AI-RI

FWF Projekt: AI-Based Retinal Image Analysis Research Group (AI-RI)

Laufzeit: 06/21 - 05/26 (5 Jahre)

Partner: Department of Ophthalmology and Optometry, Medical University of Vienna
              Lab for Ophthalmic Image Analysis, Medical University of Vienna

Finanzierung: FWF (Research Groups programme)

Jede Erkrankung der Netzhaut des Auges wirkt sich direkt auf die Sehleistung aus, kann das Sehvermögen gefährden oder auch zur Erblindung führen. Deshalb benötigen wir ein besseres Verständnis von Netzhauterkrankungen und deren Verlauf, um bessere Behandlungen zu finden. Personalisierte Medizin ist ein neuer Ansatz, bei dem Therapien auf die einzelnen PatientInnen zugeschnitten werden. Heute ermöglichen Innovationen in der medizinischen Bildgebung einen außerordentlich detaillierten Einblick in den eigenen Gesundheitszustand. Ein dreidimensionales und sehr detailliertes Bild der Netzhaut kann mit Hilfe der optischen Kohärenztomographie (OCT) aufgenommen werden. Die Analyse der großen Fülle an Informationen über die Augenpatienten, ihren Krankheitsverlauf und den OCT Bildern übersteigt sogar die menschlichen Fähigkeiten.

In den letzten zehn Jahren hat künstliche Intelligenz (KI) viele verschiedene Wissenschaftsbereiche in einer beispiellosen Weise revolutioniert. Es wird erwartet, dass der Einsatz von KI in der Medizin ein großes Potenzial hat. In der Augenheilkunde hat KI bereits übermenschliche Leistungen in der Bilddiagnostik erreicht. Dennoch ist, trotz erster Erfolge, dieses PotenziaI noch nicht ausgeschöpft und wird in der Augenheilkunde noch immer wenig genutzt.

Diese Forschungsgruppe hat das Ziel, ähnliche AugenpatientInnen zu identifizieren und Entscheidungshilfen zu entwickeln, um die Behandlung zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung, Verbesserung und Anwendung von KI-Methoden zur Analyse von OCT‑Bildern der Netzhaut. Außerdem forschen wir an der Entwicklung von Machine Learning Methoden, die eine individuelle Prognose des Krankheitsfortschritts ermöglichen. Die Gruppe besteht aus vier Weltklasse- und PionierforscherInnen der Medizinischen Universität Wien (Ursula Schmidt-Erfurth und Hrvoje Bogunović) mit Expertise in Ophthalmologie und medizinischer Bildgebung und der Johannes Kepler Universität (Sepp Hochreiter und Günter Klambauer) mit Expertise in KI. Sie verbinden ihre Expertisen mit dem gemeinsamen Ziel, KI‑basierte personalisierte Medizin in die Behandlung der häufigsten Augenkrankheiten einzuführen.