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Dr.in Judith Igelsböck

LIT Projekt "Drehbücher der Innovation"

Curriculum Vitae

Judith studierte Soziologie und Wissenschafts- und Technikforschung an der Universität Wien. Seit Oktober 2018 leitet sie das LIT Projekt ‘Drehbücher der Innovation’ an der JKU Linz, das sich der empirischen Erkundung isomorpher Tendenzen in der Organisation von Innovationsaktivitäten widmet, sowie den Möglichkeiten der künstlerischen Intervention in eben diese. Außerdem ist sie als Postdoc im Post/Doc Lab Reorganizing Industries des Munich Center for Technology in Society der TU München beschäftigt. Dort erforscht sie gemeinsam mit KollegInnen vom Institut Mines-Télécom (IMT) in Frankreich, wie sich industrielle Grenzen im Zuge der Digitalisierung auflösen, verschieben oder auch verstärken. Judith hat in einer Reihe an sozialwissenschaftlichen Forschungsfeldern gearbeitet, unter ihnen Mensch-Computer-Interaktion, Wissenschaftsforschung und Arbeitsforschung. Ihrer Obsession für künstlerische Forschung, kommt sie derzeit vor allem im Experimentieren mit Verbindungslinien zwischen dem Theater und der Innovationsforschung nach. 


Drehbücher der Innovation:

Innovation ist zu einer der zentralen Ideologien der Gegenwart geworden. Kaum eine Organisation kann sich dem permanenten Druck, innovativ zu sein, entziehen. Woher stammt das Wissen über die Erzeugung von Innovation, wie zirkuliert es und wie etabliert es sich? Einerseits ist Innovation stark an die Vorstellung von Kreativität und Originalität gebunden, andererseits zeugen die Dominanz des Silicon Valley Innovationsmodells oder der Erfolg von „Industrie 4.0“ von Tendenzen der Homogenisierung und Imitation. Vor dem Hintergrund eines überbordenden Innovationsimperativs, widmet sich das Projekt ‚Drehbücher der Innovation‘ der Frage, wie Innovationsprozesse organisiert und ‚designed‘ werden. Das analytische Konzept des Drehbuches richtet dabei besonderes Augenmerk auf die 1) Akteure, die an Innovationsprozessen beteiligt werden (das Innovationsensemble), die 2) Verteilung der Verantwortlichkeiten zwischen diesen Akteuren, sowie die 3) Atmosphären und Orte, die geschaffen werden, um Innovationen hervorzurufen. In einer empirischen Analyse nimmt das Projekt die Innovationsdrehbücher einer Reihe unterschiedlicher oberösterreichischer Organisationen in den Blick, die im Bereich Industry-Academia-Governance operieren. Ziel ist es, einen Überblick über die Homo- und Heterogenität der Innovationsguides zu gewinnen und Aussagen über die wichtigsten ‚Agents of Change‘ und Innovationsmythen zu genieren. Das Drehbuch zeigt im Projekt aber nicht nur analytischen, sondern auch produktiven Charakter. Gemeinsam mit dem ‚Kraftwerk- Triebwerk der Forschung‘, sollen in einem transdisziplinären Engagement gängige Innovationsdrehbücher kritisch hinterfragt und neue entworfen werden. Im Sinne eines ‚Arts-Based Research‘, setzt das Projekt dabei auf das dramaturgische und performative Potential des Innovationsdrehbuchs.

Vortrag ‚Drehbücher der Innovation‘ bei Theater & Netz Vol. 7 in Berlin 2019:  https://www.youtube.com/watch?v=EC6X3sWkau8&t=698s


Forschungsschwerpunkte:

Science and Technology Studies
Innovation Studies
Organisation Studies
Isomorphism in Innovation
Innovation Ethics and Ideologies
Innovation Scripts, Innovation Theatre
Intervention and Invention as Modes of Knowing
Performative Social Sciences
Experimental Social Sciences
Artistic and Arts-based Innovation Research

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