Bestäubung durch Insekten angewiesen. Global gesehen stehen 50 bis 90 Prozent der Arten vor dem Auslöschen. Die Ursachen dafür sind der Verlust der Diversifizierung in der Landwirtschaft, zu große Flächen mit viel zu wenig Fruchtwechsel. 35 Prozent der Böden in der europäischen Landwirtschaft zeigen grobe Verdichtungen und ein stark gestörtes Bodenleben. Das muss durch energieintensiven Industriedünger kompensiert werden. Ein Kreislauf, aus dem es scheinbar kein Entkommen mehr gibt. Am Ende wird der Verlust der Bodenfruchtbarkeit und der Biodiversität stehen.

Jeder von uns kann tagtäglich mit jeder Mahlzeit aufs Neue beeinflussen in welcher Welt wir leben. Deshalb wurde Bio-Pionier Werner Lampert und sein Team eingeladen, ein Konzept zu entwickeln, um eine österreichische Großgastronomie auf eine nachhaltige Lebensmittelqualität umzustellen. Seit Mai 2019 stammt das gesamte Fleischangebot der JKU Mensa aus biologischer Erzeugung. Und: Die JKU Mensa hält dabei Standards ein, die weit über die EU-Bio-Richtlinie hinausgehen.

Nachhaltig essen am JKU Campus

Folgende Lokale bieten Bio-Fleisch und überwiegend regionale Lebensmittel

Die fleischgewordene Klimakrise

Abgesehen von gesundheitlichen Folgen bei überhöhtem Konsum von Fleisch, hat die enorm steigende Nachfrage nach Schnitzerl & Co auch enorme Auswirkungen auf die Böden und das Klima der Erde.

Zum Vergleich: Wurden 1965 global noch 84 Mio. Tonnen Fleisch produziert, waren es 2017 bereits 330 Mio. Tonnen - also beinahe die vierfache Menge. An der Mensa der JKU wurden 2018 rund 35 Tonnen Fleisch verarbeitet.

Bald werden 10 Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben. Wie halten wir die ökologischen Grenzen unseres Planeten ein und versuchen gleichzeitig die Grundbedürfnisse der 10 Milliarden Menschen zu befriedigen? Das wird zu den größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte gehören, die nur durch ein radikales Umdenken und verantwortungsvolles Handelns gemeistert werden kann.

Sie haben Fragen?

Was bedeutet Bio? Warum ist ein reduzierter Fleischkonsum wichtig für das Klima? Woher kommen die Nahrungsmittel der JKU Mensa? Wir antworten gerne.

Was bedeutet die Mensa-Bio-Umstellung fürs Rind?

  • verpflichtende Weidehaltung
  • Auslauf & Bewegungsmöglichkeit im Freien
  • sojafreie, wiederkäuergerechte Fütterung (Raufutter)
  • 75% Futter vom Hof, 100% heimisches Bio-Futter
  • max. 15 % Kraftfutter
Kühe in Biohaltung, Credit: Sonnberg/Transgourmet Kühe in Biohaltung, Credit: Sonnberg/Transgourmet

Was bedeutet die Mensa-Bio-Umstellung fürs Schwein?

  • Auslauf ins Freie
  • Stroh- und Wühlmaterial
  • kein Kastenstand & keine Fixierung
  • Kastration unter Narkose
  • Verbot dänischer Genetik
Schweine in Biohaltung, Credit: Sonnberg/Transgourmet Schweine in Biohaltung, Credit: Sonnberg/Transgourmet

Was bedeutet die Mensa-Bio-Umstellung fürs Huhn?

  • langsam wachsende Rasse (56 statt 28 Tage konv.)
  • Zugang zum strukturierten Auslauf
  • Außenscharrraum
  • Regionales Bio-Futter
  • 4 m2 Platz pro Huhn
Hühner in Biohaltung, Credit: Sonnberg/Transgourmet Hühner in Biohaltung, Credit: Sonnberg/Transgourmet

Wusstest du, dass...

Bio und regional essen am JKU Campus

In folgenden Einrichtungen kannst du unbeschwerrt zuschlagen - denn das gesamte Fleischangebot stammt aus Biohaltung, alle anderen Lebensmittel werden zumindest überwiegend regional produziert.