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Festakt „Jenseits der Konventionen“

Wir feiern 10 Jahre ICAE und 70 Jahre Walter Ötsch. Das war unser Festakt an der Johannes Kepler Universität Linz.

Bei einem feierlichen Festakt am 25. September feierte das Institut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft (ICAE) sein 10-jähriges Bestehen und den 70. Geburtstag von Professor Dr. Walter O. Ötsch. Er hat das Institut vor 10 Jahren gegründet und mit interdisziplinären und pluralistischen Ansätzen in der Tradition von Kurt W. Rothschild maßgeblich geprägt.

70 Jahre: Kritische Ökonomie

Walter Ötsch gehört zu den profiliertesten Theoretiker*innen der ökonomisierten Gesellschaft und hat sich in vielen Publikationen mit der Entstehung und Systematik des „Mythos Markt“ auseinandergesetzt. Bei seinen Analysen wurde immer klar, dass Ökonomie und ökonomisches Denken in Politik und Gesellschaft eingebettet ist und nicht ohne den sozio-kulturellen Kontext verstanden werden kann. Walter Ötsch hat im Zuge seiner wissenschaftlichen Laufbahn nicht nur die gängigen Konventionen des ökonomisches Felds hinter sich gelassen, sondern auch unser Verständnis darüber geprägt und vertieft, wie diese Konventionen hergestellt, verfestigt und verteidigt werden und welche politischen und sozialen Wirkungen mit diesen verbunden sind.

10 Jahre: Den Wald sehen, nicht die Bäume

Gegründet im Jahr 2009, ein Jahr nach dem Ausbruch der Finanzkrise war die Mission des ICAE Wirtschaft nicht nur eindimensional sondern ganzheitlich zu verstehen und zu analysieren. In den letzten Jahren hat sich das ICAE und sein interdisziplinärer Ansatz an der Johannes Kepler Universität immer weiter etabliert. Das Institut ist gewachsen und diverser geworden – durch die Menschen, die hier arbeiten und die unterschiedlichen wissenschaftlichen Themen, die untersucht werden.

Gemeinsam feiern

Den Festakt eröffnete ICAE-Institutsleiter Jakob Kapeller, der die Geschichte und Meilensteine des Instituts nachzeichnete. Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober schickte digitale Grußworte und strich den wichtigen Beitrag von Walter Ötsch auf die öffentliche Debatte über Rechtspopulismus und die wirtschaftspolitische Debatte Österreichs hervor. Stephan Pühringer und Silja Graupe bedankten sich bei Walter Ötsch als Mentor und Kollegen, indem sie sein Wirken und seine Pionier-Arbeit in vielen Bereichen darlegten. Als Hauptprogrammpunkt hielt der bekannte Ökonom Stephan Schulmeister einen Festvortrag über die Wissenschaftsphilosophie Ludwig Flecks als gemeinsamen Bezugspunkt von ihm und Walter Ötsch.

Eine Festschrift: Jenseits der Konventionen

Zur Feier des Abends wurde von Katrin Hirte und Stephan Panther in humorvoller Weise eine Festschrift für Walter Ötsch mit 24 Beiträgen jenseits der Konventionen vorgestellt und überreicht. Darin wird – in der Tradition der Arbeiten von Walter Ötsch – das derzeit herrschende ökonomische Denken sowie dessen politische und gesellschaftliche Wirkmächtigkeit kritisch hinterfragt. Erschienen und erhältlich ist sie als Teil der Reihe „Kritische Studien zu Markt und Gesellschaft“ beim Metropolis Verlag in Marburg.

Wir bedanken uns bei allen Gästen für den feierlichen Abend und freuen uns auf weitere 10 Jahre jenseits der Konventionen!

 

NEWS 02.10.2020