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LVA-Beschreibungen Wintersemester 2019/20

VO: Überblicksvorlesung Grundlagen der Neueren Geschichte (235.012)

LVA-Leitung: Marcus Gräser

Die Vorlesung gibt einen Überblick über Grundtendenzen der Neueren Geschichte im Zeitraum von ca. 1500 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914. Der Überblick geht dabei von einem globalgeschichtlichen Anspruch aus und beleuchtete die wesentlichen Grundgegebenheiten, die zur Verwandlung der Welt seit dem Beginn der europäischen Expansion in die „Neue Welt“ (und auch nach Afrika und Asien) geführt haben. Im Zentrum der Vorlesung steht dabei die Gesellschaftsgeschichte, d.h. ein Verständnis von Geschichte, das nach der Interaktion aus Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur fragt – und zugleich klären will, ob es so etwas wie eine „globale Sozialgeschichte“ gibt. Darüber hinaus wird die globale Entwicklung immer wieder gespiegelt in der Geschichte der Habsburgermonarchie: Auch deren Grundgegebenheiten werden dargestellt und in Relation gesetzt zu den allgemeinen Tendenzen der Neueren Geschichte.
 

Literatur

  • Peter M. Judson, Habsburg. Geschichte eines Imperiums 1740-1918, München 2017
  • Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
  • Ders., Hierarchien und Verknüpfungen. Aspekte einer globalen Sozialgeschichte, in: Sebastian Conrad u. Jürgen Osterhammel (Hg.), Geschichte der Welt. 1750-1870. Wege zur modernen Welt, München 2016, S. 627-836 u. 902-930
  • Wolfgang Reinhard, Europa und die atlantische Welt, in: Ders. (Hg.), Geschichte der Welt: 1350-1750. Weltreiche und Weltmeere, München 2014, S. 669-831

SE: Seminar aus den Räumen und Dimensionen der Geschichte
Die Erste Republik: Österreich 1918-1938 (235.015)

LVA-Leitung: Marcus Gräser

Die Erste Republik – Österreich in den Jahren zwischen 1918 und 1938 – ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Geschichtswissenschaft gerückt. Das Seminar wird sich mit der Geschichte der Ersten Republik vor allem unter dem Gesichtspunkt der Chancen beschäftigen, die die Demokratie im neuen Staat erhielt und der Bevölkerung bot. Ebenso stehen aber auch die Belastungen zur Diskussion, mit der die Republik zu kämpfen hatte: Dazu zählen die internationale Position als Verliererstaat des Ersten Weltkriegs, die Verschlechterung der ökonomischen Situation (im Vergleich mit den Vorkriegsjahren) und die Stärke der antidemokratischen Kräfte. Das zweifache Scheitern der Republik – durch die Zerstörung der Demokratie 1933/34 und durch den Verlust der Eigenstaatlichkeit 1938 – ist der ‚Fluchtpunkt‘ des Seminars. Gleichwohl soll die Erste Republik nicht auf ihr Scheitern reduziert werden – wenngleich sie ohne ihr Scheitern nicht verstanden und erklärt werden kann. Diese ‚konstruktive Spannung‘ wird das Seminar auszuhalten haben.
 

Literatur

  • Stefan Karner (Hg.), Die umkämpfte Republik. Österreich von 1918-1938, Innsbruck 2017
  • Anton Pelinka, Die gescheiterte Republik. Kultur und Politik in Österreich 1918-1939, Wien 2017
  • Karl R. Stadler, Hypothek auf die Zukunft: Die Entstehung der österreichischen Republik 1918-1921, Wien 1968

PS: Proseminar aus den Epochen der Geschichte
Der globale Kalte Krieg (235.009)

LVA-Leitung: Thomas Spielbüchler

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich die einstigen Alliierten in einem Konflikt wieder, dessen Reichweite mit der Zeit genauso „global“ wurde, wie der Zweite Weltkrieg davor: dem Kalten Krieg. Während zunächst Europa – und hier speziell Deutschland – im Fokus dieser Auseinandersetzung lag, dehnte sich das Ringen um Einflusssphären bald aus, wobei besonders die Länder des globalen Südens zu Schauplätzen in diesem Ringen um Einflusssphären wurden.
In dieser Lehrveranstaltung wird der Kalte Krieg als Auseinandersetzung verstanden, in der es neben einem Zentrum, der direkten, zumeist diplomatischen Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, auch eine Reihe von peripheren Schauplätzen gab, die zeitlich versetzt und mit unterschiedlicher Intensität den Konflikt repräsentierten.
Inhaltlich wird natürlich die zentrale Achse thematisiert, um den Kern des Konflikts zu verstehen, darüber hinaus liegt der Fokus aber auf jenen zunächst peripheren Regionen, die bald an Bedeutung gewannen. 


Methoden
Einführung in die Thematik, danach selbstständige Ausarbeitung des PS-Themas, Präsentation und Diskussion. Der Fokus liegt auf dem wissenschaftlichen Arbeiten an einem Thema.


Leistungsanforderungen
Anwesenheit; Literaturexzerpt, selbstständige Ausarbeitung der gewählten PS-Themen gemäß den Anforderungen für wissenschaftliche Arbeiten, Präsentation und Diskussion.


Literatur

  • Rolf Steininger: Der Kalte Krieg; Frankfurt/Main; 2003
  • Bernd Greiner/Christian Th. Müller/Dierk Walter (Hg.): Heiße Kriege im Kalten Krieg, Hamburg; 2006
  • Odd Arne Westad: The Global Cold War, Cambridge, 2005

KO: Klassische Arbeitstechniken (235.018)

LVA-Leitung: Thomas Spielbüchler

Diese LVA ist eine anwendungsorientierte Einführung in den kritischen Umgang mit schriftlichen, bildlichen und gegenständlichen Quellen in der Geschichtswissenschaft.


Methoden
Kennenlernen und praktische Anwendung der einzelnen Teilaspekte durch Vortrag, Übungen und Lehrausgänge in Linz.


Leistungsanforderungen
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung, Anwesenheit, Mitarbeit, Erbringen von vorgegebenen schriftlichen Übungen.


Literatur
Wird in der LVA bekannt gegeben.

SE: Seminar aus den Räumen und Dimensionen der Geschichte
„Von den ‚Biedermeiers‘ zur Wiener Gruppe. Kunst, Kultur und Musik im 19. und 20. Jahrhundert.“ (235.017)

LVA-Leitung: Regina Thumser-Wöhs

Das Seminar hat die kulturelle/n Identität/en Österreichs im „langen“ 19. und „kurzen“ 20. Jahrhundert im Blickfeld. Wir sind nicht nur dem spezifisch „Österreichischen“ auf der Spur, sondern erfassen das „Politische“ in den jeweiligen kulturellen Strömungen der Zeit: ausgehend von Beethovens „Eroica“, über den „Rückzug“ im Biedermeier, das Fin de siècle, die Moderne, die Gleichschaltung von Kunst und Kultur in der NS-Zeit, die Wiener Gruppe, die Provenienzforschung hin zu den Kunstrückstellungen. In der kulturpolitischen Auseinandersetzung haben wir nicht nur die sogenannte „Hochkultur“ im Blick, sondern durchaus auch sub- und populärkulturelle Strömungen.

Methoden
Vortrag, Diskussion und Arbeitsaufträge in Einzel-/Gruppenarbeit

Leistungsanforderungen
Prüfungsimmanent; schriftliche/mündliche Arbeitsaufträge in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Beteiligung an der Diskussion; Referat und Seminararbeit.

Literatur (Auswahl)

  • Hannes Böhringer u. Arne Zerbst (Hg.): Gestalten des 19. Jahrhunderts. Von Lou Andreas-Salomé bis Leopold von Sacher-Masoch. Paderborn 2010.
  • Barbara Denscher: Kunst & Kultur in Österreich: Das 20. Jahrhundert. Wien 1999.
  • Ursula Prutsch (Hg.): Das ist Österreich. Innensichten und Außensichten. Wien 1997.
  • Reinhard Sieder (Hg.): Österreich 1945–1995. Gesellschaft, Politik, Kultur. Wien 1996.
  • Memoria Austriae 1-3. Hg. v. Emil Brix, Ernst Bruckmüller u. Hannes Stekl. Wien 2004/2005.
  • Karl Müller u. Hans Wagener (Hg.): Österreich 1918 und die Folgen. Geschichte, Literatur, Theater und Film. Wien/Köln/Weimar 2009.
  • Carl E. Schorske: Wien. Geist und Gesellschaft im Fin de Siècle. München 31994.
  • Werner Telesko: Kulturraum Österreich. Die Identität der Regionen in der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts. Wien/Köln/Weimar 2008.
  • Manfred Wagner: Europäische Kulturgeschichte: gelebt, gedacht, vermittelt. Wien/Köln/Weimar 2009.

SE: Seminar aus den Räumen und Dimensionen der Geschichte
Nationalsozialismus und Erinnerung. Ein europäischer Vergleich (235.011)

LVA-Leitung: Birgit Kirchmayr

Das Seminar setzt sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus in einer europäischen Dimension auseinander. Grundzüge und Strukturen nationalsozialistischer Ideologie und Herrschaft werden betrachtet, ebenso die unterschiedlichen konkreten Auswirkungen in den von nationalsozialistischer Machtergreifung betroffenen Regionen. Der Blick wird auch auf die Zeit nach 1945 gelenkt. Das Bekenntnis zur Anerkennung der Shoah gilt heute als europäischer Grundkonsens, die unterschiedlichen Formen von Auseinandersetzung und Gedenken in einzelnen europäischen Staaten werden vor dem Hintergrund erinnerungskultureller Theorien und aktueller geschichtspolitischer Tendenzen diskutiert.

Methoden
Vortrag, gemeinsame Lektüre, (Text-)Diskussionen, Einzel- und Gruppenarbeiten

Leistungsanforderungen
Lesen der Texte, Beteiligung an der Diskussion sowie mündliche Präsentation und schriftliche Ausarbeitung einer Seminararbeit.

Literatur
Wird im Seminar bekanntgegeben

KO: Klassische Arbeitstechniken (235.019)

LVA-Leitung: Klemens Kaps

Das KO führt in zentrale Arbeitstechniken der Geschichtswissenschaften ein und vermittelt deren Anwendung durch praxisorientierte Übungen anhand von Primärquellen. Ausgehend von theoretischen Einführungen zu Quellen und ihrer Interpretation sowie den grundlegenden Kenntnissen der Quellen-kunde wird das Lesen alter Handschriften geübt, Grundtechniken von Diplomatik, Chronologie, Statistik, Quellenkritik und Quelleninterpretation. Diese Techniken werden mit Quellenkunde verknüpft, wo-bei vielfältige Quellentypen (Urkunden, Gesetze, Testamente, Notariatsakten, Tagebücher, Statistiken, Zeitungen) behandelt werden. Im praxisorientierten Teil des KO, der in Blockterminen abgehalten wird, werden Themen anhand des Besuchs von Archiven, Museen, Bibliotheken und einem historischen Stadtrundgang erarbeitet, wo der Einsatz der Arbeitstechniken für die didaktische Vermittlung im Schulunterricht geübt wird.
 

Didaktik
Vorträge des LV-Leitenden, Textdiskussionen, Gruppenarbeiten, Einzelreferate

Leistungsanforderungen
Die Note setzt sich aus mehreren kleineren Arbeitsaufträgen, die schriftlich abzugeben sind, zusammen, wobei das stärkste Gewicht auf das auf dem Stadtrundgang zu haltende Gruppenreferat entfällt. Alle Aufgaben sind pünktlich schriftlich abzugeben. Daneben sind eine regelmäßige Anwesenheit (maximal 2x Fehlen) und aktive Mitarbeit (Fragen, Diskussionen) wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss der Lehrveranstaltung.

Literatur

  • Howell, Martha / Prevenier, Walter, Werkstatt des Historikers. Eine Einführung in die historischen Methoden, Köln 2004.
  • Pauser, Josef – Scheutz, Martin – Winkelbauer, Thomas (Hg.), Quellenkunde der Habsburgermo-narchie (16.-18. Jahrhundert). Ein exemplarisches Handbuch, Wien – München 2004.

PS: Proseminar aus den Epochen der Geschichte
Antijudaismus und Antisemitismus in Europa: Vorurteile, Agitation, Gewalt, 1400-1945 (235.010)

LVA-Leitung: Klemens Kaps

Das Proseminar widmet sich in einem Längsschnitt durch die Epochen Mittelalter, Neuzeit und Zeitgeschichte einer Geschichte des Antisemitismus in Europa, mit besonderem Augenmerk auf den historischen Raum der heutigen Republik Österreich sowie der Habsburgermonarchie. Im Zentrum steht dabei die Herausbildung von Vorurteilen und Stereotype und wie diese über Agitation und politische Konflikte zu Verfolgung, Vertreibung und Gewalt führen. Dabei werden verschiedene Formen von Verfolgung und Gewalt von Vertreibungen über Pogrome bis hin zu Gewaltverbrechen (Ermordung) behandelt und miteinander verglichen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik des Holocaust.

Didaktik
Einleitende Vorträge des LV-Leitenden in die Thematik, Textdiskussionen, Gruppenarbeit und Einzelreferate mit anschließendem Kommentar und Diskussion

Leistungsnachweis
Die Note setzt sich auf mehreren kleineren Arbeitsaufträgen, einem Referat über ein selbst gewähltes Thema aus dem Rahmenthema des Proseminars und eine abschließende Proseminararbeit (12-15 Seiten) zusammen. Regelmäßige Anwesenheit (maximal 2x Fehlen), aktive Mitarbeit (Fragen, Diskussion) und die Bereitschaft englisch- und deutschsprachige Fachliteratur zu lesen sind wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss des Proseminars.
 

Literatur

  • Brugger Eveline (Hg.), Geschichte der Juden in Österreich (=Österreichische Geschichte, hgg. Von Herwig Wolfram, Bd.15), Wien 2006.
  • Nagel, Michael – Zimmermann, Moshe (Hg.), Judenfeindschaft und Antisemitismus in der deutschen Presse über fünf Jahrhunderte: Erscheinungsformen, Rezeption, Debatte und Gegenwehr, Bremen 2013.
  • Lehnstaedt, Stephan, Der Kern des Holocaust. Bełżec, Sobibór, Treblinka und die Aktion Reinhardt, München 2017.

PS: Proseminar aus den Räumen und Dimensionen der Geschichte
Nationsbildung und Nationalismus in der Habsburgermonarchie, 1790 - 1918 (235.021)

LVA-Leitung: Klemens Kaps

Die Habsburgermonarchie war spätestens seit der Expansion des 17. Jahrhunderts ein kulturell vielfältiger Raum. Die konfessionelle und sprachliche Diversität der innerhalb der Grenzen der Monarchie lebenden Bevölkerung begann sich spätestens ab den 1790er Jahren zunehmend entlang nationaler Identitäten auszurichten – ein Projekt, das erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich für weite Bevölkerungsteile verbindlich zu werden begann. Das Proseminar widmet sich der Herausbildung nationaler Identitäten der in der Monarchie lebenden nationalen Gruppen seit Ende der josefinischen Reformen über die Revolution 1848 und den „Ausgleich“ von 1867 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Dabei werden sozial- und kulturgeschichtliche Aspekte ebenso berücksichtigt wie politik- und wirtschaftsgeschichtliche Fragen, immer eingebettet in die Prozesse von Modernisierung, Demokratisierung und Industrialisierung, die Nationsbildungsprozesse beeinflussten. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie sich radikale nationalistische Strömungen ausbildeten und wie sich diese zu dem Fortbestand eines multikulturellen Reichs verhielten.

Didaktik
Einleitende Vorträge des LV-Leitenden in die Thematik, Textdiskussionen, Gruppenarbeit und Einzelreferate mit anschließendem Kommentar und Diskussion

Leistungsnachweis
Die Note setzt sich auf mehreren kleineren Arbeitsaufträgen, einem Referat über ein selbst gewähltes Thema aus dem Rahmenthema des Proseminars und eine abschließende Proseminararbeit (12-15 Seiten) zusammen. Regelmäßige Anwesenheit (maximal 2x Fehlen), aktive Mitarbeit (Fragen, Diskussion) und die Bereitschaft englisch- und deutschsprachige Fachliteratur zu lesen sind wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss des Proseminars

Literatur

  • Judson, Pieter, Guardians of the nation. Activists on the language frontiers of imperial Austria, Cambridge/Mass. 2006.
  • Kiss, Endre/Stagl, Justin, Nation und Nationenbildung in Österreich-Ungarn, 1848-1938: Prinzipien und Methoden, Wien 2006.
  • Wingfield, Nancy M. (Hg.), Creating the other: Ethnic conflict and nationalism in Habsburg Central Europe, New York 2003.

KO: Übungen zum wissenschaftlichen Arbeiten (235.005)

LVA-Leitung: Andreas Enderlin-Mahr

Im Konversatorium „Übungen zum wissenschaftlichen Arbeiten“ werden die Grundkenntnisse für das Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten vermittelt und an Beispielen aus dem Bereich der Geschichte der späten Habsburgermonarchie und ihres Monarchen Kaiser Franz Joseph erprobt.
Ziel des Konversatoriums ist eine Annäherung an wissenschaftliche Fragestellungen, Recherche, Lese- und Schreibprozesse.

Methoden
Inputs des Lehrveranstaltungsleiters, Diskussion und Arbeitsaufträge in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit

Leistungsanforderungen
Aktive Mitarbeit, Erfüllung der schriftlichen und mündlichen Arbeitsaufträge


Literatur

  • Franz X. Eder u. a., Geschichte Online. Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (Wien/Köln/Weimar 2006).
  • Wolfgang Schmale (Hg.), Schreib-Guide Geschichte. Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen (Wien/Köln/Weimar 2006).
  • Martha Howell, Walter Prevenier, Werkstatt des Historikers. Eine Einführung in die historischen Methoden (Köln 2004).

PS: Proseminar Geschichte
Die Wiener Moderne (1890-1918) als Gegenstand der Geschichtswissenschaft (236.050)

LVA-Leitung: Marcus Gräser

Das Proseminar führt ein in Denk- und Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft und wird am Beispiel der Wiener Moderne der Frage nachgehen, wie Kunst und allgemeine Geschichte integral verstanden und erklärt werden können. Die Wiener Moderne – jener gewaltige Komplex aus Tradition und Innovation, der sich von der Malerei über Musik und Literatur bis hin zur Wissenschaft erstreckte und durch Namen wie Schiele, Schönberg, Schnitzler und Freud markiert werden kann – entstand nicht in einem Vakuum, die Frage nach Ursachen und Verlaufsformen künstlerischer Innovation kann nicht ausschliesslich aus dem Feld der Kunst heraus beantwortet werden. Die allgemeine Geschichte der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wiederum kann Kunst als Ausdrucksgestalt historisch wirksamer Tendenzen der Zeit nicht ignorieren, wenn sie eine annähernd vollständige Darstellung und Erklärung einer bestimmten Epoche erreichen will.
 

Literatur

  • Gotthart Wunberg, Die Wiener Moderne. Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910, Stuttgart 1981
  • Elisabeth Röhrlich (Hg.), Migration und Innovation um 1900. Perspektiven auf das Wien der Jahrhundertwende, Wien 2016
  • Carl E. Schorske, Fin-De-Siècle Vienna: Politics and Culture. New York 1980 (dt. Übersetzung: Wien. Geist und Gesellschaft im Fin-De-Siècle, Frankfurt am Main 1982)

VL: Einführung Geschichte
Kulturgeschichte (236.049)

LVA-Leitung: Regina Thumser-Wöhs


Der Begriff „Kultur“ führt als Leitmotiv durch die Vorlesung. Fragen, die uns beschäftigen werden, sind: was ist Kultur und was ist Geschichte bzw. was haben die beiden miteinander zu tun? Die Vorlesung zeigt nicht nur die Geschichte der Kulturgeschichte bis hin zu den „Cultural Turns“ auf, sondern verweist anhand praktischer Beispiele auf Möglichkeiten und Grenzen der Kulturgeschichtsschreibung.

Die Erreichung des Lehrziels erfolgt durch Input (Vorträge, Texte, Diskussionen) der Vortragenden und durch die begleitende Erarbeitung des Lehrstoffs durch die Studierenden. Die Lernzielkontrolle findet in Form einer schriftlichen Klausur statt. Studierende müssen vor allem ihre Fähigkeit zur Vernetzung der Lehrinhalte und die kritische Reflexion des Lehrstoffs nachweisen.
 

Literatur (Auswahl)

  • Aleida Assmann: Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses, München 1999.
  • Jan Assmann: Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen. München 1999.
  • Peter Burke: What is Cultural History? Cambridge 2004.
  • Peter Gay: Die Moderne. Eine Geschichte des Aufbruchs. Frankfurt a.M. 22009.
  • Lynn Hunt (Hg.): The New Cultural History. Berkeley/Los Angeles/London 1989.
  • Christina Lutter: Kulturgeschichte. Fragestellungen, Konzepte, Annäherungen. Innsbruck/Wien 2004.
  • Michael Maurer: Kulturgeschichte. Eine Einführung. Köln/Weimar/Wien 2008.
  • Silvia Serena Tschopp (Hg.): Kulturgeschichte. Stuttgart 2008.
  • Manfred Wagner: Europäische Kulturgeschichte gelebt, gedacht, vermittelt. Wien u.a. 2009.

PS: Einführung wissenschaftliches Arbeiten (236.052)

LVA-Leitung: Nora Lehner


Inhalte
In dem Kurs „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ werden Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens vermittelt. Neben wissenschaftlichen Arbeitstechniken wie dem Lesen von Sekundärliteratur und dem Erstellen von Exzerpten wird gelehrt, wie wissenschaftliche Literatur korrekt zitiert wird.  Studierende lernen den gesamten Ablauf einer Seminararbeit kennen: von der Themenfindung, Literaturrecherche über das Formulieren einer geschichts- und kulturwissenschaftlichen Fragestellung bis hin zur Erstellung eines Konzepts, dem Verfassen der Seminararbeit und der Präsentation der Ergebnisse. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem wissenschaftlichen Schreiben. Den Abschluss des Seminars bilden gemeinsame Bibliotheks- Archiv- und Ausstellungsbesuche.

Leistungsanforderungen
Prüfungsimmanente LVA, Anwesenheit; aktive Mitarbeit, Lesen und Diskutieren der Pflichtlektüre sowie Verfassen von Exzerpten; Präsentation;

Lehrmethoden
Vortrag, Übungen in Kleingruppen, Präsentation durch Studierende, Gruppendiskussion

Abhaltungssprache
Deutsch

Literatur
Pflichtlektüre und weiterführende Literatur werden laufend auf Moodle bzw. im Handapparat (Fachbibliothek für Geschichte) ergänzt

SE Globalgeschichte:
Eine Globalisierung in der Frühen Neuzeit? Koloniale Politik, Sklavenhandel und Plantagenökonomie zwischen Europa, Afrika und Asien (236.030)

LVA-Leitung: Klemens Kaps

In den aktuellen Debatten um die Verflechtung insbesondere der Ökonomie wird oft der Globalisierungsbegriff verwendet. Dabei wird oft unterstellt, dies sei ein aktuelles, postmodernes Phänomen, das sich seit den 1990er Jahren durchgesetzt habe. Dieses Seminar greift die Diskussion um historische Vorläufer und Wegbereiter der jetzigen Globalisierung auf – und stellt die Frage, inwieweit transatlantischer Seehandel, Edelmetallflüsse, Sklavenhandel und Plantagenökonomie zwischen 1500 und 1800 bereits von grundsätzlichen Charakteristika der aktuellen Globalisierungsprozesse geprägt waren. In gemeinsamer Textlektüre, Gruppenreferaten und Einzelpräsentationen wird dieser Frage anhand der Interaktionen in der Frühen Neuzeit im Atlantischen Raum nachgegangen. Insbesondere wird diskutiert, wie der Aufbau kolonialer Seeimperien durch bürokratische Staatsapparate, Warenhandel, Edelmetallflüsse sowie insbesondere den Sklavenhandel und die Plantageökonomie tiefgreifende Veränderungen nicht nur am amerikanischen Doppelkontinent, sondern auch in Europa und Afrika bewirkten.

Didaktik
Vortrag, Lektüre und Diskussion von Texten, Gruppenreferat, Einzelreferat

Leistungsbeurteilung
Die Note setzt sich aus Gruppenarbeiten und Textbesprechungen sowie dem Einzelreferat zu einem selbst gewählten Thema zusammen, das auch schriftlich als Seminararbeit (20-25 Seiten) aufzuarbeiten ist. Daneben sind eine regelmäßige Anwesenheit (maximal 2x Fehlen), die Bereitschaft zur Lektüre von Fachliteratur auf Englisch und Deutsch sowie aktive Mitarbeit (Fragen, Diskussionen) wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss der Lehrveranstaltung.
 

Literatur

  • Feldbauer, Peter (Hg.), Rhythmen der Globalisierung. Expansion und Kontraktion zwischen dem 13. und 20. Jahrhundert, Wien 2009.
  • Reinhard, Wolfgang, Die Unterwerfung der Welt. Globalgeschichte der europäischen Expansion, 1415-2015, München 2016.
  • Wendt, Reinhard, Vom Kolonialismus zur Globalisierung. Europa und die Welt seit 1500 , Paderborn – Wien 2007.
  • Zeuske, Michael, Sklaven und Sklaverei in den Welten des Atlantiks 1400 – 1940. Umrisse, Anfänge, Akteure, Vergleichsfelder und Bibliographien, Berlin 2006.

KS: Dokumentation und Medien:
Hate Speech und Schmähungen in historischen Zeitungen in der Habsburgermonarchie und Österreich, 1703-2019 (236.028)

LVA-Leitung: Klemens Kaps

In der aktuellen politischen Debatte nimmt der Bezug auf „Hate Speech“ einen wichtigen Bezug ein, wobei oft ein Zusammenhang zwischen sozialen Medien und der zunehmenden Hassreden festgemacht wird. Dieser Kurs widmet sich einem Vergleich von Schmähungen, Hassangriffen und öffentlich ausgetragenen Verbalattacken anhand von Zeitungen in der Habsburgermonarchie ab dem frühen 18. Jahrhundert und in Österreich des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Dabei werden insbesondere die Parallelen, Kontinuitäten sowie Veränderungen und Brüche in diskursiven Strategien und den angesprochenen geschmähten Zielgruppen im Mittelpunkt stehen. Die Studierenden arbeiten nach einführenden Ausführungen des LV-Leiters zu Zeitungen als historische Quelle, ihrer Entstehung und der Möglichkeiten ihrer Analysen ein selbstgewähltes Thema im genannten Zeitraum. Als Quelle wird dabei auf die Datenbank ANNO der Österreichischen Nationalbibliothek zurückgegriffen.

Didaktik
Einführende Vorträge, Gruppenarbeit, Einzelreferat, Diskussion

Leistungsnachweis
Die Note setzt sich aus einigen kleineren Arbeitsaufgaben wie Gruppenarbeiten und Textbesprechungen sowie dem Einzelreferat zu einem selbst gewählten Thema zusammen. Daneben sind eine regelmäßige Anwesenheit (maximal 2x Fehlen), die Bereitschaft zur Lektüre alter Zeitungen sowie von Fachliteratur auf Englisch und Deutsch sowie aktive Mitarbeit (Fragen, Diskussionen) wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss der Lehrveranstaltung.

Literatur

  • Duchkowitsch, Wolfgang, Medien. Aufklärung, Orientierung, Missbrauch vom 17. Jahrhundert bis zu Fernsehen und Video, Wien 2014.
  • Hahn, Hans Henning/Scholz, Stephan (Hg.), Stereotyp, Identität und Geschichte. Die Funktion von Stereotypen in gesellschaftlichen Diskursen, Frankfurt am Main/Wien 2002.  Thiele, Martina, Medien und Stereotype. Konturen eines Forschungsfeldes, Bielefeld 2015.

UE: Lektürekurs: Themen und Theorien der Kulturwissenschaften (584.907)

LVA-Leitung: Birgit Kirchmayr

In der UE Lektürekurs Themen und Theorien werden ausgewählte theoretische Texte aus unterschiedlichen kulturwissenschaftlichen Feldern gelesen, analysiert und reflektiert. Unterschiedliche Zugänge zum Kulturbegriff, die Themenfelder Kultur und Geschichte, Kultur und Gedächtnis sowie Kultur und Gender stehen im Mittelpunkt. Einführend wird auch über das Lesen als Kulturtechnik reflektiert.

Methoden
Gemeinsame und Einzellektüre, Diskussion der Texte in Kleingruppen und im Forum

Leistungsanforderungen
Lesen der Texte, Beteiligung an den Diskussionen, Moderation zu einem Text, Abgabe von Lektüreprotokollen

Literatur
Wird in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben

SE Masterarbeitsseminar (Begleitung der Masterarbeit) (236.942)

LVA-Leitung: Birgit Kirchmayr

Das Masterarbeitsseminar bietet ein Forum zur Vorstellung und Diskussion der Studienabschlussarbeiten im Feld der Geschichte. Darüber hinaus bietet es – orientiert an den Themen der Kandidatinnen und Kandidaten – die Gelegenheit zur gemeinsamen Quelleninterpretation und zur Debatte ausgewählter Ergebnisse der historischen Forschung.

UE Schreibwerkstatt (236.936)

LVA-Leitung: Thomas Spielbüchler

Anmeldevoraussetzung
Keine; aber Empfehlung, die LV am Anfang des Studiums zu absolvieren;

Ziele
Vermittlung bzw. Wiederholung der Grundkenntnisse zum Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten als Leitfaden für SE-Arbeiten bzw. die MA-Arbeit;

Inhalte
In der LV wird der komplette Bogen rund um die Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten thematisiert: die Themenfindung, Recherche, Erstellung eines Konzepts, Arbeiten mit Texten, Schreiben der Arbeit und Präsentation der Ergebnisse.

Beurteilungskriterien
Positive Absolvierung der Übungen; die LV-Note ergibt sich aus den einzelnen Übungsnoten und der aktiven Mitarbeit.

Lehrmethoden
Vortrag und Diskussion der Übungen;

Abhaltungssprache
Deutsch

Literatur
Skript (wird zur Verfügung gestellt)

UE Schreibwerkstatt (236.937)

LVA-Leitung: Thomas Spielbüchler

Anmeldevoraussetzung
Keine; aber Empfehlung, die LV am Anfang des Studiums zu absolvieren;

Ziele
Vermittlung bzw. Wiederholung der Grundkenntnisse zum Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten als Leitfaden für SE-Arbeiten bzw. die MA-Arbeit;

Inhalte
In der LV wird der komplette Bogen rund um die Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten thematisiert: die Themenfindung, Recherche, Erstellung eines Konzepts, Arbeiten mit Texten, Schreiben der Arbeit und Präsentation der Ergebnisse.

Beurteilungskriterien
Positive Absolvierung der Übungen; die LV-Note ergibt sich aus den einzelnen Übungsnoten und der aktiven Mitarbeit.

Lehrmethoden
Vortrag und Diskussion der Übungen;

Abhaltungssprache
Deutsch

Literatur
Skript (wird zur Verfügung gestellt)

IK: Politik und Medien in der Praxis
Printjournalismus (236.913)

LVA-Leitung: Thomas Spielbüchler und Martin Dunst

Ziel der LVA ist eine Stärkung der Medienkompetenz. Die Analyse von Inhalten setzt Wissen um den Produktionsprozess eines Mediums sowie basale Kenntnisse der journalistischen Methodik voraus. In Kooperation mit den OÖN werden diese Basics erarbeitet (tw. im Medienhaus, Promenade 23).

Inhalte
Mit dem theoretisch erarbeiteten Wissen werden zunächst einfache Texte erstellt, um journalistisches Arbeiten zu üben. Diese Übungen sind Voraussetzung für die Erstellung eines Magazins zu einer grob definierten Thematik, die am Anfang des Semesters bekannt gegeben wird. Dabei funktionieren die TeilnehmerInnen als selbstorganisierte Redaktion um das Magazin zu planen, zu recherchieren und zu produzieren.

Beurteilungskriterien
Anwesenheitspflicht zu den Blockterminen, positive Absolvierung der Übungen und Mitarbeit an dem gemeinsam erstellten Magazin zu einem noch festzulegenden Thema.

Lehrmethode
Vortrag, Übungen

Abhaltungssprache
Deutsch

Literatur
Wird in der LV bekannt gegeben

IK: Zeitgeschichte: Strukturen und Prozesse:
Der Völkermord in Ruanda (236.938)

LVA-Leitung: Thomas Spielbüchler

Im April 1994 begann in ostafrikanischen Ruanda ein Völkermord, der binnen dreier Monate bis zu einer Million Opfer forderte. Die Genese dieses Völkermordes ist mittlerweile relativ gut erforscht. In der Lehrveranstaltung werden zunächst die tragischen Entwicklungen rund um den Völkermord besprochen und gemeinsam die einzelnen Rechercheschritte zur Erstellung eines Konzeptes durchgeführt. Dazu zählt vor allem die Literatur- und Quellenrecherche. Ziel dieses Prozesses ist die gemeinsame Formulierung einer generellen Hypothese zur Forschungsfrage, wie es zu einem Völkermord kommen kann. Diese Hypothese soll gewissermaßen als Blaupause für die Entwicklungen zu einem Genozid fungieren, als allgemein gültiges Modell. Die Hypothese steht in weiterer Folge auch im Zentrum der individuell zu erstellenden Seminararbeiten, wobei die Haltbarkeit der Annahme auf Basis der bis dahin thematisierten Literatur und Quellen (und darüber hinaus) untersucht werden soll.

Leistungsanforderungen
Anwesenheit, Literaturexzerpt, Studium der Literatur und der Quellen zur gemeinsamen Erarbeitung der Hypothese, Teilnahme an den Diskussionen, Erstellen einer SE-Arbeit.

Lehrmethode
Einführung in die Thematik, geleitete Recherche, gemeinsame Arbeit an der Hypothese, individuelle Erstellung einer SE-Arbeit.

Literatur

  • Stockhammer, Robert (2005): Ruanda. Über einen anderen Genozid schreiben, Frankfurt/Main.
  • Melvern, Linda (2004): Ruanda. Der Völkermord und die Beteiligung der westlichen welt, Kreuzlingen/München.
  • Des Forges, Alison (2002): Kein Zeuge darf überleben. Der Genozid in Ruanda, Hamburg

IK Konstruktion von Geschichte:
Erinnerungskultur und Geschichtspolitik (236.906)

LVA-Leitung: Birgit Kirchmayr

Der Intensivkurs „Konstruktion von Geschichte“ geht von der theoretischen Annahme der Konstruiertheit von Geschichte aus. Die Darstellung von Geschichte ist kein bloßes und direktes Abbild einer Vergangenheit, sondern immer abhängig von zeitgenössischen Rahmenbedingungen und damit vom jeweiligen Kontext, in dem wir uns der Vergangenheit annähern und Fragen an sie stellen.  Dies zeigt sich besonders deutlich, wenn wir uns mit der Erinnerungskultur und Geschichtspolitik in Bezug auf Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und Shoah, aber auch auf andere diktatorische Herrschaftssysteme auseinandersetzen.

Im Intensivkurs werden wir vor allem anhand theoretischer Texte die Begrifflichkeiten von Erinnerung, Gedächtnis, Erinnerungskultur und Geschichtspolitik beleuchten und uns auch mit konkreten Problemfeldern österreichischer und europäischer Erinnerungskultur(en) auseinandersetzen.


Methode
Gemeinsame und Einzel-Lektüre von Texten, Gruppendiskussionen

Leistungsanforderungen
Anwesenheit, aktive Teilnahme an den Diskussionen, Verfassen von Lektüreprotokollen, Moderation zu einem Text

Literatur
Wird in der LVA bekanntgegeben.

KS Geschichte Europas:
Europa und die Erfindung menschlicher Rassen (236.907)

LVA-Leitung: Daniel Hanglberger

Während Begriffe wie Rasse/race oder Rassismus, heutzutage fest etabliert sind, so ist festzustellen, dass das Konzept menschlicher Rassen kein schon immer existierendes oder natürliches ist. Bei der historischen Entstehung der Vorstellung menschlicher Rassen und auch vieler seiner grundlegenden Erscheinungsformen stehen Europa und europäische Entwicklungen im Zentrum des Geschehens. Europa kann daher als der Ort bezeichnet werden, in dem das Konzept, wie wir es kennen, seinen Ursprung findet.

Das Seminar beginnt mit einer einführenden Fragestellung: Was ist eigentlich Geschichte Europas? Anschließend wird sich auf Basis wissenschaftlicher Literatur dem spezifischen Thema der LVA, dem Konzept der Rasse von theoretischer Seite aus angenähert. Darauf aufbauend wir ausgehend von antiken und mittelalterlichen Weltordnungen, die Entstehung des Rassekonzeptes im Zuge europäischer und globaler Entwicklungen, wie der europäischen Expansion mitsamt ihren Folgen (Kolonialismus, transatlantische Sklaverei), der Aufklärung, etc. nachvollzogen. Zudem werden verschiedene historische Rassetheorien sowie spezifische Rassekonstruktionen und -ordnungen (wie etwa Edward Wilmot Blydens „African Personality“, die Entstehung des Antisemitismus sowie nationalsozialistische Europavorstellungen) unter die Lupe genommen, mit besonderem Blick auf die darin Europa zukommende Rolle.

Außerdem werden im Kurs einführende Einheiten zum historischen und wissenschaftlichen Arbeiten absolviert.

Vorausgesetzt wird Leseverständnis des Englischen und eine hohe Lesebereitschaft!

Anforderungen für Scheinerwerb

  • Präsentation (20 Minuten) + schriftliche Ausarbeitung als Powerpoint/Handout
  • Auswahl von Literatur zum eigenen Thema als Lektüre für das Seminar (ca. 20 Seiten)
  • Lektüreprotokolle (jeweils ½ Seite)
  • Anwesenheit (max. 4 SWS Abwesenheit), aktive Teilnahme an den Diskussionen im Seminar
     

Einführende Literatur

  • Austin, Algernon: “Making Races”, in: ders.: Achieving Blackness. Race, Black Nationalism, and Afrocentrism in the Twentieth Century, New York 2006, S. 1-23.
  • Miles, Robert: Rassismus: Einführung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs, Hamburg 1992.
  • Mosse, George L.: Die Geschichte des Rassismus in Europa, Frankfurt/Main 2006.

zur Geschichte Europas:

KS Gesellschaftstheorien:
Weltgesellschaft (236.902)

LVA-Leitung: Veronika Wittmann

Beschreibung
In der Lehrveranstaltung wird die Thematik der Weltgesellschaft anhand verschiedener theoretischer Ansätze erarbeitet.

Ziele
Ziel der Lehrveranstaltung ist Weltgesellschaft als Kontext, als Gegenstand und auch als Herausforderung der Sozialwissenschaften zu begreifen.

Inhalte
Der Schwerpunkt liegt auf der Rekonstruktion soziologischer und politikwissenschaftlicher Theorien zu Weltgesellschaft. Es erfolgt eine Vertiefung dessen, wie in verschiedenen Ansätzen Weltgesellschaft konzeptualisiert wird.

Umsetzung
Partizipation in Diskussionsforen; Klausur; Verfassen von Reflexionsarbeiten.


Literatur

  • Wittmann, Veronika 2011: Weltgesellschaft. In: Kleines Lexikon der Politik. hrsg. von Dieter Nohlen/Florian Grotz. 5. Auflage. München: Verlag C.H. Beck, S. 685-687.
  • Wittmann, Veronika 2014: Weltgesellschaft. Rekonstruktion eines wissenschaftlichen Diskurses. Baden-Baden: Nomos Verlag.

SE Masterarbeitsseminar (Begleitung der Masterarbeit) (236.935)

LVA-Leitung: Veronika Wittmann, Franz Nuscheler

Beschreibung
Das Seminar ist gerichtet an Studierende, welche im Bereich der Politischen Bildung eine Masterarbeit schreiben.

Ziele
Auseinandersetzung mit grundlegenden theoretischen Ansätzen der sozialwissenschaftlichen Forschung.
Erarbeitung von Zugängen zur Theorie, Methodenwahl und Gliederung einer Masterarbeit.
Klärung der Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten.

Umsetzung
Präsentation; eigenständiges Literaturstudium; Verfassen einer Masterarbeit.
Erarbeitung von Techniken wissenschaftlichen Arbeitens.
Darstellung und Diskussion des Aufbaus einer wissenschaftlichen Arbeit mit allen Studierenden, die an der Lehrveranstaltung teilnehmen.

Voraussetzungen
Formale Kriterien zum Erwerb eines Lehrveranstaltungsscheines sind neben der Präsentation und der Darstellung des Konzeptes eine aktive Teilnahme an den Diskussionsrunden.

UE: Lektürekurs: Global Studies (236.048)

LVA-Leitung: Veronika Wittmann

The first and second sessions aim at providing students with an introduction to Global Society: from the World in 1900 up to the Global society in the New Millennium. In this session, students will also be introduced to viewpoints of Globalization Debates, Defining Globalization, Globalization and (In)Equality as well as (Re)constructing Future Globalizations.

Students then focus in the third and fourth session on some of the main concepts with regard to concepts of World society: raising questions of why study world society, conceptualizing and models of world society as well as the question of movement from International to World Society.

The fifth session is devoted to aspects of Civilizing World Politics: Society and Community Beyond The State, World Society and the Nation-State, who’s making global civil society as well as the question of Civil Society, the State, and the Limits to Global Civil Society.

The course is completed by a final session on Sociological Cosmopolitism, including aspects of unpacking cosmopolitism for the social sciences as a research agenda,  the cosmopolitan imagination: critical cosmopolitanism and social theory, visuality, mobility and the cosmopolitan: inhabiting the world from afar as well as Global Governance or World Federalism, and a Cosmopolitan Dispute on Institutional Models.
Course objectives

To provide insights into different sociological perspectives of globalization.

Grading

The assessment of this course will be made based on following requirements:

  • Presentation of a selected topics in the seminar.
  • Participating in the Discussion Forums.
  • Find another article in a book or scientific journal that deals with your topic.

Write an abstract about the selected article and comment on the article.

Required reading

  • Crossly, Pamela K./Lees, Lynn H./Servos, John W. (ed.) 2004: Global Society: The World Since 1900, Boston/New York: Houghton Mifflin Company.
  • Scholte, Jan A. 2005: Globalization: a Critical introduction, Second edition, Hamshire/New York: Palgrave Macmillian.

SE Global Studies: Gesellschaft und Politik (236.051)

LVA-Leitung: Veronika Wittmann

Beschreibung
In der Lehrveranstaltung werden globale Trends – Prozesse der sozialen, kulturellen und politischen Globalisierung, Nord-Süd Beziehungen sowie Weltgesellschaft und Globale Politik – anhand verschiedener theoretischer Ansätze erarbeitet.

Ziele
Ziel der Lehrveranstaltung ist das Analysieren und Verstehen von globalen Entwicklungen.

Inhalte
Vertiefung der sozialwissenschaftlichen Kenntnisse zu weltpolitischen und weltgesellschaftlichen Themen.

Umsetzung
Präsentation; eigenständiges Literaturstudium; Verfassen einer Seminararbeit.

Literaturhinweis
Es wird eine Literaturliste im Seminar zur Verfügung gestellt. Darüber wird eine eigenständige Literaturrecherche erwartet.

VU: Global Studies: Grundlagen (236.044)

LVA-Leitung: Franz Nuscheler

Schwerpunktthemen sollen in die Kernthemen der Global Studies einführen, wobei der Politikwissenschaftler und Entwicklungsexperte welt- und entwicklungspolitische Aspekte in den Mittelpunkt rücken wird:

  • Konstellationen und Machtverschiebungen in der Weltpolitik
  • Die Herausforderungen der „Weltrisikogesellschaft“
  • Ressourcenkonflikte („Wasserkonflikte“ und „Klimakriege“)
  • Reichtum und Armut in der Weltgesellschaft: Was lehren uns die Weltberichte?
  • Global Governance: Politologische Wundertüte oder realpolitische Illusion?
  • Die Welt in Bewegung: Internationale Migrationsprozesse
  • Bilanz der internationalen Entwicklungspolitik

Die Vorlesung mit viel Interaktion wird mit einer Klausur auf der Grundlage von wichtigen Texten (im KUSSS) abgeschlossen.

SE: Global Studies: Grundlagen (236.045)

LVA-Leitung: Veronika Wittmann

In der Lehrveranstaltung werden globale Trends – Prozesse der sozialen, kulturellen und politischen Globalisierung, Nord-Süd Beziehungen sowie

Weltgesellschaft und Globale Politik – anhand verschiedener theoretischer Ansätze erarbeitet.

Ziel der Lehrveranstaltung ist das Erlernen der eigenständigen Bearbeitung von ausgewählten Bereichen der Forschungen zu Globalen Trends sowie die Vertiefung der sozialwissenschaftlichen Kenntnisse zu weltpolitischen und welt-gesellschaftlichen Themen einschließlich der Ansätze der kulturellen Transformationsprozesse der Globalisierung.

SE: Doktoratseminar Geschichte
Public History. Historisches Wissen in der außeruniversitären Öffentlichkeit (236.039)

LVA-Leitung: Marcus Gräser

„Public History“ ist ein Begriff, der sich schwer ins Deutsche übertragen lässt. Gemeint ist das Feld der Vermittlung historischen Wissens in eine größere, außeruniversitäre Öffentlichkeit hinein. Erinnerungskultur und Geschichtsbewusstsein einer Gesellschaft bilden die Voraussetzungen für Public History. Die Praxisfelder der Public History sind so vielfältig wie die Öffentlichkeit selbst: Die Arbeit in Museen und Gedenkstätten gehört ebenso dazu wie die Präsentation historischen Wissens in den unterschiedlichen Medien (unter Einschluss der digitalen Nutzanwendungen). In den letzten Jahren sind in diesem Feld, das auch Überschneidungen mit Geschichtsdidaktik aufweist, zahlreiche Arbeitsplätze für Historikerinnen und Historiker entstanden. Das Seminar will einen Überblick über Public History herstellen und wird sich dabei mit Fragen der Theorie ebenso beschäftigen wie mit der Praxis, die ggfls. auch durch kleine Exkursionen besichtigt werden kann.
 

Einführende Literatur

  • Martin Lücke u. Irmgard Zündorf, Einführung in die Public History, Göttingen 2018
  • Thomas Fischer u. Thomas Schuhbauer, Geschichte in Film und Fernsehen. Theorie – Praxis – Berufsfelder, Tübingen 2016
  • Peter Haber, Digital Past. Geschichtswissenschaft im digitalen Zeitalter, München 2011
  • Jörn Rüsen, Historik. Theorie der Geschichtswissenschaft, Wien 2013, S. 221-296 (Kap. über Geschichtskultur und Maßstäbe des historischen Urteils)