Veranstaltungsreihe "Gegenbewegungen"

WARUM 'GEGENBEWEGUNGEN'?

Die Veranstaltungsreihe greift das Motiv der GEGENBEWEGUNGEN von Karl Polanyi auf, um die sozialen Kämpfe unserer Zeit als Antworten auf einen außer Kontrolle geratenen Marktkapitalismus kritisch in den Blick zu nehmen und über alternative Entwürfe und Visionen einer solidarischen und nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung nachzudenken.

Für Karl Polanyi ist die Geschichte des Kapitalismus das Ergebnis einer „Doppelbewegung“:

- Der „Bewegung“, mit der die Gesellschaft historisch erstmalig den Dynamiken der Marktökonomie unterworfen und zu einer „Marktgesellschaft“ gemacht worden war und den

- „Gegenbewegungen“, mit denen sie sich vor den desaströsen Folgen für ihre natürlichen und sozialen Lebensgrundlagen zu schützen sucht.

Nicht jede Gegenbewegung, die wir heute erkennen können, richtet sich gegen die finanzkapitalistische Entwicklung, aber vieles, wogegen sich soziale Kämpfe und Proteste richten, ist durch sie mit verursacht oder vorangetrieben worden wie der Raubbau an der Natur und der Klimawandel, die globale Arbeitsmarktkonkurrenz und die Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse, die Einbrüche im sozialen Sicherungssystem und die Vermögensumverteilung von unten nach oben, die sozialen Spaltungen etc.

Sie bilden den Hintergrund, wenn in Migration oder Gleichstellungsansprüchen diskriminierter Gruppen nur mehr Probleme gesehen werden und Fremden-, Frauen-, und Homosexuellenfeindlichkeit zunehmen, die Globalisierungsfolgen durch nationale Grenzziehungen bearbeitet werden statt nach lebbaren Alternativen für alle Menschen zu suchen.


DER WIRTSCHAFT IHREN PLATZ ZUWEISEN

Im ersten Teil der Reihe, der von März bis Juni 2021 stattfindet, steht das Motto "Der Wirtschaft ihren Platz zuweisen" im Vordergrund: Viele gesellschaftliche Probleme sind dadurch verursacht, dass Wirtschaft als Marktwirtschaft missverstanden wird und damit ökologische und soziale Anliegen zweitrangig werden. Diese verengte Sichtweise des Wirtschaftens erweist sich aber vielfach als zerstörerisch, weshalb im ersten Teil der Reihe nach Alternativen gesucht wird.


MEHR INFORMATIONEN:

http://www.karlpolanyisociety.com/activities/countermovements-event-series/

https://www.vhs.at/de/gegenbewegungen
 

Veranstalter*innen:

VHS Wien
VHS Linz/Wissensturm
WU Wien: Institute for Multi-Level Governance and Development
TU Wien
JKU Linz: Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen am Institut für Soziologie
International Karl Polanyi Society (Wien)
Gesellschaft für Kulturpolitik (Linz)
Institut für Angewandte Entwicklungspolitik (Linz)

Kooperationspartner*innen:

Arbeiterkammer OÖ
Arbeiterkammer Wien