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LVA-Beschreibungen Sommersemester 2020

PS Proseminar aus den Räumen und Dimensionen der Geschichte
Revolutionen in der atlantischen Welt: Nordamerika, Frankreich, Haiti, 1770-1815 (235.020)

Kursleitung: Marcus Gräser

Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert ereignen sich im nordatlantischen Raum drei Revolutionen, die zu Schlüsselereignissen in der Geschichte der Neuzeit werden: In den englischen Kolonien in Nordamerika beginnt der erste antikoloniale Befreiungskampf, an dessen Ende die Vereinigten Staaten von Amerika stehen; wenig später beginnt in Frankreich eine Revolution, die unterschiedliche Phasen durchläuft und erst 1815 mit der definitiven militärischen Niederlage von Napoleon einen Endpunkt erreicht. Auf der französischen Karibikinsel Saint Domingue wiederum beginnt in den 1790er Jahren eine Revolution, die von Sklaven getragen wird und an deren Ende der unabhängige Staat Haiti steht. Das Proseminar wird sich nicht nur mit den Ursachen und dem Verlauf dieser Revolutionen beschäftigen, sondern auch nach den Zusammenhängen fragen: Was verbindet die drei Revolutionen – real und in der Theorie der Revolution? Im Ganzen führt das Proseminar am Beispiel des gewählten Gegenstands ein in die Grundlagen und Herangehensweisen der Geschichtswissenschaft.

Einführende Literatur:

  • Walter Bernecker, Kleine Geschichte Haitis, Frankfurt am Main 1996
  • Horst Dippel, Die Amerikanische Revolution 1763-1787, Frankfurt am Main 1985
  • Joseph C. Miller (ed.), The Princeton Companion to Atlantic History, Princeton 2015
  • Hans-Ulrich Thamer, Die Französische Revolution, München 2013

PS Proseminar aus den Räumen und Dimensionen der Geschichte
Koloniale Herrschaft und kultureller Austausch: Das spanische Weltreich (235.021)

Kursleitung: Klemens Kaps

Inhalte
Das Proseminar führt in die Geschichte der spanischen Expansion im Atlantik und Pazifik ein und thematisiert Spaniens Kolonialherrschaft am amerikanischen Doppelkontinent, der Karibik und den Philippinen zwischen dem frühen 16. Jahrhundert und der Unabhängigkeit des Großteils der Kolonien im frühen 19. Jahrhundert. Dabei stehen die Mechanismen kolonialer Herrschaft in den Bereichen von Politik, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft im Vordergrund. Besonderes Augenmerk wird auf den durch das spanische Kolonialreich bewirkten kulturellen Austausch im Atlantikraum und Europa eingegangen. Das Hauptaugenmerkt liegt auf den kolonialen Gesellschaften mit ihren vielfältigen Hierarchien und kulturellen Unterschieden, unter starker Berücksichtigung der indigenen Bevölkerungsgruppen und den afrikanischen Sklaven. Zugleich werden die kolonialen Verhältnisse immer vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Festlandsspanien auf der iberischen Halbinsel betrachtet.

Methoden
Einleitende Vorträge des LV-Leitenden in die Thematik, Textdiskussionen, Gruppenarbeit und Einzelreferate mit anschließendem Kommentar und Diskussion

Leistungsanforderungen
Die Note setzt sich aus mehreren kleineren Arbeitsaufträgen, einem Gruppenreferat sowie einem Referat über ein selbst gewähltes Thema aus dem Rahmenthema des Proseminars und eine abschließende Proseminararbeit (10-12 Seiten) zusammen. Regelmäßige Anwesenheit (maximal 2x Fehlen), aktive Mitarbeit (Fragen, Diskussion) und die Bereitschaft englisch- und deutschsprachige Fachliteratur zu lesen sind wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss des Proseminars.

Literatur

  • Bernecker, Walther L., Spanische Geschichte von der Reconquista bis heute, Darmstadt 2002.
  • Pieper, Renate, Die Vermittlung einer neuen Welt. Amerika im Nachrichtennetz des Habsburgischen Imperiums 1493 – 1598, Mainz 2000.
  • Reinhard, Wolfgang, Die Unterwerfung der Welt. Globalgeschichte der europäischen Expansion, 1415-2015, München 2016.

SE Seminar aus den Epochen der Geschichte
Europäischer Faschismus im Vergleich 1918-1945 (235.011)

Kursleitung: Marcus Gräser

Die Herrschaft des deutschen Nationalsozialismus hat seit jeher etwas den Blick dafür verstellt, dass es sich beim Faschismus um ein europäisches Phänomen handelt, dessen ideologische Wurzeln meist in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückreichen, dessen politische Praxis sich aber in vielen Ländern in den unmittelbaren Jahren nach dem Ende des Kriegs herausbildete, exemplarisch etwa in der politischen Bewegung Mussolinis, die bereits 1922 die Macht in Italien übernahm und dem Phänomen auch seinen Namen gab. Das Seminar will in vergleichender Weise Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den europäischen Faschismen erkunden und dabei auch klären, wieviel Faschismus in der österreichischen Politik der Jahre zwischen 1934 und 1938 („Austrofaschismus“) steckt. Darüber hinaus wird das Verhältnis des deutschen Nationalsozialismus zu den anderen europäischen Faschismen thematisiert, vor allem in jenen Staaten, die im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt waren.

Einführende Literatur:

  • Arnd Bauerkämper, Der Faschismus in Europa 1918-1945, Stuttgart 2006
  • Mark Mazower, Hitlers Imperium. Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus, München 2009
  • Ernst Nolte, Die faschistischen Bewegungen. Die Krise des liberalen Systems und die Entwicklung der Faschismen, München 1966

SE Seminar aus den Epochen der Geschichte
Geschichte der Sowjetunion 1917-1991 (235.014)

Kursleitung: Birgit Kirchmayr

Inhalt
Das Seminar setzt sich mit der Geschichte der Sowjetunion von ihrer Gründung 1922 (nach Oktoberrevolution 1917 und dem russischen Bürgerkrieg) bis zu ihrem Ende 1991 auseinander. Gründungs- und Aufbauphase, Stalinismus und GULAG, die Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg („Großer Vaterländischer Krieg“), Entstalinisierung und „Tauwetter“-Ära und die Perestrojka unter Michail Gorbatschow in den 1980er Jahren bilden die chronologischen Pfeiler. Betrachtet werden die Veränderung des politischen Systems, die wirtschaftlichen Pläne und Verläufe, die unterschiedlichen Biographien der jeweiligen Vorsitzenden der KPDSU, Alltags- und Sozialleben bis hin zu den Ursachen, die zum Ende der Sowjetunion zu Anfang der 1990er Jahre geführt haben.

Methoden
Inputvorträge, Diskussion von Grundlagentexten und Quellen, audiovisuelle Quellen, Referate

Leistungsanforderungen
Aktive Beteiligung, Erstellen eines Referates und einer Seminararbeit

Literatur

  • Manfred Hildermeier, Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates, München 1998.
  • Karl Schlögel, Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt, München 2017.

Weitere Literaturempfehlungen werden in der Lehrveranstaltung gegeben.

SE Seminar aus den Epochen der Geschichte
Jahrhundert der Frauen? – Geschlechtergeschichte des 20. Jahrhunderts (235.015)

Kursleitung: Martina Gugglberger

Inhalte
Das Seminar vertieft Aspekte der Geschlechtergeschichte des 20. Jahrhunderts. Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit Geschlecht als wissenschaftlicher Kategorie und den Perspektiven der Geschlechterforschung, werden zentrale Themenfelder diskutiert: z.B.: Politik, soziale Bewegungen, Kunst/Kultur/Medien, Arbeit, Sexualität und Körper, Sport, Recht Wissenschaft/Bildung, Religion.

Methoden
Vortrag, (Text-)Diskussionen, Einzel- und Gruppenarbeiten

Leistungsanforderungen
Übungsaufgaben, Beteiligung an der Diskussion sowie mündliche Präsentation und schriftliche Ausarbeitung eines Seminarthemas.

Literatur

  • Claudia Opitz, Um-Ordnung der Geschlechter. Einführung in die Geschlechtergeschichte, Tübingen 2005.
  • Johanna Gehmacher/Maria Mesner, Land der Söhne. Geschlechterverhältnisse in der Zweiten Republik, Innsbruck/Wien/Bozen 2007.
  • Andrea Griesebner, Feministische Geschichtswissenschaft. Eine Einführung, Wien 2005.
  • Maria Bühner/Maren Möhring. Europäische Geschlechtergeschichte, Stuttgart 2018.

VO Überblicksvorlesung Grundlagen der Zeitgeschichte (235.022)

Kursleitung: Birgit Kirchmayr

Inhalte
Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über Inhalte und Methoden der Zeitgeschichte innerhalb des geschichtswissenschaftlichen Spektrums. Nach einer einführenden Diskussion über mögliche Definitionszugänge zum Begriff der „Zeitgeschichte“ werden zentrale Fragestellungen, Methoden und Inhalte der Zeitgeschichtsforschung präsentiert. Chronologisch setzt die Vorlesung in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ein, um sich in Längs- und Querschnitten zentralen Themenfeldern wie den politischen Leitideologien der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Faschismus, Nationalsozialismus, Sowjetkommunismus), dem Ost/West-Konflikt nach 1945 (Blockbildung, Kalter Krieg, Wende 1989-91), dem Prozess der Europäischen Integration, der Dekolonialisierung sowie Migrationsbewegungen des 20. und 21. Jahrhunderts zu widmen. Eingebettet in einen globalen bzw. europäischen Rahmen wird ein eigener Fokus auf die Grundzüge der österreichischen Zeitgeschichte gelegt.

Methoden
Vortrag, Einsatz audio/visueller Quellen, Diskussion von Grundlagentexten und Quellen

Leistungsanforderungen
Schriftliche Klausur

Literatur

  • Gabriele Metzler, Einführung in das Studium der Zeitgeschichte, Wien-Paderborn 2004.
  • Eric J. Hobsbawm, Age of Extremes. The Short Twentieth Century 1914–1991, London 1994, dt.: Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, München 1995.
  • Tony Judt, Geschichte Europas. Von 1945 bis zur Gegenwart, München 2006.
     

Weitere Literaturempfehlungen werden in der Lehrveranstaltung gegeben.

PS Proseminar aus den Epochen der Geschichte
Vorindustrielle Arbeitswelten in Europa, 1450 – 1815 (235.000)

Kursleitung: Klemens Kaps

Inhalte
Das Proseminar bietet einen Einblick in die frühneuzeitliche Sozial- und Wirtschaftsgeschichte anhand der Geschichte der Arbeit zwischen dem Spätmittelalter und der anbrechenden Moderne. Im Mittelpunkt stehen dabei Formen von Arbeit in Stadt und Land, relevante Institutionen ihrer Organisation (Zünfte, Grundherrschaften), materielle Dimensionen des Arbeitsprozesses, Arbeitsverhältnisse (Gesellen, Meister, TaglöhnerInnen, Leibeigenschaft), Löhne und Lebensstandard, berufliche und gesellschaftliche Hierarchien, Geschlechterrollen, soziale Strukturen und Konflikte (Robotaufstände, Streiks). Diese Aspekte werden vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Veränderungen innerhalb des langen Zeitraums – z.B. vom Gewerbe zur Protoindustrie – betrachtet. Räumlich werden diese Themen europaweit behandelt, wobei Fallbeispiele vor allem die Habsburgermonarchie, Italien, England, Polen und Spanien in den Blick nehmen. Ein Besuch des Webereimuseums Haslach ist geplant.

Methoden
Einleitende Vorträge des LV-Leitenden in die Thematik, Textdiskussionen, Gruppenarbeit und Einzelreferate mit Diskussion

Leistungsanforderungen
Die Note setzt sich aus mehreren kleineren Arbeitsaufträgen, einem Gruppenreferat sowie einem Referat über ein selbst gewähltes Thema aus dem Rahmenthema des Proseminars und eine abschließende Proseminararbeit (10-12 Seiten) zusammen. Regelmäßige Anwesenheit (maximal 2x Fehlen), aktive Mitarbeit (Fragen, Diskussion) und die Bereitschaft englisch- und deutschsprachige Fachliteratur zu lesen sind wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss des Proseminars.

Literatur

  • Cerman, Markus, Villagers und Lords in Eastern Europe, 1300-1800, Basingstoke – New York 2012.
  • Komlosy, Andrea, Arbeit. Eine globalhistorische Perspektive, 13. bis 21. Jahrhundert, Wien 2014.
  • Pfeisinger, Gerhard, Arbeitsdisziplinierung und frühe Industrialisierung 1750-1820, Wien 2006.

KO Klassische Arbeitstechniken (235.019)

Kursleitung: Klemens Kaps

Inhalte
Das KO führt in zentrale Arbeitstechniken der Geschichtswissenschaften ein und vermittelt deren Anwendung durch praxisorientierte Übungen anhand von Primärquellen. Ausgehend von theoretischen Einführungen zu Quellen und ihrer Interpretation sowie den grundlegenden Kenntnissen der Quellenkunde wird das Lesen alter Handschriften geübt sowie Grundtechniken von Diplomatik, Chronologie, Statistik, Quellenkritik und Quelleninterpretation vermittelt. Diese Techniken werden mit Quellenkunde verknüpft, wobei vielfältige Quellentypen (Urkunden, Gesetze, Testamente, Notariatsakten, Tagebücher, Statistiken, Zeitungen) behandelt werden. Im praxisorientierten Teil des KO, der in Blockterminen abgehalten wird, werden Themen anhand des Besuchs von Archiven, Museen, Bibliotheken und einem historischen Stadtrundgang erarbeitet, wo der Einsatz der Arbeitstechniken für die didaktische Vermittlung im Schulunterricht geübt wird.

Methoden
Vorträge des LV-Leiters, Textdiskussionen, individuelle schriftliche Übungsarbeiten, Gruppenarbeiten, Gruppenreferate

Leistungsanforderungen
Die Note setzt sich aus mehreren kleineren Arbeitsaufträgen, die schriftlich abzugeben sind, zusammen, wobei das stärkste Gewicht auf das auf dem Stadtrundgang zu haltende Gruppenreferat entfällt. Alle Aufgaben sind pünktlich schriftlich abzugeben. Daneben sind eine regelmäßige Anwesenheit (maximal 2x Fehlen) und aktive Mitarbeit (Fragen, Diskussionen) wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss der Lehrveranstaltung.

Literatur

  • Martha Howell/Walter Prevenier, Werkstatt des Historikers. Eine Einführung in die historischen Methoden, Köln 2004.
  • Pauser, Josef – Scheutz, Martin – Winkelbauer, Thomas (Hg.), Quellenkunde der Habsburgermonarchie (16.-18. Jahrhundert). Ein exemplarisches Handbuch, Wien – München 2004.

KO Lehrveranstaltung aus dem Bereich der Geschichte
Die Aufklärung zwischen Emanzipation, Reform und Kolonialismus (235.006)

Kursleitung: Klemens Kaps

Inhalt der Lehrveranstaltung:
Kaum eine andere Epoche gilt als derart eindeutig positiver Leitstern wie die Aufklärung. Die geistigen und ideengeschichtlichen Veränderungen und Neuerungen zwischen dem späten 17. und dem frühen 19. Jahrhundert gelten gemeinhin als Wegbereiter für das moderne Europa in vielerlei Hinsicht: Von den empirisch ausgerichteten Wissenschaften, über die Säkularisierung, die Alphabetisierung und die fortschreitende Lesekultur bis hin zu den politischen Ideen von Gewaltentrennung und Volkssouveränität reichen die Bereiche, in denen die Einflüsse der Aufklärung bis heute sichtbar sind. Dabei wird oft übersehen, dass viele aufklärerische Denker, Philosophen und Intellektuelle zumeist keine objektiven Beobachter waren, sondern aktiv in Politik und Gesellschaft wirkten. Mehr als unabhängige Beobachter waren Aufklärer somit aktive Praktiker der Macht. Noch seltener wird auf die problematische Seite ihrer Schriften hingewiesen, wenn es um die Rechtfertigung neuer Grenzen in sozialer und auch kultureller Art ging: Von der Unterstützung des Kolonialismus über Stereotype gegenüber anderen Kulturen bis hin zu frühen rassistischen Denkansätzen reicht hier das Spektrum. Das Seminar erarbeitet anhand von Primärquellen (vorwiegend publizierte Texte) und Sekundärliteratur eine Reihe von Themenfeldern zur Ideen- und Kulturgeschichte der Aufklärung in Europa im „langen“ 18. Jahrhundert. Dabei soll diese grundlegende Ambivalenz aufklärerischen Denkens zwischen Emanzipation und neuen Grenzziehungen sichtbar werden und aufgezeigt werden, welche politischen und sozialen Konsequenzen diese unterschiedlichen Ideen auf die Epoche hatten.
 

Didaktische Methode und Leistungsbewertung
Lesen und diskutieren ausgewählter Sekundärtexte zum Thema, Verfassen von kürzeren Textsorten/Aufgaben und Referat.
Das KO beruht auf regelmäßiger Teilnahme der Studierenden an den einzelnen Sitzungen und entsprechender Beteiligung in Form von Fragen und Diskussion sowie einem Referat zu einem der Texte.

EX Exkursion
Das jüdische Wien vom Mittelalter bis zur Moderne (235.004)

Kursleitung: Klemens Kaps

Inhalte
Die Exkursion widmet sich der jüdischen Geschichte Wiens zwischen dem 13. Jahrhundert bis zur Zweiten Republik. An vier Tagen werden verschiedene Orte und Erinnerungsorte jüdischen Lebens in Wien besucht und thematisch in Einzelreferaten von den Studierenden aufgearbeitet. Aufgrund des langen Zeitraums werden zeitliche und thematische Streiflichter gesetzt, die vor allem die Ansiedlung der jüdischen Bevölkerung in Wien, die wiederholten Vertreibungen bzw. Ausweisungen im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit, der schwierige und prekäre Weg zu Toleranz und Gleichberechtigung in der Habsburgermonarchie, jüdisches Kultur- und Wirtschaftsleben von Aufklärung bis Zweiter Republik und die Geschichte des politischen Antisemitismus von der Spätphase der Monarchie bis in die Zweite Republik mit dem Schwerpunkt auf Verfolgung während des NS-Regimes und Holocaust.

Die Organisation der Exkursion, inklusive der Festlegung des Termins der Exkursionstage sowie der Nachbesprechung, und die Referatsvergabe wird bei der Vorbesprechung am Donnerstag, 26.3. 2020 (13.45 – 15.15) besprochen und erläutert. Die Kosten beinhalten die Fahrtkosten nach Wien, Unterkunft und Eintritte für Museen (Jüdisches Museum, Museum am Judenplatz). StudienbeihilfenbezieherInnen erhalten 80% Rückerstattung der Fahrtkosten.

Leistungsanforderungen
Einzelreferat, das auf der Exkursion zu halten und vorher, schriftlich ausgearbeitet, abzugeben ist. Daneben zählt die aktive Mitarbeit (Fragen, Kommentare) auf der Exkursion ebenfalls zur Note. Dies setzt die Bereitschaft voraus, Literatur über die jüdische Geschichte Wiens auf Deutsch und Englisch zu lesen und für die Vorbereitung des Referats auszuwerten.

Die Anwesenheit bei der Vor- und Nachbesprechung sowie der gesamten Exkursionsdauer ist verpflichtend.

Literatur

  • Feurstein-Prasser, Michaela/Milchram, Gerhard, Jüdisches Wien. Mit einem Vorwort von Robert Schindel, Wien 52016.
  • Brugger Eveline (Hg.), Geschichte der Juden in Österreich (=Österreichische Geschichte, hgg. von Herwig Wolfram, Bd.15), Wien 2006.

VU Überblick aus Österreichischer Geschichte (235.005)

Kursleitung: Regina Thumser-Wöhs

Inhalte
Die Vorlesung Österreichische Geschichte (von der ausgehenden Römerzeit bis zur Gegenwart) enthält thematische Längs- und vertiefende Querschnitte. Einige Inhalte/Themen werden nicht nur punktuell diskutiert, sondern werden im Laufe des Semesters immer wieder beleuchtet, beispielsweise Themen der Sozialgeschichte, der Innen- und Außenpolitik, der Frauen- und Geschlechtergeschichte und der Kulturgeschichte/-politik. Die Vorlesung bietet multidimensionale Einblicke in die Geschichte Österreichs, ohne dabei die Chronologie aus dem Auge zu verlieren. Die Vorlesung wird durch Powerpoint-Folien unterstützt, die vorwiegend der Präsentation von Quellentexten, Bildern/Karikaturen, Audioquellen oder audiovisuellen Quellen dienen, die die Studierenden zur Reflexion und Diskussion des Lehrstoffes anregen.

Methoden
Ziel der Lehrveranstaltung ist die Vermittlung der historischen, politischen und kulturellen Strukturen Österreichs. Die Analyse der politischen Systeme erfolgt entlang von Kontinuitäten und Brüchen. Ebenso werden gesellschaftspolitische Auswirkungen auf das Alltagsleben, auf Kultur, Sport und Wissenschaft anhand von Zäsuren und Wendepunkten festgemacht, die selbst den gegenwärtigen politischen und kulturellen Diskurs beeinflussen. Die Erreichung des Lehrziels erfolgt durch Input (Vorträge, Quellentexte, Diskussionen) der Vortragenden und durch die begleitende Erarbeitung des Lehrstoffs durch die Studierenden

Leistungsanforderungen
Die Lernzielkontrolle findet in Form einer schriftlichen Klausur statt. Sie dient der Überprüfung des vermittelten historischen Gerüsts zur Österreichischen Geschichte. Studierende müssen zum einen Faktenwissen, zum anderen aber auch ihre Fähigkeit zur Vernetzung der Lehrinhalte und die kritische Reflexion des Lehrstoffs nachweisen

Literatur

  • Peter Berger, Kurze Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert, Wien 2007.
  • Ernst Bruckmüller, Österreichische Geschichte. Von der Urgeschichte bis zur Gegenwart, Wien 2019.
  • Thomas Winkelbauer (Hg.), Geschichte Österreichs, Stuttgart 2015.

SE Gesellschaftsgeschichte:
„Aber dann ist der Nationalismus aufgekommen – so eine Komplikation!“ – Einführung in die Geschichte & Theorie des Nationenkonzepts (236.037)

Kursleitung: Daniel Hanglberger

Kursinhalte
Das Zitat im Titel stammt aus einem Roman, in dem eine Person, deren Vorstellungen von Gesellschaft und Herrschaft dem feudalen System personale Loyalitätsbeziehungen verpflichtet ist, den Nationalismus als eine Verwirrung eigentlich einfacher sozialer Verhältnisse beurteilt.  Während uns Nationen, Nationalismus und Nationalstaaten heutzutage als geradezu selbstverständlich und oft sogar natürlich und ewig erscheinen und es als ebenso gegeben gilt, dass jede Person eine nationale Zugehörigkeit besitzt, so verschleiert diese Annahme, dass frühere Gesellschaften keineswegs national organisiert waren. Die Nation, wie wir sie heute verstehen, stellt eine Entwicklung der Neuzeit dar und die Phänomene des Nationalismus und des modernen Nationalstaates betraten en masse erst mit dem Ende des 18. Jahrhunderts die Bühne der Weltgeschichte – dafür gelten Sie aber seit dem 20. Jahrhundert geradezu universell in allen Teilen der Welt. Den Menschen in der Antike oder den feudalen Gesellschaften des Mittelalters hingegen war die Nation, wie wir sie verstehen, vollkommen fremd.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass Nationen keine Naturgegebenheit, kein schon immer existierender Bestandteil menschlicher Existenz sind, sondern ein Ergebnis gesellschaftlicher Entwicklungen und menschlichen Handelns darstellen, wird sich im Seminar anhand ausgewählter historischer Quellen und Forschungsliteratur zunächst dem Besonderen der nationalen gesellschaftlichen Ordnung der Nationen genähert: Was ist eine Nation und wie unterscheidet sie sich von vornationalen Gesellschaftsformen. Im Anschluss werden die wichtigsten Theorien zur Entstehung und Charakterisierung von Nationen diskutiert sowie weitere Aspekte des Phänomens Nationalismus besprochen.

Zudem werden im Seminar kleinere Einheiten zum wissenschaftlichen Arbeiten absolviert.

Vorausgesetzt wird eine Kenntnis des Englischen, eine hohe Lesebereitschaft zur Vorbereitung der Lektüre und aktive Teilnahme an den Diskussionen im Seminar.

 

Anforderungen für Scheinerwerb

  • Anwesenheit (max. 4 SWS Abwesenheit) und aktive Teilnahme an den Diskussionen im Seminar
  • Reflexionspapiere zur Pflichtlektüre (siehe Moodle)
    • jeweils max. ½ Seite, hochzuladen bei Moodle bis Montag, 12 Uhr Mittag (Vorlage siehe Moodle)
    • Entfällt für den Termin der eigenen Präsentation
    • Vollständigkeit der Reflexionspapiere ist Voraussetzung für einen positiven Abschluss der LVA – unabhängig von eigener Anwesenheit!
  • 1 Kurzpräsentation (10 - max. 15 Minuten) einer Pflichtlektüre
    • inklusive Powerpoint/Handout
    • Am vorhergehenden Freitag einzureichen!
  • 2 Essays (Fragestellungen u. Dokumentenvorlage in Moodle)
    • Abgabe 1. Essay bis 26. April 2020 (4 Textseiten, mind. 4 Literaturtitel, die keine Webseiten sind)
    • Abgabe 2. Essay bis 31. Juli 2020 (8 Textseiten, mind. 8 Literaturtitel, die keine Webseiten sind)
  • Bewertung: Präsentation: 25%; 1. Essay 25%; 2. Essay 50%
     

Einführende Literatur

  • Kunze, Rolf-Ulrich: Nation und Nationalismus, Darmstadt 2005.
  • Smith, Anthony D.: Nationalism. Theory, Ideology, History, Cambridge 2010.
  • Spencer, Philip/Wollman, Howard: Nations and Nationalism. A Reader, Edinburgh 2005.
  • Wehler, Hans-Ulrich: Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen, München 2007.

SE Kulturgeschichte
„One Ever Feels His Twoness”: Schwarze und afroamerikanische Identitäten in den USA von der Emanzipation bis zum 1. Weltkrieg (236.036)

Kursleitung: Daniel Hanglberger

Kursinhalte
„One ever feels his twoness“. Der Ausspruch W.E.B. Du Bois’, des prominentesten Intellektuellen Afroamerikaners im frühen 20. Jahrhundert, verweist auf eine Kernthematik afroamerikanischer Geschichte. Zwar sind aus Afrika stammende Menschen seit beinahe den frühesten Tagen der englischen Besiedelung Nordamerikas Teil dieser Gesellschaften, schon bald galten Schwarze aber in weiten Teilen nicht als gleichberechtigte Mitglieder. Insbesondere die Etablierung der racial slavery führte zu einer Sonderstellung aller Schwarzen auf dem Gebiet der britischen Kolonien in Nordamerika, die auch nach der Abschaffung des Sklavereisystems und der Emanzipation kein Ende fand. Einerseits waren sie seit dem 14. Amendment als Staatsbürger anerkannt, andererseits bestand die gesellschaftliche Unterordnung aufgrund ihrer Rassenzugehörigkeit fort. Du Bois verweist mit der Postulierung einer „twoness“ auf die innere Zerrissenheit der African Americans, einerseits als Amerikaner und andererseits als Angehörige der „African race“, deren geographische und kulturelle Wurzeln sich von dem europäischen Mainstream abhoben. Waren sie also mehr Amerikanerinnen und Amerikaner oder doch eher Afrikanerinnen und Afrikaner? Im frühen 20. Jahrhundert wuchs die Komplexität dieser Frage noch durch einen Zustrom von Schwarzen aus der Karibik sowie durch den aufkommenden Sozialismus/Kommunismus. Gerade bei letzterem drehten sich die Debatten oft über die Vorrangigkeit von Rassenzugehörigkeit bzw. Klassenzugehörigkeit, um die Stellung der African Americans und ihrer sozialen und politischen Situation zu beschreiben. Die zeitliche Eingrenzung, des im Seminar bearbeiteten Zeitabschnitts soll aber nicht implizieren, dass diese Thematik sich im Anschluss erledigt hätte. Gerade auch die Autobiographie Barack Obamas, Dreams From My Father, veranschaulicht, dass die Frage der Identität der Schwarzen und ihrer Zugehörigkeit und Stellung in den USA noch immer virulent ist.

Im Seminar sollen daher in drei Epochenabschnitten nach der Emanzipation anhand historischer Quellen untersucht werden inwiefern verschiedene African Americans zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Regionen der USA ihre Situation beurteilten und wie sich dies in der Formulierung ihrer Identität widerspiegelte sowie worin diese unterschiedlichen Positionen ihre Ursprünge hatten.

Außerdem werden im Kurs einführende Einheiten zum historischen und wissenschaftlichen Arbeiten absolviert.

Vorausgesetzt wird eine Kenntnis des Englischen, eine hohe Lesebereitschaft zur Vorbereitung der Lektüre und aktive Teilnahme an den Diskussionen im Seminar.

 

Anforderungen für Scheinerwerb

  • Anwesenheit (max. 4 SWS Abwesenheit) und aktive Teilnahme an den Diskussionen im Seminar
  • Reflexionspapiere zur Pflichtlektüre (siehe Moodle)
    • jeweils max. ½ Seite, hochzuladen bei Moodle bis Montag, 12 Uhr Mittag
    • Entfällt für den Termin der eigenen Präsentation
    • Vollständigkeit der Reflexionspapiere ist Voraussetzung für einen positiven Abschluss der LVA – unabhängig von eigener Anwesenheit!
  • Präsentation (20 Minuten)
    • Eine Woche im Voraus einzureichen
    • Literaturliste: mind. 5 wiss. Literaturtitel – die keine Webseiten sind!
  • 2 Essays
    • 1. Essay
      • vorgegebene Fragestellung (Moodle-Aufgabe)
      • Abgabe 1. Essay bis 26. April 2020 (3 Textseiten, mind. 3 Literaturtitel, die keine Webseiten sind)
    • 2. Essay
      • Ausarbeitung der Fragestellung der eigenen Präsentation
      • Abgabe 2. Essay bis 31. Juli 2020 (9 Textseiten, mind. 9 Literaturtitel, die keine Webseiten sind)
  • Bewertung: Präsentation: 25%; 1. Essay 25%; 2. Essay 50%

 

Einführende Literatur

  • Franklin, John Hope: From Slavery to Freedom. A History of African Americans, New York 2011. (in älterer dt. Fassung: Franklin/Moss: Von der Sklaverei zur Freiheit. Die Geschichte der Schwarzen in den USA, Berlin 1999.)
  • Painter, Nell Irvin: Creating African Americans. African-American History and its meanings, 1619 to the present, New York 2007.
  • Wayne, Michael: Imagining Black America, New Haven, Connecticut 2014.
  • Wright, Michelle M.: Becoming Black. Creating Identity in the African Diaspora, Durham, North Carolina 2004.

PS Proseminar Geschichte:
Von „Schall und Rauch“ bis zum stillen Örtchen. Lärm und Klang in der Geschichte (236.054)

Kursleitung: Regina Thumser-Wöhs

Inhalt
Die Sound Studies, die sich seit dem Jahr 2000 in den USA entwickelten, erfreuen sich mittlerweile als innovativer Forschungsansatz auch in Europa großer Beliebtheit.
Wir beschäftigen uns im Proseminar mit dem Klang als Geschichtsmedium (audible past) sowie mit Klängen als Objekten von Narrativierungen. Wohllaute/Klänge stehen dabei den ex negativo definierten Geräuschen und dem Lärm gegenüber. Der Lärm nahm im 19. Jahrhundert, insbesondere in urbanen und industriell geprägten Lebensräumen, im Rahmen der Industrialisierung zu und schuf nicht zuletzt eine gesundheitliche Gefahrenquelle (Lärmverschmutzung). Besondere historiografische Bedeutung erlangten Klänge/Geräusche mit den Aufnahme- und Speicherverfahren im ausgehenden 19. Jahrhundert.
 

Leistungsanforderungen
Schriftliche/mündliche Arbeitsaufträge in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Beteiligung an der Diskussion; Referat und PS-Arbeit. Studierende müssen vor allem ihre Fähigkeit zur Vernetzung der Lehrinhalte und die kritische Reflexion des Lehrstoffs nachweisen.
 

Literatur (Auswahl)

  • Hermann Helmholtz: Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. Braunschweig 1863.
  • Anna Langenbruch: Klang als Geschichtsmedium. Perspektiven für eine auditive Geschichtsschreibung. Bielefeld 2018.
  • Sylvia Mieszkowski u. Sigrid Nieberle (Hg.): Unlaute. Noise/Geräusch in Kultur, Medien und Wissenschaften seit 1900. Bielefeld 2017.
  • Daniel Morat/Hansjakob Ziemer (Hg.): Handbuch Sound. Geschichte – Begriffe – Ansätze. Stuttgart 2018.
  • Gerhard Paul u. Ralph Schock (Hg.): Sound des Jahrhunderts. Geräusche, Töne, Stimmen 1889 bis heute. Bonn 22017.
  • Andi Schoon/Axel Volmar (Hg,): Das geschulte Ohr. Eine Kulturgeschichte der Sonifikation. Bielefeld 2012.

UE Public History (236.053)

Kursleitung: Martina Gugglberger

Inhalt der Lehrveranstaltung:
Public History setzt sich mit Formen der Geschichtsdarstellung auseinander, die sich an eine breite Öffentlichkeit richtet, und erforscht diese. In der Übung sollen nicht nur verschiedene Definitionen und Debatten in diesem Bereich erörtert werden, sondern auch der Zusammenhang zwischen Kulturwissenschaften und Public History diskutiert werden – in theoretischer wie in praktischer Weise. Ausgehend von zwei konkreten und aktuellen Projekten zu Erinnerungspolitik in Zusammenhang mit Frauen- und Geschlechtergeschichte in Oberösterreich im 20. Jahrhundert haben Studierende die Möglichkeit selbst einen Beitrag zu konzipieren und umzusetzen.

Den Auftakt der Lehrveranstaltung bilden drei Termine im März, in denen eine Einführung und theoretische Grundlagen vermittelt werden. Die projektbezogenen Termine werden dann anlassbezogen vereinbart. Ein Fixtermin ist der 1. Mai, an dem eine Exkursion nach Neukirchen a. Walde stattfinden wird. Nähere Informationen beim 1. Termin in der LVA!
 

Anforderung:
Anwesenheitspflicht, Lektüre der Grundlagentexte, aktive Teilnahme an den Diskussionen, Ausarbeitung eines Themas bzw. Umsetzung einer projektbezogenen Aufgabenstellung
 

Literatur:
wird in der LVA bekannt gegeben.

KS Geschichte Europas:
Europa im „langen“ 19. Jahrhundert (236.907)

Kursleitung: Marcus Gräser

Das „lange“ 19. Jahrhundert beginnt, so hat es der englische Historiker Eric Hobsbawm formuliert, mit der Französischen Revolution und endet mit dem Ersten Weltkrieg 1914. In diesen etwas mehr als hundert Jahren werden Grundlagen für die politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Ordnung gelegt, die auch für das 20. und 21. Jahrhundert relevant sind. Der Kurs will – in Vorlesung und in der gemeinsamen Lektüre von Quellen und Sekundärliteratur – ein Bewusstsein für die Folgen des 19. Jahrhunderts schaffen und konzentriert sich darum auf jene Ereignisse und Prozesse in der Geschichte des 19. Jahrhunderts, die strukturbildend für den weiteren Lauf der Zeit gewesen sind. Dazu zählen die Herausbildung der Nationalstaaten und Imperien, die Entstehung moderner Weltanschauungen und Ideologien, die Durchsetzung des Industriekapitalismus, die Erwartungshaltung an technologische Innovationen und die Setzung eines Spannungsverhältnisses zwischen Hoch- und populärer Kultur.
 

Einführende Literatur:

  • Eric Hobsbawm, Das lange 19. Jahrhundert: Europäische Revolutionen, Die Blütezeit des Kapitals, Das imperiale Zeitalter (Drei Bände), Stuttgart 2017 (u. frühere Auflagen)
  • Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009

IK Praxisfelder der Zeitgeschichte:
Visual History. Bildüberlieferung und Bildanalyse (236.940)

Kursleitung: Marcus Gräser

Wir sind umgeben von Bildern und auch unser historisches Gedächtnis lebt von ‚abgespeicherten‘ Bildern. Es gibt die berühmten ‚Ikonen‘ unter den Fotografien, die jeder kennt: Robert Capas fallender Soldat aus dem Spanischen Bürgerkrieg, die düstere Toreinfahrt nach Auschwitz, das Hissen der Roten Fahne auf dem Reichstagsgebäude in Berlin 1945, die brennenden Türme des World Trade Center am 11.9.2001. Aber können wir auch kritisch Bilder ‚lesen‘? Können wir mit dem Bild auch etwas lernen über das, was nicht abgebildet wird? Oder laufen wir Gefahr, das Bild mit seiner Orientierung auf den Augenblick, auf Personen, auf ‚abbildbares‘ Geschehen schon für die ganze ‚Geschichte‘ zu halten? Wie erkennt man den propagandistischen Gehalt der Fotografie, vor allem im Bildarsenal aus der Zeit des Nationalsozialismus? Das Seminar will in die historische Bildanalyse einführen, ‚Handwerkszeug‘ für die Bildbestimmung liefern und für die reiche fotografische Überlieferung (auch in privaten Haushalten) sensibilisieren.
 

Einführende Literatur:

  • Christophe Busch et al., Das Höcker-Album. Auschwitz durch die Linse der SS, Mainz 2016
  • Jens Jäger, Fotografie und Geschichte, Frankfurt 2009
  • Gerhard Paul, Bilder, die Geschichte schrieben, Göttingen 2011

KS Gesellschaftstheorien:
Weltgesellschaft (236.902)

Kursleitung: Veronika Wittmann

Beschreibung:
In der Lehrveranstaltung wird die Thematik der Weltgesellschaft anhand verschiedener theoretischer Ansätze erarbeitet.

Ziele:
Ziel der Lehrveranstaltung ist Weltgesellschaft als Kontext, als Gegenstand und auch als Herausforderung der Sozialwissenschaften zu begreifen.

Inhalte:
Der Schwerpunkt liegt auf der Rekonstruktion soziologischer und politikwissenschaftlicher Theorien zu Weltgesellschaft. Es erfolgt eine Vertiefung dessen, wie in verschiedenen Ansätzen Weltgesellschaft konzeptualisiert wird.

Umsetzung:
Partizipation in Diskussionsforen;
Klausur;
Verfassen von Reflexionsarbeiten.


Literaturhinweis:

  • Wittmann, Veronika 2011: Weltgesellschaft. In: Kleines Lexikon der Politik. hrsg. von Dieter Nohlen/Florian Grotz. 5. Auflage. München: Verlag C.H. Beck, S. 685-687.
  • Wittmann, Veronika 2014: Weltgesellschaft. Rekonstruktion eines wissenschaftlichen Diskurses. Baden-Baden: Nomos Verlag.

IK Konstruktion von Geschichte:
Erinnerungskultur und Geschichtspolitik (236.906)

Kursleitung: Birgit Kirchmayr

Inhalte
Der Intensivkurs „Konstruktion von Geschichte“ geht von der theoretischen Annahme der Konstruiertheit von Geschichte aus. Die Darstellung von Geschichte ist kein bloßes und direktes Abbild einer Vergangenheit, sondern immer abhängig von zeitgenössischen Rahmenbedingungen und damit vom jeweiligen Kontext, in dem wir uns der Vergangenheit annähern und Fragen an sie stellen.  Dies zeigt sich besonders deutlich, wenn wir uns mit der Erinnerungskultur und Geschichtspolitik in Bezug auf Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und Shoah, aber auch auf andere diktatorische Herrschaftssysteme auseinandersetzen.

Im Intensivkurs werden wir vor allem anhand theoretischer Texte die Begrifflichkeiten von Erinnerung, Gedächtnis, Erinnerungskultur und Geschichtspolitik beleuchten und uns auch mit konkreten Problemfeldern österreichischer und europäischer Erinnerungskultur(en) auseinandersetzen.

Methode
Gemeinsame und Einzel-Lektüre von Texten, Gruppendiskussionen

Leistungsanforderungen
Anwesenheit, aktive Teilnahme an den Diskussionen, Verfassen von Lektüreprotokollen, Moderation zu einem Text

Literatur
Wird in der LVA bekanntgegeben.

VU Global Studies: Interdisziplinär (236.050)

Kursleitung: Veronika Wittmann, Franz Nuscheler, Ernst Langthaler, Franz Leidenmühler, Reinhold Lang, Elias Felten

Beschreibung:
Global Studies steht als disziplinen- und fakultätsübergreifendes Studienangebot Studierenden an der JKU Linz zur Verfügung. In der Ringvorlesung Global Studies: Interdisziplinär werden in soziologischer, politikwissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher, völkerrechtlicher und historischer Perspektive Prozesse der Globalisierung vorgestellt.

Ziele:
Die Lehrveranstaltung umfasst globale Fragen und Zusammenhänge in den Bereichen der Gesellschaft, der Politik, der Chemie (Polymer-Technologie), der Geschichte und des Rechts.
Vorrangiges Ziel ist die Vermittlung und Förderung des Verständnisses für soziale und politische Prozesse der Globalisierung, der Nachhaltigkeit und Entwicklung, der globalen Migration und des Völkerrechts sowie ihre Interdependenzen. Dieses Wissen bildet die Grundlage zur Erreichung der Handlungskompetenz in einer globalisierten Welt.

Inhalte:
Ausgewählte Themen der Globalgeschichte, der Weltpolitik, der Soziologie, der Chemie (Polymer-Technologie) und des Völkerrechts.

Umsetzung - Organisation:
Partizipation in Diskussionsforen;
Klausur.

Literatur:
Die themenspezifische Literatur und/oder Power Point Präsentationen werden von den Vortragenden der Ringvorlesung Global Studies ins KUSSS gestellt.

SE Global Studies: Gesellschaft und Politik (236.051)

Kursleitung: Franz Nuscheler

Beschreibung:
In der Lehrveranstaltung werden globale Trends – Prozesse der sozialen, kulturellen und politischen Globalisierung, Nord-Süd Beziehungen sowie Weltgesellschaft und Globale Politik – anhand verschiedener theoretischer Ansätze erarbeitet.

Ziele:
Ziel der Lehrveranstaltung ist das Analysieren und Verstehen von globalen Entwicklungen.

Inhalte:
Vertiefung der sozialwissenschaftlichen Kenntnisse zu weltpolitischen und weltgesellschaftlichen Themen.

Umsetzung:
Präsentation; eigenständiges Literaturstudium; Verfassen einer Seminararbeit.

Literaturhinweis:
Es wird eine Literaturliste im Seminar zur Verfügung gestellt. Darüber wird eine eigenständige Literaturrecherche erwartet.

SE Masterarbeitsseminar (Begleitung der Masterarbeit) (236.935)

Kursleitung: Veronika Wittmann, Franz Nuscheler

Beschreibung:
Das Seminar ist gerichtet an Studierende, welche im Bereich der Politischen Bildung eine Masterarbeit schreiben.

Ziele:
Auseinandersetzung mit grundlegenden theoretischen Ansätzen der sozialwissenschaftlichen Forschung.
Erarbeitung von Zugängen zur Theorie, Methodenwahl und Gliederung einer Masterarbeit.
Klärung der Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten.

Umsetzung:
Präsentation; eigenständiges Literaturstudium; Verfassen einer Masterarbeit.
Erarbeitung von Techniken wissenschaftlichen Arbeitens.
Darstellung und Diskussion des Aufbaus einer wissenschaftlichen Arbeit mit allen Studierenden, die an der Lehrveranstaltung teilnehmen.

Voraussetzungen:
Formale Kriterien zum Erwerb eines Lehrveranstaltungsscheines sind neben der Präsentation und der Darstellung des Konzeptes eine aktive Teilnahme an den Diskussionsrunden.

PS Soziologie (236.056)

Kursleitung: Veronika Wittmann

Beschreibung:
In der Lehrveranstaltung werden Konzeptualisierungen der Internationalen, der Globalen und der Transnationalen Gesellschaft sowie Weltgesellschaft anhand verschiedener theoretischer Ansätze erarbeitet.

Ziele:
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Gesellschaftstheorien mit Bezug auf den globalen Kontext, als Gegenstand und auch als Herausforderung der Soziologie zu begreifen.

Inhalte:
Der Schwerpunkt liegt auf der Rekonstruktion der soziologischen Theorien zu Weltgesellschaft. Es erfolgt eine Vertiefung dessen, wie in verschiedenen theoretischen Ansätzen Weltgesellschaft konzeptionalisiert wird.

Umsetzung:
Präsentation; eigenständiges Literaturstudium; Verfassen einer Proseminararbeit.

Literatur:
Es wird eine Literaturliste im Seminar zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wir eine eigenständige Literaturrecherche erwartet.

SE Master Seminar Globalization: Sociological Perspectives (236.034)

Lecturer: Dr. Veronika Wittmann (Johannes Kepler University, Linz)

Entry requirements
Successful completion of the Master Course Dimensions of Globalization

Course Structure
The first and second sessions aim at providing students with an introduction to Global Society: from the World in 1900 up to the Global society in the New Millennium. In this session, students will also be introduced to viewpoints of Globalization Debates, Defining Globalization, Globalization and (In)Equality as well as (Re)constructing Future Globalizations.
Students then focus in the third and fourth session on some of the main concepts with regard to concepts of World society: raising questions of why study world society, conceptualizing and models of world society as well as the question of movement from International to World Society.
The fifth session is devoted to aspects of Civilizing World Politics: Society and Community Beyond The State, World Society and the Nation-State, who’s making global civil society as well as the question of Civil Society, the State, and the Limits to Global Civil Society.
The course is completed by a final session on Sociological Cosmopolitism, including aspects of unpacking cosmopolitism for the social sciences as a research agenda, the cosmopolitan imagination: critical cosmopolitanism and social theory, visuality, mobility and the cosmopolitan: inhabiting the world from afar as well as Global Governance or World Federalism, and a Cosmopolitan Dispute on Institutional Models.

Course objectives

  • To provide insights into different sociological perspectives of globalization.


Grading
The assessment of this course will be made based on following requirements:

  • Presentation of two selected topics in the seminar.
  • Participating in the Discussion Forums.
  • Find another article in a book or scientific journal that deals with your topic.
  • Write an abstract about the selected article and comment on the article.


Required reading
The reading package can be purchased digitally via KUSSS by the students from March 5th on.