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Muss Entwicklung ungleich sein?

Auftaktveranstaltung: Themenschwerpunkt Mattersburger Kreis 2018-2020 "Globale Ungleichheit".

Diese Veranstaltung stellt den Auftakt zum inhaltlichen Schwerpunkt „Globale Ungleichheit“ vom Mattersburger Kreis und Paulo Freire Zentrum für die kommenden Jahre dar.      
Höhepunkt der Debatten wird die 8. Österreichische Entwicklungstagung (13. bis 15.11.2020) in LINZ - veranstaltet in Kooperation mit der Abteilung für Politik und Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie - sein. 

Zeit:  Dienstag, 2. April 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr
Ort:   C3 - Centrum für Internationale Entwicklung
         Sensengasse 3, 1090 Wien (Alois Wagner-Saal)


PROGRAMM

Key Note:

  • Andreas Exenberger, Ass.-Prof.
    Institut für Wirtschaftstheorie, -politik und -geschichte, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Diskutant*innen:

  • Stefanie Hürtgen, Ass.-Prof.in
    AG Wirtschaftsgeographie, Universität Salzburg; Mattersburger Kreis
  • Georg Hubmann, Dr.
    Marie Jahoda – Otto Bauer-Institut, Linz

Moderation:

  • Karin Fischer, Dr.in
    Abteilung für Politik und Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie, JKU Linz; Mattersburger Kreis

 

VeranstalterInnen:

 

Hintergrund:

Pünktlich zum Davoser Weltwirtschaftsforum veröffentlicht Oxfam neueste Zahlen zu Armut und Reichtum in der Welt: 2018 besaßen die reichsten 26 Männer genauso viel wie die ärmsten 50 % der Weltbevölkerung.

Ungleichheit wird mittlerweile auch in bedeutenden global tätigen Organisationen als Problem gesehen, denn diese extreme Ungleichheit erweist sich als Hemmnis für Entwicklung und Wachstum jeder Art. Ungleichheit fand Eingang in die Sustainable Development Goals (SDG), die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden und in denen die Bekämpfung der Ungleichheit als Leitprinzip verankert ist. "Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern" lautet Ziel 10 der SDGs.

In der Welt der kritischen Entwicklungspolitik ist aber klar, dass Ungleichheit nicht vom Himmel gefallen ist, sondern Ergebnis von historischen und gegenwärtigen Machtverhältnissen und sozialen Auseinandersetzungen ist. Der Wohlstand des globalen Nordens hat mit dem Elend des globalen Südens zu tun. Armut kann nicht ohne Reichtum gedacht werden. Muss Entwicklung aber wirklich ungleich sein? Und warum halten wir dieses Ausmaß der Ungleichheit überhaupt aus?

Die SoziologInnen Ulrich Beck und Angelika Poferl meinen, dass nationalstaatliche Grenzen die Funktion haben, globale Ungleichheit zu „legitimieren“.

"Nationale Grenzen trennen scharf zwischen politisch relevanter und irrelevanter Ungleichheit. Ungleichheiten innerhalb nationaler Gesellschaften werden in der Wahrnehmung vergrößert; gleichzeitig werden Ungleichheiten zwischen nationalen Gesellschaften ausgeblendet. Das ist nicht etwa das Versagen einzelner, das ist genau, was nationale Grenzen leisten, wie sie globale Ungleichheiten »legitimieren«. ... Der nationale Blick befreit vom Blick auf das Elend der Welt." (Beck/Poferl 2010: 12)

Wie können wir nun mit dieser doppelten Form der Ungleichheit, national und global, umgehen - praktisch-politisch, aber auch analytisch-wissenschaftlich? Wie können wir die Welt als geteilte und zugleich fragmentierte Einheit verstehen, in der Ungleichheit zu einem Strukturprinzip geworden ist, das für Entwicklung, wie wir sie kennen, offensichtlich eine notwendige Bedingung zu sein scheint? Welche Funktion hat Ungleichheit innerhalb Österreichs, der EU sowie auf globaler Ebene und wie hängt das alles miteinander zusammen? Und zuletzt: Was kann, was sollte getan werden, um Ungleichheit auf jeder Ebene zu reduzieren?

wann:

02.04.2019,
19:00 - 21:00

wo:

C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien