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LVA-Beschreibungen

PS Proseminar: Räume und Dimensionen der Geschichte
Kolonialismus und Imperialismus: Europa und die Welt 1750-1960 (235.020)

Kursleitung: Marcus Gräser

Das Verhältnis Europas zur Welt war seit den Entdeckungsreisen des 15. und 16. Jahrhunderts durch Expansion und die Etablierung von formeller und informeller Kolonialherrschaft geprägt – eine Form der Herrschaft, die seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kaum eine Region der Welt mehr unberührt ließ. Mit dem ‚Imperialismus‘ waren die europäischen Imperien in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Von Dauer war die europäische Weltherrschaft aber nicht: Bereits mit der Amerikanischen Revolution (1776-1783) gelang es Kolonien zum ersten Mal, einen eigenen Staat zu gründen. Nach dem Ersten Weltkrieg begann auch in anderen Teilen der kolonialisierten Welt die Bewegung hin zur Unabhängigkeit, die dann nach 1945 in schneller Folge zum Ende der (offiziellen) europäischen Kolonialherrschaft führte.
Das Proseminar gibt Gelegenheit, sich in gemeinsamer Arbeit mit diesem Feld der Globalgeschichte zu beschäftigen – aus der Perspektive der Kolonialmächte ebenso wie jener der indigenen Bevölkerung in den Kolonien. Die Antriebsfaktoren von Kolonialismus/Imperialismus werden dabei ebenso beleuchtet wie die Ursachen und Verlaufsformen der Unabhängigkeitsbewegungen. Im Ganzen führt das Proseminar am Beispiel des gewählten Gegenstands ein in die Grundlagen und Herangehensweisen der Geschichtswissenschaft.


Einführende Literatur:

  • Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009, S. 565-672

  • Jürgen Osterhammel, Kolonialismus. Geschichte – Formen – Folgen, München 2001 (u.ö.)

  • Dietmar Rothermund, Delhi, 15. August 1947. Das Ende kolonialer Herrschaft, München 1998

PS Proseminar: Räume und Dimensionen der Geschichte
Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus (235.021)

Kursleitung: Martina Gugglberger
 

Inhalte
Die Kategorie Geschlecht hatte im NS-Regime vieldimensionale Bedeutungen. In der Lehrveranstaltung werden generelle Fragestellungen und Perspektiven des Themas erörtert, sowie Lebensverhältnisse und Handlungsräume von Männern und Frauen im „Dritten Reich“ debattiert. Verflochten mit der nationalsozialistischen Rassenideologie sollen Geschlechterverhältnisse und Geschlechterbilder des Nationalsozialismus erarbeitet werden. Ein Blick wird dabei auch auf die theoretischen Entwicklungen der historischen Frauen- und Geschlechterforschung zum Nationalsozialismus seit den 1970er Jahren geworfen.

Methoden
Vortrag, (Text-)Diskussionen, Einzel- und Gruppenarbeiten

Leistungsanforderungen
Übungsaufgaben, Beteiligung an der Diskussion sowie mündliche Präsentation und schriftliche Ausarbeitung einer Proseminararbeit.

Literatur

  • Elke Frietsch/Christina Herkommer (Hg.), Nationalsozialismus und Geschlecht. Zur Politisierung und Ästhetisierung von Körper, „Rasse“ und Sexualität im „Dritten Reich“ und nach 1945, Bielefelde 2009.
  • Johanna Gehmacher/Gabriella Hauch (Hg.), Frauen- und Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus. Fragestellungen, Perspektiven, neue Forschungen, Innsbruck 2007.
  • Kirsten Heinsohn/Barbara Vogel/Ulrike Weckel (Hg.), Zwischen Karriere und Verfolgung. Handlungsräume von Frauen im nationalsozialistischen Deutschland, Frankfurt a.M./New York 1997.
  • Klaus Latzel/Elissa Mailänder/Franka Maubach (Hg.), Geschlechterbeziehungen und „Volksgemeinschaft“, Göttingen 2018.

VO Überblicksvorlesung Grundlagen der Zeitgeschichte (235.022)

Kursleitung: Thomas Spielbüchler

Inhalte
Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über Inhalte und Methoden der Zeitgeschichte innerhalb des geschichtswissenschaftlichen Spektrums. Nach einer einführenden Diskussion über mögliche Definitionszugänge zum Begriff der „Zeitgeschichte“ werden zentrale Fragestellungen, Methoden und Inhalte der Zeitgeschichtsforschung präsentiert. Chronologisch setzt die Vorlesung in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ein, um sich in Längs- und Querschnitten zentralen Themenfeldern wie den politischen Leitideologien der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Faschismus, Nationalsozialismus, Sowjetkommunismus), dem Ost/West-Konflikt nach 1945 (Blockbildung, Kalter Krieg, Wende 1989-91), dem Prozess der Europäischen Integration, der Dekolonialisierung sowie Migrationsbewegungen des 20. Und 21. Jahrhunderts zu widmen. Eingebettet in einen globalen bzw. europäischen Rahmen wird ein eigener Fokus auf die Grundzüge der österreichischen Zeitgeschichte gelegt.

Methoden
Vortrag, Einsatz audiovisueller Quellen, Diskussion von Grundlagentexten und Quellen

Leistungsanforderungen
Schriftliche Klausur

Literatur

  • Gabriele Metzler, Einführung in das Studium der Zeitgeschichte, Wien/Paderborn 2004.
  • Eric J. Hobsbawm, Age of Extremes. The Short Twentieth Century 1914–1991, London 1994, dt.: Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, München 1995.
  • Tony Judt, Geschichte Europas. Von 1945 bis zur Gegenwart, München 2006.
  • Rolf Steininger, Der Kalte Krieg, Frankfurt/Main 2003.

Weitere Literaturempfehlungen werden in der Lehrveranstaltung gegeben

KO Klassische Arbeitstechniken (235.018)

Kursleitung: Thomas Spielbüchler

Ziel:
Für historisches Arbeiten ist der Umgang mit Quellen essentiell. In dieser LVA werden Quellen generell behandelt und der wissenschaftliche Umgang damit praktisch geübt. Damit verbunden ist auch Besuche eines Archivs, Museums, von Vorträgen oder Ausstellungen.

Inhalt:
Diese LVA ist eine anwendungsorientierte Einführung in den kritischen Umgang mit schriftlichen, bildlichen und gegenständlichen Quellen in der Geschichtswissenschaft.

Methode:
Kennenlernen und praktische Anwendung der einzelnen Teilaspekte durch Vortrag und Übungen.

Beurteilungskriterien:
Prüfungsimmanente LVA, Übungen, Klausur.

Abhaltungssprache:
Deutsch

Literatur:
Als sinnvolle Begleitliteratur wird empfohlen:

  • Franz X. Eder u. a. (2006): Geschichte Online. Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, Böhlau/UTB, Wien/Köln/Weimar.
  • Howell, Martha/Prevenier, Walter (2004): Werkstatt des Historikers. Eine Einführung in die historischen Methoden, Böhlau/UTB, Köln.

VU Überblick aus Österreichischer Geschichte (235.005)

Kursleitung: Regina Thumser-Wöhs

Die Ringvorlesung „Österreichische Geschichte“ wurde im maximalen Ausmaß von 12 Semester-Einheiten geplant. Sie enthält thematische Längs- und vertiefende Querschnitte. Einige Inhalte/Themen werden nicht nur punktuell diskutiert, sondern werden im Laufe des Semesters immer wieder beleuchtet, beispielsweise Themen der Sozialgeschichte, der Innen- und Außenpolitik, der Frauen- und Geschlechtergeschichte und der Kulturgeschichte/-politik. Die Vorlesung bietet multidimensionale Einblicke in die Geschichte Österreichs, ohne dabei die Chronologie aus dem Auge zu verlieren. Zur Festigung der Lehrinhalte stehen zu Beginn jeder Einheit kurze Übungen oder zusammenfassende Fragestellungen zur vorausgegangenen VO-Einheit (geplant via Moodle). Die Vorlesung wird durch Powerpoint-Folien unterstützt, die vorwiegend der Präsentation von Quellentexten, Bildern/Karikaturen, Audioquellen oder audiovisuellen Quellen dienen. Letztere regen Studierende zur Reflexion und Diskussion des Lehrstoffes an.

Ziel der Lehrveranstaltung ist die Vermittlung der historischen, politischen und kulturellen Strukturen Österreichs. Die Analyse der politischen Systeme erfolgt entlang von Kontinuitäten und Brüchen. Ebenso werden gesellschaftspolitische Auswirkungen auf das Alltagsleben, auf Kultur, Sport und Wissenschaft anhand von Zäsuren und Wendepunkten festgemacht, die selbst den gegenwärtigen politischen und kulturellen Diskurs beeinflussen.

Die Erreichung des Lehrziels erfolgt durch Input (Vorträge, Quellentexte, Diskussionen) der Vortragenden und durch die begleitende Erarbeitung des Lehrstoffs durch die Studierenden. Die Lernzielkontrolle findet in Form einer schriftlichen Klausur statt. Sie dient der Überprüfung des vermittelten historischen Gerüsts zur Österreichischen Geschichte. Studierende müssen zum einen Faktenwissen, zum anderen aber auch ihre Fähigkeit zur Vernetzung der Lehrinhalte und die kritische Reflexion des Lehrstoffs nachweisen.

Ein weiterführender Literatur- und Medienüberblick findet sich am Ende des VO-Programms. Darüber hinaus fließen eigene Forschungsergebnisse im Sinne forschungsbasierter Lehre in die Vorlesung ein.

KO Klassische Arbeitstechniken (235.019)

Kursleitung: Klemens Kaps

Das KO führt in zentrale Arbeitstechniken der Geschichtswissenschaften ein und vermittelt deren Anwendung durch praxisorientierte Übungen anhand von Primärquellen. Ausgehend von theoretischen Einführungen zu Quellen und ihrer Interpretation sowie den grundlegenden Kenntnissen der Quellenkunde wird das Lesen alter Handschriften geübt, sodass auf dieser Grundlage die Studierenden selbst Quellenbestände im Oberösterreichischen Landesarchiv bearbeiten können. Anhand von vorgegebenen Themen und diesen zugeordneten Quellenbeständen wird das Recherchieren, Erschließen und Interpretieren von handschriftlichen Quellen aus dem Bereich der Geschichte der Neuzeit (17. – 19. Jahrhundert) in Oberösterreich geübt. Bei Interesse können die Studierenden selbst auch Themen und Quellenbestände vorschlagen, sofern sie in das Rahmenthema des KO passen. Die Leistungsbewertung erfolgt anhand von mehreren kleineren Übungen, von denen die Bearbeitung der Quellen wesentlich ist, aber die alle abgegeben werden müssen zur erfolgreichen Absolvierung des KO.

EX Exkursion
Triest: Eine Stadt zwischen Imperium, Nationalstaat und Kosmopolitismus, 1717-2018 (235.004)

Kursleitung: Klemens Kaps

Die Exkursion widmet sich ausgewählten Aspekten der Geschichte der adriatischen Hafenstadt Triest zwischen dem Spätmittelalter und der Gegenwart. Ausgehend von der Unterstellung unter habsburgische Herrschaft im Jahr 1382 arbeiten die Studierenden unter Anleitung der LV-Leiter den Wandlungsprozess der Stadt heraus, der über die Existenz als lokaler Hafen im Schatten Venedigs über Jahrhundert weg zum Aufstieg zu einem wichtigen internationalen Handels- und Versicherungszentrum im 18. und 19. Jahrhundert führte. In jene Zeit fiel auch die Geburt des modernen und kosmopolitischen Triests, das durch seine Freihandelsgarantien und religiöse Toleranzpolitik Kaufleute und Geschäftsleute aus verschiedenen Kulturen und Religionen anzog. Genau diese Spannung zwischen einem imperialen Wirtschaftszentrum in der Habsburgermonarchie, einer globalen kosmopolitischen Kultur und den aufkommenden Nationalisierungsprozessen steht im Mittelpunkt der Exkursion. Die Studierenden bereiten diese Exkursion in Referaten zu verschiedenen Themen vor, die von den LV-Leitern bei der ersten vorbereiteten Sitzung vorgestellt werden. Die Details der Abwicklung der Reise sowie die genauen Kosten werden bei der ersten Sitzung bekannt gegeben. Die Exkursion selbst ist für den Zeitraum 6. bis 10. Mai anberaumt.

Die Leistungsbeurteilung erfolgt über das auf der Exkursion bei den Stadtrundgängen an den vier Tagen zu haltende Referat, das auch schriftlich als Arbeit mit Anmerkungen und Literatur abzugeben ist. Daneben zählt die aktive Mitarbeit (Fragen, Kommentare) auf der Exkursion ebenfalls zur Note. Dies setzt die Bereitschaft voraus, Literatur über Triest auf Deutsch und Englisch zu lesen und für die Vorbereitung des Referats auszuwerten.

 

Grundlegende Literatur:

  • Dubin, Lois C., The Port Jews of Habsburg Trieste. Absolutist Politics and Enlightenment Culture, Stanford/California 1999.
  • Faber, Eva, Litorale Austriaco. Das österreichische und kroatische Küstenland, Trondheim – Graz 1995.
  • Klingenstein, Grete – Faber, Eva – Trampus, Antonio (Hg.), Europäische Aufklärung zwischen Wien und Triest. Die Tagebücher des Gouverneurs Karl Graf von Zinzendorf, 1776-1782, Wien – Köln – Weimar 2009, Bd.1, S.83-158.
  • Knittel, Susanne C., Unheimliche Geschichte. Grafeneck, Triest und die Politik der Holocaust-Erinnerung, Bielefeld 2018.

PS Proseminar aus dem Bereich der Geschichte
Vom Deutschliberalismus zum völkischen Nationalismus in der Habsburgermonarchie (1848-1918) (235.006)

Kursleitung: Klemens Kaps

Das Proseminar widmet sich der Herausbildung des völkischen Nationalismus unter der deutschsprachigen Bevölkerung in der Habsburgermonarchie zwischen der Revolution von 1848 und dem Ende des Ersten Weltkriegs. Ausgangspunkt bilden Überlegungen zu nationaler Identität und Nationalismus, die dann auf die Entwicklung des deutschen Nationalismus in der Habsburgermonarchie angewandt werden: Vom Ausgangspunkt der Diskussionen um die groß- und kleindeutsche Lösung im Revolutionsjahr 1848 und der Entstehung des Deutschliberalismus ausgehend wird die schrittweise Transformation des politisch-nationalen Milieus in Richtung einer biologisierenden Ethnisierung einerseits und einer autoritären Schlagseite andererseits nachgezeichnet. Methodisch kommen hier sowohl Politikgeschichte, Kollektiv- und Individualbiografien sowie diskursanalytische Zugänge zum Einsatz. Dabei wird insbesondere auf die Konstruktion von Fremd- und Feindbildern seitens des zunehmend rassistischen Deutschnationalismus fokussiert, vor allem in den Bereichen Antisemitismus und Antislawismus. Auch die Konsequenzen des völkischen Nationalismus für das Bestehen eines multinationalen Reichs werden diskutiert sowie die Langzeitfolgen dieser Ideologie für die Zwischenkriegszeit herausgearbeitet.

Die Studierenden erarbeiten in eigenständigen Referaten anhand von Sekundärliteratur sowie Primärquellen (Sitzungsprotokolle des Reichsrats, Zeitungsartikel etc.) die Einheiten zu ausgewählten Themen. Dazu ist eine eigenständige Literatur- und Quellenrecherche ebenso nötig wie die Bereitschaft, Forschungsliteratur auf Deutsch und Englisch zu lesen. Am Ende des Proseminars steht die Abfassung einer 12-15 seitigen Arbeit, wobei diese zusammen mit dem Referat und der aktiven Mitarbeit in den einzelnen Sitzungen die Note bildet.

 

Grundlegende Literatur:

  • Pieter M. Judson, Habsburg. Geschichte eines Imperiums, 1740–1918, München 2017.
  • Schmid, Julia, Kampf um das Deutschtum. Radikaler Nationalismus in Österreich und dem Deutschen Reich 1890 – 1914, Frankfurt am Main 2009.

SE Gesellschaftsgeschichte:
Gesellschaftsgeschichte Österreichs im 19. und 20. Jahrhundert (236.037)

Kursleitung: Marcus Gräser

‚Gesellschaftsgeschichte‘ ist ein Begriff, der es erlaubt, die Sozialgeschichte – verstanden als Geschichte sozialer Schichten – um die Dimensionen ‚Politik‘, ‚Wirtschaft‘ und ‚Kultur‘ zu erweitern. Das Seminar will also einen Überblick zur österreichischen Geschichte seit dem 19. Jahrhundert geben, der seinen Ausgang von den sozialen Schichten nimmt (Bauern, Arbeiter, Bürgertum, Unternehmer, Intellektuelle, Aristokratie) und danach fragt, auf welche Weise diese Bevölkerungsgruppen (und auch ihr sozialer Konflikt) die jeweilige politische Ordnung (Monarchie, Demokratie, Nationalsozialismus) und ihre Institutionen geprägt haben – und vice versa!

Einführende Literatur:

  • Ernst Bruckmüller, Sozialgeschichte Österreichs, Wien 2001
  • Ernst Hanisch, Der lange Schatten des Staates. Österreichische Gesellschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert, Wien 1995, 2005
  • Hannes Stekl, Adel und Bürgertum in der Habsburgermonarchie, 18.-20. Jahrhundert, Wien 2004

SE Kulturgeschichte
Das Ende der Männlichkeit? (236.036)

Kursleitung: Andreas Enderlin-Mahr

Inhalte:

Stehen wir vor dem Ende der Männlichkeit? „Die Männlichkeit“ sowie „der echte Mann“ sind geradezu ein Phantom. Niemand hat es je gesehen, doch fast jeder glaubt es zu kennen und möchte es bewahren. Die oft beschworene „Krise der Männlichkeit“ gleicht dann nahezu dem gesellschaftlichen Untergang.  Die Lehrveranstaltung wirft einen kritischen, kulturhistorischen Blick auf vergangene sowie gegenwärtige Imaginationen von „Masculinities“ sowie deren praktische Ausformungen im Sinne von „doing male gender“ in verschiedenen Räumen und Themenbereichen wie z.B.: Politik, Medizin und Medien.

Ziele:

Erfassung des Begriffes der „Kulturgeschichte“; Kenntnis über spezielle historische Perioden/Topoi aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Erwerb des Grundwissens zur historisch-kulturwissenschaftlichen Erforschung von Gender. Erarbeitung von wissenschaftlichen Fragestellungen und kritische Reflexion von vermittelten Geschichts- und Gesellschaftsbildern. Erlangung und Vertiefung von Fähigkeiten des wissenschaftlichen Arbeitens.

Lehrmethode

Inputs des Lehrveranstaltungsleiters, Diskussion von Einführungstexten, interaktive Erarbeitung des Seminarthemas anhand von Quellen, Betreuung einer eigenständigen Forschungsfrage und Seminararbeit.

Beurteilungskriterien:

Lesen, vorbereiten und diskutieren von Primär- und Sekundärtexten, aktive Diskussionsbeteiligung, Kurzreferat, Seminararbeit (15 Seiten)

Literatur:

  • David Buchbinder, Studying Men and Masculinities (London 2013).
  • Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter (Frankfurt am Main 2003).
  • Raewyn Connell, Masculinities (Cambridge 1995). Überarbeite Fassung: Raewyn Connell, Masculinities (Cambridge 2005)
  • Raewyn Connell, Gender: in World Perspective (Cambridge 2009).
  • Jürgen Martschukat, Olaf Stieglitz, Geschichte der Männlichkeiten (Frankfurt am Main 2008).


Abhaltungssprache:
Deutsch

KS Erfahrungsgeschichte:
Beobachtung, Wahrnehmung, Information, Wissen: Berichte von Diplomaten, Missionaren und Kaufleuten über Europa und die Welt in der Frühen Neuzeit (1450-1815) (236.018)

Kursleitung: Klemens Kaps

Der Kurs beschäftigt sich mit der Entstehung von Wissen über fremde bis hin zu im kulturellen und räumlichen Sinn weit entfernten Gesellschaften innerhalb Europas als auch auf globaler Ebene in der Frühen Neuzeit. Ausgangspunkt ist ein vorwiegend deutschsprachiger und europäischer Blick auf die Verhältnisse in anderen Ländern und Weltregionen. Dementsprechend nimmt der Kurs eine Auswahl von Berichten in den Blick, die von Personen verfasst wurden, die zwischen der Mitte des 15. und dem frühen 19. Jahrhundert aufgrund ihres Berufes besonders stark mobil waren und eine Vielzahl an Erfahrungen in verschiedenen Gesellschaften machten: Angefangen von offiziell und inoffiziell von Fürstenhöfen entsandten Diplomaten (von Botschaften über Gesandte bis hin zu Konsuln) über christliche Missionare bis hin zu Kaufleuten werden Berichte über Beobachtungen und Erfahrungen auf Reisen, aber auch bei einer länger andauernden oder ständigen Niederlassung an einem anderen Ort, analysiert. Dabei interessiert vor allem die Frage, wie exakt sich die externen Beobachter auf ihre neue Umwelt einließen und versuchten, diese sich zu erschließen und zu verstehen. Änderte sich dadurch die Wahrnehmung und Bewertung der fremden Gesellschaften? Welche Informationen wurden besonders hervorgehoben und für das heimische Lesepublikum aufbereitet? Veränderte sich der Blick und kam es sogar zu einer Identifizierung mit der als fremd eingestuften Gesellschaft? Welche Transfers von Gedanken und Entdeckungen lassen sich feststellen?

Der thematische Schwerpunkt wird durch das Interesse der Studierenden bestimmt, die aus einer Liste an Vorschlägen ihr Referat auswählen können, aber auch eigene Themen einbringen können. Die Berichte sowie deren Interpretation beruhen auf eigenständiger Quellen- und Literaturrecherche, wofür Lesekenntnisse der deutschen und englischen Sprache ebenso vorausgesetzt werden, wie die Bereitschaft, diese Texte zu lesen und zu bearbeiten.

Die Leistungsbewertung setzt sich aus der regelmäßigen Teilnahme an den Sitzungen (zwei Fehleinheiten), aktiver Mitarbeit und einem Referat, das auch schriftlich als Kursarbeit auszuarbeiten ist, zusammen.


Grundlegende Literatur:

  • Augustynowicz, Christoph – Pufelska, Agnieszka (Hg.), Konstruierte (Fremd-?)Bilder Das östliche Europa im Diskurs des 18. Jahrhunderts, Berlin – Boston 2017.
  • Edelmayer, Friedrich, Urteil und Vorurteil. Spanien unter Karl III. in den Berichten der kaiserlichen Gesandten, in: Springer, Elisabeth/Kammerhofer, Leopold (Hg.), Archiv und Forschung. Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv in seiner Bedeutung für die Geschichte Österreichs und Europas, Wien 1993, S. 110 – 124.
  • Edelmayer, Friedrich (Hg.), Die Korrespondenz der Kaiser mit ihren Gesandten in Spanien, Bd.1, Wien 1997.
  • Tremml-Werner, Birgit – Crailsheim, Eberhard (Hg.), Audienzen und Allianzen. Interkulturelle Diplomatie in Asien und Europa vom 8. bis zum 18. Jahrhundert, Wien: Mandelbaum-Verlag, 2015.
  • Osterhammel, Jürgen, Die Entzauberung Asiens. Europa und die asiatischen Reiche im 18. Jahrhundert, München 1998.

SE Österreichische Geschichte:
Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur in der Habsburgermonarchie, 1618-1918 (236.046)

Kursleitung: Klemens Kaps

Die Vorlesung bietet einen Einblick in die Geschichte der Habsburgermonarchie zwischen dem Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs und dem Ersten Weltkrieg und verfolgt in gleichem Ausmaß die Bereiche Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur über drei Jahrhunderte mit ihren Veränderungen, Transformationen und Kontinuitäten. Im Zentrum steht dabei die Herausbildung eines Staats im Kontext eines seit dem 17. Jahrhundert stark expandierenden Imperiums, das ein wesentlicher geopolitischer Player nicht nur in Zentraleuropa war. Wie ein plurikulturelles Reich mit seinen verschiedenen Territorien, Rechtstraditionen, Konfessionen und Sprachen integriert werden konnte und welche Mechanismen und Institutionen hierfür geschaffen wurden, nimmt einen zentralen Platz in der Vorlesung ein. Darunter stellt die Frage nach der Entstehung von Zentralstaat, Parlamentarismus und konstitutioneller Demokratisierung einen wichtigen Schwerpunkt dar. Die Herausbildung von nationalen Identitäten und politisch agierenden Nationalbewegungen bis hin zum Zusammenbruch der Monarchie am Ende des Ersten Weltkriegs verfolgt diese Linie bis zur Entstehung der Nachkriegsordnung 1918/19 weiter. Ebenso werden die sozioökonomischen Transformationsprozesse von einer Agrargesellschaft zu einer stärker industriell geprägten Gesellschaft erläutert und die Frage diskutiert, inwieweit die Habsburgermonarchie als „rückständig“ angesehen werden kann. Auch die gesellschaftliche Schichtung und sozialen Ungleichheiten sowie die Veränderung der Geschlechterrollen über diese drei Jahrhundert werden beleuchtet. Auf dem kulturellen Gebiet liegt zwar großes Augenmerk auf hochkultureller Produktion – von der Malerei über die Musik zu Literatur und Theater – aber auch die alltäglichen Lebensbedingungen, Feste und Organisationsformen kommen zur Sprache.

Die Vorlesung wird über Vorträge abgehalten, die mit illustrativem Material aufbereitet werden und als Leistungsbewertung gibt es am Ende der VO eine schriftliche Prüfung.

 

Grundlegende Literatur:

  • Ernst Bruckmüller, Sozialgeschichte Österreichs, Wien – München 2001.
  • David F. Good, Der wirtschaftliche Aufstieg des Habsburgerreichs 1750-1918, Wien – Köln – Graz 1986.
  • Charles Ingrao, The Habsburg Monarchy 1618-1815, Cambridge 22000.
  • Pieter M. Judson, Habsburg. Geschichte eines Imperiums, 1740–1918, München 2017.
  • Thomas Winkelbauer (Hg.), Geschichte Österreichs, Stuttgart 2016.

SE Geschlechtergeschichte:
Geschichte der Sexualität(en) im 20. Jahrhundert anhand ausgewählter Objekte und Themen (236.007)

Kursleitung: Nora Lehner

Was haben eine Packung der „Pille“, der sogenannte „rosa Winkel“ eines KZ-Häftlings, ein „Bravo“-Heft und ein Gesundheitsratgeber der Jahrhundertwende gemeinsam? Sie alle sind Quellen, die geschichtswissenschaftlich beforscht werden können. Im Zuge des Proseminars werden wir mit Hilfe dieser Quellen die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus dem Blickwinkel der Sexualitätsgeschichte erschließen. Dabei werden Themen wie Gesundheits- und Biopolitik, Moralvorstellungen, Emanzipationsbewegungen und Körperbilder sowie die Medialisierung der Sexualität(en) behandelt. Neben der Geschichte der Sexualität(en) im deutschsprachigen Raum des 20. Jahrhunderts beschäftigen wir uns mit geschichtswissenschaftliche Arbeitstechniken, wie dem Lesen von Sekundärliteratur und dem Erstellen von Exzerpten sowie dem Zitieren und Bibliographieren. Den Abschluss bilden das Ausformulieren einer sexualitäts-/geschlechtergeschichtlichen Fragestellung sowie das Konzipieren und Erstellen einer Proseminararbeit zu einer der im Seminar behandelten Quellen.

Leistungsanforderungen

Prüfungsimmanente LVA, Anwesenheit; Lesen und Diskutieren der Pflichtlektüre sowie Verfassen von Exzerpten; Präsentation; Proseminararbeit;

Literatur

Pflichtlektüre und weiterführende Literatur werden laufend auf Moodle bzw. im Handapparat (Fachbibliothek für Geschichte) ergänzt.

SE Globalgeschichte:
Schwarzer Nationalismus und Black Power – Ursachen, Protagonisten, Formen (Wikipedia Workshop-Seminar) (236.030)

Kursleitung: Daniel Hanglberger

Inhalt
Das Workshop-Seminar widmet sich dem Thema des schwarzen Nationalismus und der Black Power Bewegung mit einem Fokus auf die Vereinigten Staaten von Amerika. Gerade in den USA wird der Wunsch der afro-amerikanischen Bevölkerung als gleichberechtigte Bürger anerkannt zu werden, als der allgemeine Mainstream betrachtet. Dem zum Trotz gab es immer wieder in der afrikanischen Diaspora und in den USA Schwarze, die sich dem Ideal einer „black“ oder „African“ nation zuwandten und damit eine Trennung von Schwarzen und Weißen auf sozialer, kultureller und politischer Ebene propagierten. Im 19. Jahrhundert war diese Strömung nur relativ schwach ausgeprägt und erreichte ihren ersten Höhepunkt in den 1850er Jahren vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Konflikts zwischen den Sklavenstaaten im Süden und den sogenannten freien Staaten im Norden, der dann in den Bürgerkrieg (1861-65) führte). Im 20. Jahrhundert entstanden dann nach dem 1. Weltkrieg (Marcus Garvey) und im Anschluss an die Bürgerrechtsbewegung regelrechte schwarz-nationale Massenbewegungen (Black Power, Malcolm X etc.)

Im Seminar werden neben einführenden historischen Kontextualisierungen des schwarzen Nationalismus, die Ursachen für seine Entstehung analysiert, wesentliche Protagonisten, ihre Motivationen und Vorstellungen genauer betrachtet und verschiedene Formen von schwarzem Nationalismus unter Inbezugnahme der Entwicklungen in der afrikanischen Diaspora unter die Lupe genommen.

Das Seminar ist als Workshop konzipiert, in dem in einer strukturierten Vorgehensweise auf akademischen Niveau Wikipedia-Artikel zum Thema neu geschrieben, überarbeitet und/oder übersetzt werden sollen. Neben einer Einführung in Wikipedia ist daher ebenso Ziel der LVA die Studenten und Studentinnen für einen kritischen Umgang mit der Online-Enzyklopädie (und digitalen Inhalten allgemein) zu sensibilisieren. Des Weiteren werden Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt: Stellung erkenntnisleitender Fragen, Umgang mit Literatur, Zitation(sweisen) usw.

(!) Kenntnisse in Englisch werden vorausgesetzt.
 

Anforderungen für Scheinerwerb

  • Anwesenheit (max. 4 SWS Fehlzeit)
  • kurze Reflexionspapiere (max. ½ Seite) zur Pflichtlektüre
  • mündliche Vorstellung des Konzeptes für den zu schreibenden Artikel
  • Erstellung des WikipediaArtikels (4.000 Wörter)

 

Einführende Literatur

  • Bracey, John H./Meier, August/Rudwick, Elliott: Black Nationalism in America, Indianapolis, IN 1970.
  • Franklin, John Hope/Moss, Alfred A.: From Slavery to Freedom. A History of African Americans, Boston, MA 2000.
  • Deburg, William L. van: Modern Black Nationalism. From Marcus Garvey to Louis Farrakhan, New York, NY 1997.
  • Moses, Wilson J.: Classical Black Nationalism. From the American Revolution to Marcus Garvey, New York, NY 1996.

KS Geschichte Europas:
Krieg, Frieden, Nachkrieg. Europa 1918-1923 (236.907)

Kursleitung: Marcus Gräser

Der Erste Weltkrieg endete 1918. Tatsächlich? Mit Blick auf die europäische Geschichte in ihrer Gesamtheit lässt sich das so eindeutig nicht sagen, da vor allem in Mittel- und Osteuropa das Ende des Weltkriegs in eine Gemengelage von regionale Kämpfen und nicht zuletzt in den russischen Bürgerkrieg überging. Aber auch in Österreich und in Deutschland war die Nachkriegssituation von zahlreicher Gewalt gekennzeichnet. Die einfache Gegenüberstellung von Krieg und Frieden wird den Jahren zwischen 1918 und 1923 also nicht wirklich gerecht – es handelt sich eher um eine Nachkriegszeit, in der zahlreiche Gewaltakteure eine Grauzone zwischen Krieg und Frieden hergestellt haben. Die Chancen der Demokratie in den neuentstandenen Staaten (aus der Konkursmasse der Habsburgermonarchie) und in den Verliererstaaten des Kriegs aber hingen nicht unwesentlich davon ab, ob und wie die Gewalt in der Nachkriegszeit eingehegt werden konnte. Der Kurs wird vor diesem Hintergrund einen Überblick zur Geschichte Europas in den Jahren zwischen 1918 und 1923 bieten.

 

Einführende Literatur:

  • Boris Barth, Europa nach dem Großen Krieg: Europa in der Zwischenkriegszeit 1918-1938, Frankfurt am Main 2015
  • Robert Gerwarth, Die Besiegten. Das blutige Ende des Ersten Weltkriegs, Berlin 2017
  • Tim B. Müller, Adam Tooze, Demokratie nach dem Ersten Weltkrieg, in: Dies. (Hg.), Normalität und Fragilität. Demokratie nach dem Ersten Weltkrieg, Hamburg 2015

SE Masterarbeitsseminar (Begleitung der Masterarbeit) (236.942)

Kursleitung: Marcus Gräser

Das Masterarbeitsseminar bietet ein Forum zur Vorstellung und Diskussion der Studienabschlussarbeiten im Feld der Geschichte. Darüber hinaus bietet es – orientiert an den Themen der Kandidatinnen und Kandidaten – die Gelegenheit zur gemeinsamen Quelleninterpretation und zur Debatte ausgewählter Ergebnisse der historischen Forschung.

IK Praxisfelder der Zeitgeschichte:
Deportationen (236.940)

Kursleitung: Regina Thumser-Wöhs

Inhalte/Ziele:

Ausgehend von Oberösterreich und Linz fokussieren wir auf einen Vergleich der „Ghettoisierung“ von Jüdinnen und Juden in sogenannten „Judenwohnungen/-häusern“ in den Bundesländern, der Abschiebung/Zwangsumsiedlung nach Wien, um einzelne Städte/Gaue möglichst rasch „judenfrei“ zu machen, die Schritt für Schritt erfahrene Entrechtung und erneute Delogierung und „Sammlung“/„Konzentration“ sowie den Weg ins Exil und/oder die Deportation (von Wien aus) in ein Konzentrationslager.

Nach eigenständiger Erarbeitung und Präsentation einzelner Themen vertiefen wir die Kenntnisse durch eine Exkursion nach Wien. Geplant sind u.a. ein Besuch der Ausstellung „Letzte Orte vor der Deportation. Kleine Sperlgasse, Castellezgasse, Malzgasse“, der Rundgang „Leben und Vertreibung“ und/oder „Topografie der Shoah“.
 

Anforderungen:

Bereitschaft, „intensiv“ an ausgewählten Themen zu arbeiten; Präsentation & schriftliche Arbeit; Diskussion ausgewählter Texte, Exkursion (Teilnahme verpflichtend).

Anwesenheit und aktive Mitarbeit sind Grundvoraussetzungen für Abschluss der LV.


Auswahl-Literatur

  • Daniela Ellmauer u. Regina Thumser: „Arisierungen“, Beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen in Oberösterreich. „Arisierungen“, beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen 1. (Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission. Vermögensentzug während der NS-Zeit sowie Rückstellungen und Entschädigungen seit 1945 in Österreich, 17/1) Wien/München 2004, 201–500.
  • Dieter Hecht, Elenore Lappin u. Michaela Raggam-Blesch: Topographie der Shoah. Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien. Wien 2015.
  • Albert Lichtblau: In Lebensgefahr. Die jüdische Bevölkerung der Stadt Salzburg, in: Die Stadt Salzburg im Nationalsozialismus, Band 35: Leben im Terror. Verfolgung und Widerstand, hg. v. Stadtgemeinde Salzburg, Thomas Weidenholzer u. Albert Lichtblau. Salzburg 2012.
  • Regina Thumser: Linzer „Judenhäuser“, URL, www.insitu-linz09.at/de/gastbeitraege/thumser-regina.html, 2009 (26.1.2019).
  • Regina Thumser: Jüdische Frauen in Oberösterreich: Beispiele von Ausgrenzung und Verfolgung, in: Johanna Gehmacher u. Gabriella Hauch (Hg.): Frauen- und Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus. Fragestellungen, Perspektiven, neue Forschungen. Innsbruck/Wien/Bozen 2007, 135–149.
  • Verena Wagner: Jüdisches Leben in Linz 1849–1943. 2 Bände. Linz 2008.
  • Michael John: „Bereits heute schon ganz judenfrei...“. Die jüdische Bevölkerung von Linz und der Nationalsozialismus; in: Fritz Mayrhofer u. Walter Schuster (Hg.): Nationalsozialismus in Linz, Bd. 2. Linz 2001, 1311–1406.
  • Bernhard Natter: Endlich! Jetzt is a Ruah! Das Bild nationalsozialistischer Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik in Felix Mitterers Theaterstück Kein schöner Land, in: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv, 7/7 (2016), 49–57.
  • Emmerich Tálos, Ernst Hanisch u. Wolfgang Neugebauer (Hg.): NS-Herrschaft in Österreich 1938–1945. Wien 1988.

UE Schreibwerkstatt (236.936)

Kursleitung: Thomas Spielbüchler

Anmeldevoraussetzung:
Keine; aber Empfehlung, die LV am Anfang des Studiums zu absolvieren;

Ziele:
Vermittlung bzw. Wiederholung der Grundkenntnisse zum Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten als Leitfaden für SE-Arbeiten bzw. die MA-Arbeit;

Inhalte:
In der LV wird der komplette Bogen rund um die Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten thematisiert: die Themenfindung, Recherche, Erstellung eines Konzepts, Arbeiten mit Texten, Schreiben der Arbeit und Präsentation der Ergebnisse.

Beurteilungskriterien:
Positive Absolvierung der Übungen; die LV-Note ergibt sich aus den einzelnen Übungsnoten und der aktiven Mitarbeit.

Lehrmethoden:
Vortrag und Diskussion der Übungen;

Abhaltungssprache
Deutsch

Literatur
Skript (wird zur Verfügung gestellt)

IK Praxisfelder der Zeitgeschichte:
Exkursion Ghana (236.941)

Kursleitung: Thomas Spielbüchler

Ziel:
Ziel der Exkursion ist es, Geschichte an den Originalschauplätzen „greifbar“ zu machen. Gerade im Zusammenhang mit kolonialer und postkolonialer afrikanischer Geschichte schafft das Betreten eines historischen Raumes ein Verständnis von Ereignissen und Zusammenhängen, die in einem Seminarraum nicht vermittelt werden können.

Inhalt:
Das seit 1957 unabhängige Ghana, zuletzt die britische Kolonie Goldküste, nach einer Reihe von anderen europäischen Akteuren, die ihr Glück an der ghanaischen Küste versuchten, war ein wichtiger Eckpunkt des transatlantischen Sklavenhandels der Neuzeit. Es war aber auch die erste Kolonie in Afrika südlich der Sahara, die unabhängig wurde. Diese Entwicklungen stehen in enger Verbindung mit Kwame Nkrumah, dem ersten Präsidenten Ghanas und einem der Protagonisten einer afrikanischen Integration – aus der schließlich die Afrikanische Union entstand. Ghana ist heute ein wichtiger Staat in der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), auf deren Territorium sich u. U. gerade ein neues Konfliktsystem entwickelt, dessen Teilkonflikte es auch in unsere Medien schaffen (Boko Haram, al Qaida im Maghreb, etc.). Gleichzeitig ist Ghana auch einer der vielen afrikanischen Staaten, in denen traditionelle afrikanische (vorkoloniale) Herrschaftsverbände (Königreiche)  in einen demokratischen Staat integriert worden sind und trotzdem noch als eigenständige Institutionen funktionieren – wenn auch formal ohne politische Macht. Das Königreich Ashanti mit seinem einflussreichen Asantehene (König) ist ein Beispiel dafür und prägt (neben anderen ethnisch basierten Gruppen) das kulturelle Ghana bis heute.

Diese Elemente der ghanaischen Geschichte bilden den thematischen Rahmen der Exkursion. 

Daten und Fakten:

Zeitraum der EX: 6. – 14. April (die Daten können sich durch die individuelle Anreise verschieben, das EX-Programm beginnt am 6. April, 17:30 Uhr in Accra und endet am Sonntag, 14. April, ca. 16:00 in Accra).

Vorbereitung: jeweils Mittwoch, 15:30-18:00 an folgenden Tagen: 6./13./20. März.

Kosten: individuelle Anreise, EX-Kosten: 450 € (Hotel ÜF/ Transport, Eintritte, 2 x Abendessen), individuelle Kosten (Verpflegung, Einkäufe, etc.) + Impfungen + Visum

Behördliche Voraussetzungen: Visum (100 €) und Gelbfieberimpfung

Beurteilungskriterien:

Teilnahme am Vorbereitungsprogramm, an den einzelnen Programmpunkten der Exkursion sowie Protokolle und ein Reflexionspapier.

Lehrmethode:

Vor der Exkursion werden drei Blockveranstaltungen abgehalten, die als Vorbereitung dienen. Diese Blöcke werden als Vortrag und Diskussion abgehalten, wobei das Lesen der ausgegebenen Lektüre verpflichtend ist.

Abhaltungssprache

Deutsch (Vorbereitung) Deutsch/Englisch (Exkursion)

Literatur:

Wird im Rahmen der LV bekannt gegeben.

Zusatzinformation:

Aus organisatorischen Gründen gibt es maximal 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die EX findet in Kooperation mit der Universität Salzburg statt (Gruppengröße insgesamt: max. 30 Studierende).

KS Gesellschaftstheorien:
Weltgesellschaft (236.902)

Kursleitung: Veronika Wittmann

Beschreibung:
In der Lehrveranstaltung wird die Thematik der Weltgesellschaft anhand verschiedener theoretischer Ansätze erarbeitet.

Ziele:
Ziel der Lehrveranstaltung ist Weltgesellschaft als Kontext, als Gegenstand und auch als Herausforderung der Sozialwissenschaften zu begreifen.

Inhalte:
Der Schwerpunkt liegt auf der Rekonstruktion soziologischer und politikwissenschaftlicher Theorien zu Weltgesellschaft. Es erfolgt eine Vertiefung dessen, wie in verschiedenen Ansätzen Weltgesellschaft konzeptualisiert wird.

Umsetzung:
Partizipation in Diskussionsforen;
Klausur;
Verfassen von Reflexionsarbeiten.


Literaturhinweis:

  • Wittmann, Veronika 2011: Weltgesellschaft. In: Kleines Lexikon der Politik. hrsg. von Dieter Nohlen/Florian Grotz. 5. Auflage. München: Verlag C.H. Beck, S. 685-687.
  • Wittmann, Veronika 2014: Weltgesellschaft. Rekonstruktion eines wissenschaftlichen Diskurses. Baden-Baden: Nomos Verlag.

IK Konstruktion von Geschichte:
Bilder der Vergangenheit – Visual History und Erinnerung (236.906)

Kursleitung: Martina Gugglberger

Inhalt der Lehrveranstaltung:
Der Intensivierungskurs beschäftigt sich mit der Bedeutung und Funktion von Bildern in der Geschichtswissenschaft. Visuelle Produktionen und Praktiken, ob Gemälde, Fotografien, Plakate oder Filme sind in den letzten Jahrzehnten verstärkt in den Fokus der historischen Wissenschaften gerückt; es wird in diesem Zusammenhang seit den 1990er Jahren von einem „visual turn“ gesprochen. Vor allem die Gedächtnis- und Erinnerungsforschung hat sich mit dem Bild als Träger von Vergangenheitsbezügen und Teil eines kulturellen Gedächtnisses auseinandergesetzt. Ausgehend von ausgewählten ikonografischen Bildern des 20. Jahrhunderts werden im Intensivierungskurs generell Bilder als historische Quellen, deren Bedeutung für (nationale) Erinnerungskulturen diskutiert sowie der methodische Umgang und Interpretationswege mit visuellen Quellen erläutert.
 

Anforderung:
Anwesenheitspflicht, Lektüre der Grundlagentexte, aktive Teilnahme an den Diskussionen, mündliche Präsentation eines ausgewählten Themas bzw. Bildes, schriftliche Seminararbeit

VU Global Studies: Interdisziplinär (236.050)

Kursleitung: Veronika Wittmann, Franz Nuscheler, Ernst Langthaler, Franz Leidenmühler, Reinhold Lang, Elias Felten

Beschreibung:
Global Studies steht als disziplinen- und fakultätsübergreifendes Studienangebot Studierenden an der JKU Linz zur Verfügung. In der Ringvorlesung Global Studies: Interdisziplinär werden in soziologischer, politikwissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher, völkerrechtlicher und historischer Perspektive Prozesse der Globalisierung vorgestellt.

Ziele:
Die Lehrveranstaltung umfasst globale Fragen und Zusammenhänge in den Bereichen der Gesellschaft, der Politik, der Chemie (Polymer-Technologie), der Geschichte und des Rechts.
Vorrangiges Ziel ist die Vermittlung und Förderung des Verständnisses für soziale und politische Prozesse der Globalisierung, der Nachhaltigkeit und Entwicklung, der globalen Migration und des Völkerrechts sowie ihre Interdependenzen. Dieses Wissen bildet die Grundlage zur Erreichung der Handlungskompetenz in einer globalisierten Welt.

Inhalte:
Ausgewählte Themen der Globalgeschichte, der Weltpolitik, der Soziologie, der Chemie (Polymer-Technologie) und des Völkerrechts.

Umsetzung - Organisation:
Partizipation in Diskussionsforen;
Klausur.

Literatur:
Die themenspezifische Literatur und/oder Power Point Präsentationen werden von den Vortragenden der Ringvorlesung Global Studies ins KUSSS gestellt.

SE Global Studies: Gesellschaft und Politik (236.051)

Kursleitung: Franz Nuscheler

Beschreibung:
In der Lehrveranstaltung werden globale Trends – Prozesse der sozialen, kulturellen und politischen Globalisierung, Nord-Süd Beziehungen sowie Weltgesellschaft und Globale Politik – anhand verschiedener theoretischer Ansätze erarbeitet.

Ziele:
Ziel der Lehrveranstaltung ist das Analysieren und Verstehen von globalen Entwicklungen.

Inhalte:
Vertiefung der sozialwissenschaftlichen Kenntnisse zu weltpolitischen und weltgesellschaftlichen Themen.

Umsetzung:
Präsentation; eigenständiges Literaturstudium; Verfassen einer Seminararbeit.

Literaturhinweis:
Es wird eine Literaturliste im Seminar zur Verfügung gestellt. Darüber wird eine eigenständige Literaturrecherche erwartet.

SE Masterarbeitsseminar (Begleitung der Masterarbeit) (236.935)

Kursleitung: Veronika Wittmann, Franz Nuscheler

Beschreibung:
Das Seminar ist gerichtet an Studierende, welche im Bereich der Politischen Bildung eine Masterarbeit schreiben.

Ziele:
Auseinandersetzung mit grundlegenden theoretischen Ansätzen der sozialwissenschaftlichen Forschung.
Erarbeitung von Zugängen zur Theorie, Methodenwahl und Gliederung einer Masterarbeit.
Klärung der Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten.

Umsetzung:
Präsentation; eigenständiges Literaturstudium; Verfassen einer Masterarbeit.
Erarbeitung von Techniken wissenschaftlichen Arbeitens.
Darstellung und Diskussion des Aufbaus einer wissenschaftlichen Arbeit mit allen Studierenden, die an der Lehrveranstaltung teilnehmen.

Voraussetzungen:
Formale Kriterien zum Erwerb eines Lehrveranstaltungsscheines sind neben der Präsentation und der Darstellung des Konzeptes eine aktive Teilnahme an den Diskussionsrunden.

PS Soziologie (231.130)

Kursleitung: Veronika Wittmann

Beschreibung:
In der Lehrveranstaltung werden Konzeptualisierungen der Internationalen, der Globalen und der Transnationalen Gesellschaft sowie Weltgesellschaft anhand verschiedener theoretischer Ansätze erarbeitet.

Ziele:
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Gesellschaftstheorien mit Bezug auf den globalen Kontext, als Gegenstand und auch als Herausforderung der Soziologie zu begreifen.

Inhalte:
Der Schwerpunkt liegt auf der Rekonstruktion der soziologischen Theorien zu Weltgesellschaft. Es erfolgt eine Vertiefung dessen, wie in verschiedenen theoretischen Ansätzen Weltgesellschaft konzeptionalisiert wird.

Umsetzung:
Präsentation; eigenständiges Literaturstudium; Verfassen einer Proseminararbeit.

Literatur:
Es wird eine Literaturliste im Seminar zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wir eine eigenständige Literaturrecherche erwartet.

SE Master Seminar Globalization: Sociological Perspectives (236.034)

Lecturer: Dr. Veronika Wittmann (Johannes Kepler University, Linz)

Entry requirements
Successful completion of the Master Course Dimensions of Globalization

Course Structure
The first and second sessions aim at providing students with an introduction to Global Society: from the World in 1900 up to the Global society in the New Millennium. In this session, students will also be introduced to viewpoints of Globalization Debates, Defining Globalization, Globalization and (In)Equality as well as (Re)constructing Future Globalizations.
Students then focus in the third and fourth session on some of the main concepts with regard to concepts of World society: raising questions of why study world society, conceptualizing and models of world society as well as the question of movement from International to World Society.
The fifth session is devoted to aspects of Civilizing World Politics: Society and Community Beyond The State, World Society and the Nation-State, who’s making global civil society as well as the question of Civil Society, the State, and the Limits to Global Civil Society.
The course is completed by a final session on Sociological Cosmopolitism, including aspects of unpacking cosmopolitism for the social sciences as a research agenda, the cosmopolitan imagination: critical cosmopolitanism and social theory, visuality, mobility and the cosmopolitan: inhabiting the world from afar as well as Global Governance or World Federalism, and a Cosmopolitan Dispute on Institutional Models.

Course objectives

  • To provide insights into different sociological perspectives of globalization.


Grading
The assessment of this course will be made based on following requirements:

  • Presentation of two selected topics in the seminar.
  • Participating in the Discussion Forums.
  • Find another article in a book or scientific journal that deals with your topic.
  • Write an abstract about the selected article and comment on the article.


Required reading
The reading package can be purchased digitally via KUSSS by the students from March 5th on.