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Tobias Wiß zu neuen sozialen Risiken bei Pensionen in Europa
 

Keynote speech auf Einladung der Hertie School of Governance in Berlin

Tobias Wiß wurde von der Hertie School of Governance in Berlin eingeladen, am 21./22.05.2019 eine keynote speech auf dem internationalen Workshop „New Social Risks and Pension Policies in Europe“ zu halten. In seinem Vortrag zu „Social Risks in Public and Private Pensions“ zeigte Tobias Wiß auf, dass sich sowohl die Lebenslaufrisiken als auch die Ausgestaltung von Pensionssystem in den letzten beiden Jahrzehnten in fast allen Ländern Europas stark geändert haben. Beide Prozesse zusammen haben (neue) soziale Risiken hervorgerufen, die zu geringen oder fehlenden künftigen Pensionseinkommen führen können.

Vor allem Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Kindererziehung und Pflege von Angehörigen sowie aufgrund von Arbeitslosigkeit, Langzeitarmut, atypische Beschäftigung (Teilzeitarbeit und befristete Beschäftigung), Langlebigkeit sowie das Sparen bei kapitalfundierten Pensionsplänen in Zeiten von Finanzmarkt- und Wirtschaftskrisen (abhängig zusätzlich vom Investitionsportfolio und der Region der Anlage) repräsentieren pensionsbezogene Risiken. Pensionsreformen in den letzten beiden Jahrzehnten haben zum Teil zu einer Verschärfung dieser Risiken (stärkere Verknüpfung von Beiträgen und Leistungen, Aussetzen von Leistungsanpassungen, Ausbau kapitalfundierter Pensionen), zum Teil aber auch zur Reduktion von bestimmten Risiken beigetragen (höhere Renteneintrittsalter, kollektive kapitalfundierte Pensionen, höhere Anerkennung von Kindererziehungs- und Pflegezeiten, Einführung von Grund-/Mindestrenten, Einbezug bisher ausgeschlossener Personen in Pensionsversicherungen). Pensionssysteme können gewisse soziale Risiken abschwächen, allerdings nicht alle und meistens erfolgt auch keine komplette Kompensation. Es gibt zudem kein bestes Modell das sich auf alle Länder anwenden lässt, lediglich einzelne Elemente, die bestimmte Risiken abschwächen. Länderspezifische Risiken und Pensionssysteme sind hierbei entscheidend.

Die Veranstaltung, gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, erfolgte in Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung und dem Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS).

 

NEWS 22.05.2019